Bundesliga

Thomas Letsch ist nicht mehr Austria-Trainer

Nach geschaffter Qualifikation für die Meisterrunde der Bundesliga wurde Trainer Thomas Letsch als Cheftrainer bei Austria Wien von seinen Aufgaben entbunden. Sein Nachfolger ist der Salzburger Robert Ibertsberger.

Thomas Letsch.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Thomas Letsch.

Über diese Entscheidung informierten die Wiener am Montag Mittag. Am Sonntag hatten die Violetten trotz einer 1:3-Niederlage gegen Altach den Einzug ins Meister-Play-Off der Bundesliga geschafft. Interimistisch übernimmt Robert Ibertsberger, der bisherige Co-Trainer, gemeinsam mit dem Rest des Trainerteams. Sportdirektor Ralf Muhr soll so rasch wie möglich einen Nachfolger für den Cheftrainerposten finden. "Die Leistungen der Mannschaft entsprachen nicht den Vorstellungen, die wir an uns selber haben. Das hat das 1:3 gegen Altach deutlich gezeigt, demnach mussten wir Konsequenzen ziehen", erklärte Muhr den Schritt.

Austria-Präsident Frank Hensel sagte: "Wir haben zuletzt sehr intensive Gespräche geführt und die Entscheidung getroffen, dass wir der aktuellen Situation Rechnung tragen und handeln müssen. Wir haben eine Verpflichtung und können kein Risiko gehen, auch wenn es mir menschlich sehr leid tut. Wir möchten uns bei Thomas Letsch für seine Arbeit bedanken und wünschen ihm alles Gute."

Auch Andreas Ogris, der Trainer des Farmteams Young Violets, wurde von seiner Tätigkeit entbunden. Für ihn übernimmt Christoph Glatzer.

Der 50-jährige Thomas Letsch war bis 2017 erfolgreich im Nachwuchs von Red Bull Salzburg und beim FC Liefering tätig gewesen. Zeitweilig fungierte er zudem als Co-Trainer der Profis bei Roger Schmidt sowie für zwei Spiele als Interims-Chefcoach. 2017 entschied der Club sich gegen Letsch und für Marco Rose als Cheftrainer. Letsch wechselte daraufhin zum deutschen Zweitligisten Erzgebirge Aue, wo er aber schon nach drei Spielen wieder gehen musste. Ausgerechnet sein damaliger Assistent Wolfgang Luisser sorgte nun als Interims-Coach bei Altach mit dem überraschenden 3:1-Erfolg für das nächste Trainer-K.o. von Letsch.

Im Februar 2018 wurde Letsch bei Austria Wien vorgestellt. Obwohl mit Platz sieben das internationale Geschäft klar verfehlt wurde, plante der Club ursprünglich langfristig mit dem Deutschen. Davon konnte spätestens nach der Darbietung vom Sonntag keine Rede mehr sein: Er selbst sprach von einer "katastrophalen Leistung", von einem "absoluten Tiefpunkt", wie seine Elf aufgetreten sei. "Nach so einem Spiel kann kein positives Gefühl entstehen. Ab morgen geht es darum, sich Gedanken zu machen und alles kritisch zu hinterfragen", sagte Letsch nach dem Spiel.

Ibertsberger mehr als eine Zwischenlösung?

Ralf Muhr betonte am Montag, Robert Ibertsberger werde die Mannschaft gegebenenfalls auch in die Meistergruppe führen. "Robert Ibertsberger ist in den nächsten Wochen Cheftrainer, ich werde mich parallel dazu mit der Trainersuche befassen", sagte Muhr.

Die Austria hatte zuvor Thomas Letsch von seinem Amt entbunden. Ibertsberger kam im vergangenen Sommer im Zuge der sportlichen Umgestaltung der Wiener zur Austria. Der 42-Jährige arbeitete zuvor beim WAC, wo er im Frühjahr 2018 nach der Beurlaubung von Heimo Pfeifenberger "Chef" war. Von den neun Bundesligaspielen unter Ibertsberger gewannen die Wolfsberger vier bei einem Remis und vier Niederlagen.

Der ehemalige Salzburg-Profi und Italien-Legionär (Venezia) wird die Austria beim Auswärtsspiel bei Sturm Graz am Sonntag ebenso betreuen wie in der darauffolgenden, zweiwöchigen Ligapause. Wie Muhr durchklingen ließ, war Ibertsberger kurzfristig die beste Lösung. Der Salzburger könne sich aber auch für ein langfristiges Engagement empfehlen. Im Hintergrund werde er sich natürlich mit Alternativen beschäftigen, betonte Muhr.

Zu Namen wie den ins Spiel gebrachten Nestor El Maestro, ehemaliger Assistent von Thorsten Fink, und Ernst Baumeister (ehemals Admira) wollte er sich nicht näher äußern. Kontakt habe er noch mit keinem Trainer aufgenommen, so Muhr. "Wir wollen einen Trainer haben, der den modernen Fußball in sich trägt. Wir wollen attraktiv spielen, wollen aktiv spielen. Das hat man bisher nicht gesehen", merkte er zum gesuchten Profil an. Die Spieler seien in der Pflicht, das ausgegebene Saisonziel - einen Europacup-Startplatz - einzufahren. Muhr: "Wir sind schon der Meinung, dass wir eine Mannschaft am Start haben, die diese Dinge erreichen kann."

Quelle: SN

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