Fussball

Red-Bull-Talente auf Xaver Schlagers Spuren

Kicker mit einem Gesamtmarktwert von 53 Millionen Euro haben die Ausbildung in der Salzburger Fachschule für Wirtschaft und Leistungssport bereits durchlaufen.

An Xaver Schlager erinnern sich die Lehrer in der Salzburger Fachschule für Wirtschaft und Leistungssport noch gut: "Am Anfang war er ganz schüchtern und wollte gar nicht angeredet werden", sagt Gerlinde Wörndl, die ihm damals die Fertigkeiten des Präsentierens beigebracht hat. Mittlerweile brilliert der Senkrechtstarter, der kürzlich von Red Bull Salzburg zu Wolfsburg wechselte, gar nicht mehr schüchtern vorm Mikrofon - das ist auch ein Verdienst der Pädagogen an der außergewöhnlichen Ausbildungsstätte.

Auch Hannes Wolf, Konrad Laimer und Alexander Schlager sind Absolventen dieses trialen Ausbildungsweges (Leistungssport, Schule und Lehre). Insgesamt haben Fußballer mit einem aktuellen Gesamtmarktwert von 53 Millionen Euro hier ihr Zeugnis erhalten. Gemeinsam mit dem FC Red Bull Salzburg wird den Nachwuchsfußballern auch ein Lehrabschluss ermöglicht. Wer möchte, kann dann noch die Matura machen. Felix Strauss, der gerade zu Viktoria Köln gewechselt ist, sagt: "Sobald ich mich dort eingelebt habe, möchte ich die Berufsreifeprüfung via Fernstudium machen."

Aber nicht nur für den Fußball-Nachwuchs ist dieser Bildungsweg maßgeschneidert. Die Skifahrerin Lena Loipold hat sich ebenfalls für die Fachschule entschieden: "Für mich waren der Aufbau und die Organisation interessant" , sagt die 19-Jährige.

Nach der Unterstufe werden die Schüler über vier Jahre zur Lehrabschlussprüfung geführt. "Nachdem es bereits ein Gymnasium gab, fehlte uns noch ein zweites System. Das haben wir mit dieser Ausbildung geschaffen", erklärt Red-Bull-Schulkoordinator Klaus Ginther. Er und Lajos Kiraly haben den Lehrgang mit der Arbeiterkammer und dem bfi gegründet. Um neben dem Sport noch ein zweites berufliches Standbein zu haben, werden abseits des Trainings Fächer wie BWL, Sportpsychologie und Sportadministration gelehrt. Das bewährt sich, wenn es dann doch nicht zur großen Karriere reicht: Absolventen der FWL arbeiten unter anderem als Banker und Physiotherapeut oder studieren. Immerhin ist fast die Hälfte der Absolventen (48 Prozent) nicht im bezahlten Fußball, sondern unterklassig aktiv.

Die jungen Legionäre in der Akademie haben die Fachschule als außerordentliche und Gastschüler besucht. Von Ante Coric bis Dayot Upamecano und Dominik Szoboszlai reicht die Liste der Namen.

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