Bundesliga

Sturm Graz sucht gegen LASK nächsten Ausweg aus der Krise

Nach deutlichen Niederlagen sucht Meistergruppen-Schlusslicht Sturm Graz händeringend einen Ausweg aus der Krise. Im Vergleich zum 0:4 in Pasching müssen die Steirer laut ihrem Vertretungs-Chefcoach aber "ziemlich alles" anders machen. "Wenn wir gemessen an unserem Saisondurchschnitt nur normal spielen, wird es sicher nicht reichen", sagte Nikon El Maestro am Freitag.

Dominik Frieser (links) und Christoph Leitgeb treffen gleich wieder aufeinander SN/APA (Oczeret)/HERBERT P. OCZERET
Dominik Frieser (links) und Christoph Leitgeb treffen gleich wieder aufeinander

"Um gegen den LASK zu bestehen, brauchen wir ein Topspiel", erklärte der 27-Jährige bei einer virtuellen Pressekonferenz. Die Saisonbilanz der Grazer ist seit der zwölften Saisonniederlage am Mittwoch negativ. Sturm hat in den vergangenen elf Spielen nur zwei Siege eingefahren - gegen Admira und Hartberg. Mit der Meistergruppe werden die Grazer auch im zweiten Jahr ihres Bestehens noch nicht warm: In 15 Spielen gab es nur vier Siege, Heimbilanz: 0:7.

Das kratzt am Selbstvertrauen der Mannschaft. "Der mentale Zustand ist nicht optimal, aber auch nicht tragisch. Die Jungs können schon ab und zu lächeln", meinte der Trainer und verwies darauf, dass keine Weltuntergangsstimmung herrsche. "Wir versuchen ihnen mitzugeben, dass sie nach wie vor gute Spieler sind und glauben fest daran, dass wir noch einige Punkte holen können."

In Graz weiß man augenblicklich aber nicht genau, worüber man sich mehr Sorgen machen soll: über die gezeigten Leistungen oder, dass unter dem Ergebnistrainer-Duo El Maestro auch die Ergebnisse nicht passen. Gewiss ist, dass sich Sturm mit einer sportlichen Krise herumschlägt, die durch hohe Niederlagen (0:4/Rapid, 1:5/Salzburg, 0:4/LASK) zuletzt befremdliche Ausmaße angenommen hat.

Die Konsequenzen aus den sportlichen Abstürzen bekam zuletzt Lukas Spendlhofer zu spüren, er fand sich gegen den LASK nicht im Kader wieder. Dem Innenverteidiger und Ersatz-Kapitän stünden aber weiter alle Türen offen, betonte El Maestro. "Spendi ist ein Teil des Kaders, wie jeder hat er die Chance, dabei zu sein. Nichts ist ausgeschlossen." Sicher fehlen werden der gesperrte Emanuel Sakic sowie der angeschlagene Youngster Niklas Geyrhofer.

In den jüngsten drei Partien stand es spätestens nach neun Minuten immer 0:1. "Ich würde nicht sagen, dass wir den Start verschlafen haben. Es war immer die erste oder zweite Halbchance gegen uns drinnen. Wenn man in der Meistergruppe immer das erste Tor kriegt, ist es schwer. Ich hoffe, das wird bald wieder anders", sagte Nikon El Maestro, der zum dritten Mal seinen gesperrten "Chef" Nestor El Maestro vertreten wird.

Dem LASK, signalisierten die Beteiligten, eröffneten sich durch den Mittwoch-Sieg neue Perspektiven. "Wir sind jetzt im Angriffsmodus", tönte Trainer Valerien Ismael nach dem ersten Erfolg seit 8. März. Die Oberösterreicher liegen einen Punkt vor dem Vierten WAC, orientieren sich nach turbulenten Wochen aber nur nach oben. "Wir wollen nachlegen", bekundete Ismael am Freitag. "Es wird darum gehen, konzentriert und willig in dieses Spiel reinzugehen und den Fokus wieder auf das Ergebnis zu legen."

Sieben Punkte fehlen auf Rapid, das neuerlich auf die unberechenbaren Hartberger trifft. Der Rückstand könnte nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem Grünen Tisch schmelzen, wenn Anfang kommender Woche das Protestkomitee über den Sechs-Punkte-Abzug entscheidet.

Zunächst gilt es laut Reinhold Ranftl gegen seinen Ex-Club erneut den Kampf anzunehmen. "Ich denke, dass Sturm möglicherweise etwas offensiver als zuletzt in Pasching auftreten wird, darauf müssen wir eingestellt sein." Dominik Frieser weiß: "Wir haben in der jüngeren Vergangenheit in Graz gut ausgesehen." Die Linzer konnten die jüngsten drei Duelle dort allesamt für sich entscheiden. Die bisher letzte Niederlage datiert vom Mai 2018.

Quelle: APA

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