Bundesliga

Ticket für Europa wird für WAC noch zur Zitterpartie

So locker und souverän Meister Salzburg am Sonntag zum 4:0-Heimsieg über den WAC kam, so matt wirkten einmal mehr die Kärntner. Der freie Fall in der Meistergruppe der Fußball-Bundesliga setzte sich in Wals-Siezenheim fort, das Rennen um den Europacupstartplatz wird für die Truppe von Robin Dutt zwei Runden vor Schluss tatsächlich noch zur Zitterpartie. "Man wird nächste Woche eine andere Mannschaft sehen", übte sich Dutt vor der kommenden Partie bei Sturm Graz in Optimismus.

WAC-Coach Dutt muss um Europacupplatz zittern SN/APA/KRUGFOTO
WAC-Coach Dutt muss um Europacupplatz zittern

Eine offensiv ausgesucht harmlose Offensiv- und eine von Stellungsfehlern und mangelnder Zweikampfintensität geprägte Defensivleistung des WAC machten es den Salzburgern am Muttertag sehr leicht. Auch wenn die "Bullen" von Beginn an viel Druck ausübten und Karim Adeyemi seine Frühjahrs-Ladehemmung mit einem Doppelpack (2., 37.) endgültig ablegte - vielleicht auch beflügelt von den jüngsten Entwicklungen in der Frage seines Transfers zu Borussia Dortmund im Sommer. "Ich glaube, dass wir in der nächsten Woche Klarheit haben werden", hatte der künftige BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl am Sonntag bei Sport1 erklärt.

Ganz anders schaute die Stimmungslage beim WAC aus, der die sechste Niederlage im achten Spiel der Meistergruppe kassierte. "Wir sind zurzeit am Boden", redete Goalie Alexander Kofler auf "Sky" Klartext. Er stellte sich Salzburgs Offensive quasi im Alleingang entgegen und verhinderte so Schlimmeres. "Wenn man etwas Positives mitnehmen kann, dann, dass wir nicht fünf, sechs, sieben, acht Stück bekommen haben", befand Dutt.

Der Deutsche, der mit seiner Truppe als Dritter, punktegleich mit dem zweitplatzierten Sturm, in die zweite Saisonphase startete, muss um das Ticket nach Europa bangen. Entschieden wird die Frage wohl zwischen der Wiener Austria (4./23 Punkte), dem WAC (5./22) und Klagenfurt (6./20). Der Sechste geht leer aus, der Fünfte erreicht das Entscheidungsspiel gegen den Gewinner des Qualigruppen-Play-offs, nur der Vierte steht fix in der Conference-League-Quali.

"Wir haben noch die Möglichkeit auf den internationalen Startplatz, das haben wir uns über die Saison erarbeitet", betonte Dutt. "Wir werden uns nicht mit Negativem beschäftigen, weil dieses Ziel sonst nicht möglich ist. Wir haben klar das Ziel internationaler Startplatz. Wir sind nicht fünf Punkte weg. Die Chancen sind nicht schlechter als bei den anderen Mannschaften."

Das Auslaufen mehrerer Verträge, u.a. von Clubikone Michael Liendl, sei kein Faktor für die aktuelle Unform, betonte Dutt. "Das gehört zum Profifußball, dass Verträge auslaufen. Ich sehe keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber den anderen Vereinen, bei denen laufen Verträge auch aus. Ich kann versichern, dass sich alle voll reinhängen werden", erklärte Dutt angesichts der kommenden Partien gegen Sturm (a) und Rapid (h). "Die, die lange hier sind, identifizieren sich mit dem Club und wollen im letzten Spiel gefeiert werden."

Feiern durfte einmal mehr Sturm. Nach Rot für Klagenfurts Nicolas Wimmer (13.) lange Zeit mit einem Mann mehr, hatten die "Blackys" aber doch viel Mühe. Erst Jakob Jantscher (53.) und Anderson Niangbo (87.) sicherten den schon vorher fix als Vizemeister feststehenden Grazern den Sieg. Turgay Gemicibasi hatte den Aufsteiger in der 48. Minute in Führung gebracht. "Am Ende haben wir doch noch Lösungen gefunden, doch die Klagenfurter haben uns auch mit einem Mann weniger das Leben sehr schwer gemacht. Es war spielerisch von uns kein Hochgenuss, aber so wie die Klagenfurter auftreten, da hat es keine Mannschaft leicht", gestand Sturm-Coach Christian Ilzer.

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