Bundesliga

Sturm will Salzburg fordern

An der Stätte des letzten Triumphes der jüngeren Vereinsgeschichte will Sturm Graz Favorit Salzburg in doppelter Ausführung zu Fall bringen. Die Steirer treffen in ihren "Heimspielen" in Klagenfurt zunächst am Sonntag in der Liga auf den Titelverteidiger, ehe am kommenden Mittwoch das Cup-Halbfinale zwischen den beiden Teams ansteht. St. Pölten und die Austria kämpfen um die vielleicht letzte Chance. Der WAC trifft auf den SCR Altach.

Im Hinspiel jubelten Jantscher und Sturm in Wals-Siezenheim SN/APA/KRUGFOTO
Im Hinspiel jubelten Jantscher und Sturm in Wals-Siezenheim

Die die mit sechs Siegen ins Frühjahr gestarteten "Roten Bullen" werden gegen Sturm versuchen, das Europa-League-Aus gegen Villarreal mit nationalen Erfolgen zu überwinden. Außerdem erinnert man sich im Lager des Meisters nur ungern an das erste Saisonduell. Da gewann Sturm in Wals-Siezenheim mit 3:1. "Wir haben gesehen, wie gefährlich und effizient sie sein können. Das muss uns Warnung genug sein", sagte Salzburgs Trainer Jesse Marsch. Seine Mannschaft liegt in der Tabelle sechs Punkte vor dem ersten Verfolger Rapid. Sturm ist mit zwölf Zählern Rückstand auf den Leader Vierter. Marsch sah den Gegner ebenfalls unter einem "gewissen Druck. Denn mit einer Niederlage würden sie doch ein wenig den Anschluss an die Spitzenclubs der Tabelle verlieren."

Sturm-Trainer Christian Ilzer muss improvisieren. Anstelle von Siebenhandl beginnt Tobias Schützenauer im Tor. Der 23-Jährige bestritt in der höchsten Spielklasse bisher fünf Einsätze. Kelvin Yeboah wird wohl auf der Bank Platz nehmen. Der von Wattens geholte Stürmer benötige noch "Zeit und Geduld", so Ilzer. Zum dünnen Kader meinte der Coach: "Wir werden am Sonntag auf alle Fälle eine sehr gute Mannschaft auf den Platz bringen."

St. Pölten und die Austria kämpfen schon ab 14:30 Uhr im direkten Duell um die vielleicht letzte Chance, noch ins Rennen um die Plätze in der Meisterrunde eingreifen zu können. Die Niederösterreicher liegen als Neunter einen Zähler hinter den Wienern. Vor dem Spiel in der NV Arena von St. Pölten erlebten beide Mannschaften Erfolgsmomente.

St. Pölten ging nach sieben sieglosen Spielen in Innsbruck gegen die WSG Tirol als 1:0-Gewinner vom Feld, die Austria schlug Altach nach fünf Toren in der zweiten Spielhälfte mit 5:1. Peter Stöger will daran - und nicht an die schwache Vorstellung in den ersten 45 Minuten - anschließen. "Wir hoffen, dass wir mehr und mehr von unserem guten Spiel sehen", sagte der Austria-Trainer. St. Pölten ist gegen die Austria seit fünf Liga-Spielen ungeschlagen, gleich viermal davon gab es ein Remis. Robert Ibertsberger hat als SKN-Chefcoach in allen vier Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Arbeitgeber angeschrieben.

Der WAC tappt parallel dazu gegen den SCR Altach im Dunkeln. Die Vorarlberger absolvieren ihre erste Partie unter Trainer-Rückkehrer Damir Canadi - was das in punkto Personal, System und Taktik bedeutet, darüber herrscht bei WAC-Coach Ferdinand Feldhofer Rätselraten. "Es wird auf jeden Fall eine ganz andere Mannschaft als die in den letzten Wochen sein", sagte der Steirer.

Die Kärntner absolvierten in diesem Jahr bereits zehn Pflichtspiele und damit um vier mehr als Altach. Durch das klare Out in der Europa League gegen Tottenham - nach einem 0:4 am Mittwoch in London gesamt mit 1:8 - fällt nun das internationale Geschäft weg. "Wir waren stolz, in drei Bewerben überwintert zu haben und wären gern gegen Tottenham aufgestiegen. Jetzt müssen wir uns auf die zwei verbliebenen Bewerbe fokussieren", meinte Feldhofer. In der Liga schaffte man zuletzt mit zwei 2:1-Siegen den Sprung auf Rang fünf und hat beste Karten für ein Meistergruppen-Ticket. Im Cup geht es am Mittwoch daheim gegen den LASK um den Einzug ins Finale. "Das ist ein sehr wichtiges Match für uns, steht aber nicht über dem Spiel gegen Altach, denn wir wollen so schnell wie möglich den Platz unter den Top sechs fixieren. Unser Ziel ist es, die nächste Woche ergebnis- und verletzungstechnisch bestmöglich zu überstehen", erklärte Feldhofer.

Für die Altacher gilt es hingegen unter Canadi einen Negativtrend von drei sieglosen Partien zu stoppen. Ins Auge genommen wird der erst zweite Sieg in den jüngsten acht Runden. "Die Mentalität möchte ich schon sehen, dass wir dort hinfahren, um etwas mitzunehmen", betonte Altachs Neo-Coach. Nur kompakt in der Defensive sein, ist ihm deshalb zu wenig. "Ich hoffe auch, dass wir nach vorne präsent sind, für Entlastung sorgen, aktiv sind."

Seine bisherigen Eindrücke von den wenigen Trainingseinheiten stimmen ihn zuversichtlich. "Es ist ein neuer Spirit da, jeder versucht sich zu beweisen. Ich denke, dass die Mannschaft gutes Potenzial hat, sie gibt mir ein Gefühl, dass es funktionieren kann und das macht mir einen riesen Spaß", gab der Wahl-Vorarlberger Einblick. Details bezüglich Personal und Ausrichtung gab er nicht preis. Fix ist, dass neben dem verletzten Kapitän Philipp Netzer auch die gesperrten Emir Karic und Daniel Maderner kein Thema sind.

Das Gastspiel beim WAC ist eine von noch vier Chancen, um vor der Punkte- und Ligateilung die "Rote Laterne" abzugeben. "Wir wollen das Ganze positiv gestalten, uns Selbstvertrauen holen, positive Ergebnisse erarbeiten und viel investieren ins Spiel", gab Canadi die Marschroute vor. Wie man den WAC knacken kann, weiß er. Der letzte Altach-Sieg in der Lavanttal-Arena gelang am 1. Oktober 2016 (2:1) noch während der ersten Canadi-Amtszeit in Altach.

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