Bundesliga

Trotz Elfmeter-Theater - Salzburg holte gegen Rapid "ganz wichtige" drei Punkte

Salzburg ist am Sonntag erstmals in der laufenden Fußball-Bundesliga-Saison in der Red Bull Arena richtig gewankt, aber nicht gefallen. Erst ein Geniestreich von Routinier Zlatko Junuzovic, der via Freistoß in der 94. Minute traf, fixierte den 3:2-Sieg gegen Rapid. Es war der siebente Heimerfolg im siebenten Spiel, erstmals unterlag ein Team dort nicht mit mindestens drei Toren Differenz.

Ein später Freistoß als Stich ins grün-weiße Herz SN/APA (KRUGFOTO)
Ein später Freistoß als Stich ins grün-weiße Herz

Umso größer war die Salzburger Freude über das Happy End. "Der LASK und WAC sind gute Mannschaften, aber auch Rapid. Die Liga heuer ist eng und wird eng bleiben, vor allem im Play-off nach der Punkteteilung. Es wird nicht einfach für uns, so gesehen waren diese Punkte heute ganz wichtig für uns", sagte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Während der LASK (29) auch nach der 12. Runde drei Punkte hinter dem Serienmeister (32) lauert, wurde der Vorsprung auf den WAC (24) und Rapid (21) ausgebaut.

Der Salzburger Erfolg hatte zwei Namen - Junuzovic und Erling Haaland. Der 19-jährige Norweger machte vor der Pause den Unterschied aus, erzielte sein 21. Pflichtspieltor und holte zwei Elfmeter sehenswert heraus. Einen verwertete Dominik Szoboszlai (30.), den anderen vergab Hwang Hee-chan (34.) stümperhaft. Die Bbiden hatten sich schon vor dem ersten Elfer gestritten, wer schießen darf.

Zum Zug hätte eigentlich keiner von ihnen kommen dürfen. "Normalerweise sind Haaland und Minamino unsere ersten Elferschützen", gab Marsch Einblick. Aufgrund des positiven Spielausgangs war die Thematik im Nachgang keine allzu große. Künftig wird sie aber zur Sprache kommen. "Vielleicht muss ich doch in der Zukunft klarer ansprechen, dass Erling unser erster Elfmeterschütze ist", meinte Marsch. Haaland verwertete diese Saison drei Strafstöße, den jüngsten beim 2:3 in der Champions League gegen Napoli im Stile eines Routiniers. Auch bei seinem Ex-Club Molde hatte er die Elfer geschossen.

Junuzovic muss sich mit Freistößen zufriedengeben und zeigte dabei seine große technische Stärke. "Wir wissen alle, welche Schusstechnik er hat, dass er ihn so trifft, ist ein Wahnsinn", lobte Maximilian Wöber den Matchwinner. Dem schmeckte der Sieg als Ex-Austrianer natürlich "besonders gut".

Ins Eck: Rapid-Torhüter Richard Strebinger macht sich lang und länger, der Ball von Zlatko Junuzovic war aber nicht zu halten.   SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Ins Eck: Rapid-Torhüter Richard Strebinger macht sich lang und länger, der Ball von Zlatko Junuzovic war aber nicht zu halten.
Lieber schlecht geschossen, als nicht getroffen: Dominik Szoboszlai trifft zum 1:0, Rapid-Torhüter Richard Strebinger hätte beinahe gehalten.  SN/APA/KRUGFOTO
Lieber schlecht geschossen, als nicht getroffen: Dominik Szoboszlai trifft zum 1:0, Rapid-Torhüter Richard Strebinger hätte beinahe gehalten.
Es fliegt, es fliegt ... ein Ball am Torhüter vorbei: In der 94. Spielminute hatte Rapid-Torhüter Richard Strebinger das Nachsehen.  SN/APA/KRUGFOTO
Es fliegt, es fliegt ... ein Ball am Torhüter vorbei: In der 94. Spielminute hatte Rapid-Torhüter Richard Strebinger das Nachsehen.

Bis zum Siegestreffer hatte der Serienmeister nach der Pause deutlich nachgelassen, dabei wohl auch die Nachwirkungen vom Napoli-Spiel gespürt. "Wir müssen cleverer werden und konsequenter, aber es ist nicht einfach, immer am höchsten Level zu agieren", meinte Junuzovic.

Vor der Pause war das abgesehen vom Rapid-Anschlusstreffer in der Nachspielzeit durch Christoph Knasmüllner (45.+1) absolut der Fall. Die Führung hätte da höher sein können, ja müssen. "Da hätten wir den Sack zumachen müssen", analysierte Wöber. Zwei aus Standardsituationen resultierende Gegentreffer hielten die Partie bis zuletzt offen. "Die Defensive muss besser werden", forderte daher Wöber, der Teil der Dreierkette war.

Für den Rekordmeister gab es nach dem 0:2 in der Liga und dem 1:2 nach Verlängerung im Cup, jeweils in Wien, neuerlich nichts Zählbares gegen Salzburg. Trotzdem überwog das Positive. "Salzburg hat ganz andere Möglichkeiten, die könnten drei Mannschaften stellen. Wir haben dagegen nur 15 gestandene Spieler, hatten eine Kaderreduktion und leider sind auch fünf Spieler verletzt. Ich bin mit der jetzigen Situation daher mehr als zufrieden. Jeder Spieler kann stolz sein", resümierte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer.

Sein Team habe vor keinem Gegner Angst und gegen Salzburg eine Topleistung abgerufen. "Gegen den LASK (1:2) war es ähnlich, und auch gegen den WAC (1:1) wäre mehr möglich gewesen", erinnerte Rapids Trainer. Das soll sich in Zukunft auch im Ergebnis widerspiegeln. "Wir haben unter Beweis gestellt, welches Herz und welchen Charakter die Mannschaft hat und in der zweiten Halbzeit gezeigt, wie gut wir sind. Die Punkte werden kommen, auch gegen Salzburg", blickte Kapitän Stefan Schwab optimistisch nach vorne.

Als nächste Hürde wartet Schlusslicht St. Pölten am Samstag. "Auch wenn der Spielverlauf extrem bitter und ärgerlich ist, dürfen wir die Köpfe nicht hängen lassen und müssen jetzt nächste Woche die Punkte holen", gab Knasmüllner die Marschroute vor. Salzburg ist am Samstag in Mattersburg zu Gast und kämpft zuvor noch am Mittwoch in der BSFZ Arena gegen Regionalligist Ebreichsdorf um den Einzug ins Cup-Viertelfinale.

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Quelle: APA

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