Bundesliga

Sturm in Wolfsberg um "Titel" mit besonderem Stellenwert

Sturm Graz könnte eine Umbruchsaison als Vizemeister der Fußball-Bundesliga veredeln. Die Steirer liefern sich in der letzten Bundesliga-Runde am Samstag (17.00 Uhr) ein Fernduell mit Rapid um Platz zwei, den derzeit die punktegleichen und mit einer um fünf Tore besseren Tordifferenz ausgestatteten Wiener belegen. Geschenkt wird beiden nichts werden. Sturm gastiert beim Fünften WAC, der Platz vier noch im Auge hat. Auf dem sitzt der LASK, der ist bei Rapid zu Gast.

Sowohl Sturm als auch Rapid ist zumindest Rang drei nicht mehr zu nehmen. Nach dem überraschenden Erfolg im ersten Jahr unter Christian Ilzer gehen die Grazer laut ihrem Trainer im Lavanttal aufs Ganze - obwohl Platz drei (fixe internationale Gruppenphase) mehr Sicherheiten gibt. "Wir versuchen immer das Maximum zu holen", betonte Ilzer. "Der Vizemeistertitel in Österreich hat mit der Dominanz von Red Bull Salzburg einen ganz besonderen Stellenwert."

Mit dem WAC hat Sturm sowieso noch eine Rechnung offen. Ilzers Ex-Club stellt das einzige Team, das für die Schwarz-Weißen im Saisonverlauf unbezwingbar war. Ein Sieg steht deshalb für Ilzer "absolut oben auf unserer Liste". Die Spielverläufe waren mit Roten Karten in jedem der drei Duelle und einem Last-Minute-Elfer beim 0:1 in Graz zuletzt auch ungünstig. Doch WAC-Trainer Roman Stary betonte: "Wir haben auch keine Angst vor elf Sturm-Graz-Spielern. Sturm ist uns bisher gut gelegen."

Der Europa-League-Sechzehntelfinalist würde mit dem Sprung auf Rang vier erneut fix international - in der Conference-League-Qualifikation - spielen. Und gleichzeitig die unliebsame Saison-Verlängerung vermeiden. Der Fünfte matcht sich in einem Hin- und Rückspiel noch mit dem Aufsteiger der Qualifikationsgruppe.

"Wenn es sein muss, dann machen wir es natürlich, aber unbedingt reißen tun wir uns nicht um das Play-off", gestand Stary. "Umso größer ist die Vorfreude auf das Spiel gegen Sturm." Innenverteidiger Dominik Baumgartner ist gesperrt, sein logischer Ersatz Gustav Henriksson brach sich im Training das Nasenbein, könnte aber als "Maskenmann" auflaufen. Beim Gegner ist Kapitän Stefan Hierländer wegen muskulärer Probleme fraglich.

Drei Punkte liegt der LASK voran, bei Gleichheit würde der WAC vorgereiht. Holt der WAC Platz vier, endet die kurze Cheftrainer-Ära Stary am Samstag. Sein Nachfolger ist mit Robin Dutt bestellt, der Deutsche bringt selbst einen Assistenz- und Tormann-Trainer mit. Stary könnte wieder die Position des Sportkoordinators bekleiden, berichtet aber auch von zwei losen Traineranfragen.

Die Interessierten wollte er nicht nennen, dem "Finale" gegen Sturm wird alles untergeordnet. Stary weiß: "Sturm kommt in der Euphorie." Oder wie es Ilzer stellvertretend formulierte: "Es fühlt jeder eine Leichtigkeit im Herzen. Aber unser Kopf ist extrem fokussiert." Bei all den Lobeshymnen schlüpft der Trainer derzeit gerne in die Rolle des Mahners. "Nach der größten Euphorie macht man die größten Fehler."

Er warnte vor oberflächlicher Analyse und Zufriedenheit. "Wir haben ein gutes Zwischenziel erreicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir am Ende unserer Reise sind. Es gibt extrem viel zu tun." Sein Team habe sich mit guter Mentalität über schwierige Phasen hinweggearbeitet. "Die Gier nach Erfolgen muss bleiben. Und qualitativ müssen wir die nächsten Schritte machen. Dann können wir in eine sehr positive Zukunft blicken."

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