Fußball

So funktionieren die neuen Fußballregeln

Mit Saisonbeginn müssen sich Spieler und Fans auf allen Ebenen umstellen: Etliche Fußballregeln wurden geändert und überarbeitet. Die SN zeigen die Neuerungen im Video.

Schneller, attraktiver und fairer soll der Fußball dank der neuen Regeln werden. Die Kicker haben sich mit den Änderungen in Testspielen schon vertraut gemacht. Die SN baten Spieler des SAK 1914 zum Demonstrations-Video. Andreas Fötschl, der Trainer des Regionalligisten, findet die neuen Bestimmungen überwiegend positiv: "Sehr gut ist, dass Spielverzögerungen eingedämmt werden. Bei Auswechslungen wurde das bisher sehr strapaziert, das sollte sich nun ändern."

Das wird alles neu:

Abstoß

Bisher musste der Ball beim Abstoß aus dem Strafraum herausgespielt werden. In Zukunft kann er auch innerhalb des 16ers ins Spiel gebracht werden. "Es wird interessant bei extrem spielstarken Mannschaften wie dem FC Barcelona, wie sie das künftig machen", freut sich Fötschl. Weil die gegnerischen Spieler sich bei der Ausführung außerhalb des Strafraums aufhalten müssen, wird sich im Pressing-Verhalten manches ändern.

Auswechslung

Der ausgewechselte Spieler muss das Feld über die nächstgelegene Linie verlassen. Bisher musste er zur Mittellinie auf der Seite der Ersatzbank - der Weg dorthin wurde oft nach Belieben ausgedehnt, wenn eine Führung über die Zeit zu bringen war. "Extrem positiv, weil das Zeitschinden bei den Wechseln immer ärger geworden ist", meint Andreas Fötschl.

Freistoßmauer

Spieler der angreifenden Mannschaft müssen einen Abstand von mindestens einem Meter zu einer Freistoßmauer halten, wenn diese aus drei oder mehr Spielern besteht. Das Gerangel und Gezerre in und um die Mauer gehört der Vergangenheit an.

Nachträgliche Gelbe und Rote Karte

Will ein Schiedsrichter eine Karte zeigen, ist der Ball nun nicht mehr gesperrt. Ein Freistoß kann trotzdem schnell abgespielt werden. Der Referee kann die Karte auch erst in der nächsten Unterbrechung zeigen.

Karten für Trainer und Betreuer

Auch Trainer und andere Offizielle auf der Bank können nun Gelbe oder Rote Karten erhalten. Pikant: Kann der Schiedsrichter nicht ermitteln, wer ihn zum Beispiel beleidigt hat, wird der Trainer - als "Chef" des Ersatzbankbereichs - stellvertretend bestraft. Auch deshalb sieht Fötschl diese Neuerung skeptisch: "Wenn meine Co-Trainer mich loshaben wollen, werden sie reklamieren", scherzt er.

Handspiel

Der heikelste Punkt in den neuen Regeln. Auch ein unabsichtliches Handspiel kann nun bestraft werden. In jedem Fall auf Hand zu entscheiden ist, wenn daraus ein Tor fällt oder der Ball den Arm über Schulterhöhe trifft. Sonst gilt: Handspiel ist dann, wenn sich h der Arm "in einer unnatürlichen Position" befindet oder "die Körperfläche vergrößert" wird. Springt der Ball von einem anderen Körperteil unabsichtlich an Hand oder Arm, liegt kein Handspiel vor. Auch wenn der Arm am Boden zum Abstützen eingesetzt wird und dabei vom Ball getroffen wird, wird weitergespielt.

Schiedsrichter wird getroffen

Der Spielleiter ist nicht mehr "Luft". Wird er getroffen und es entsteht dadurch ein Angriff oder der Ball kommt zur anderen Mannschaft, gibt es Schiedsrichterball.

Schiedsrichterball

Nur noch ein Spieler darf bei Fortsetzung mit Schiedsrichterball beim Ball stehen, alle anderen müssen vier Meter Abstand halten.

Elfmeter

Der Torhüter muss nur noch mit einem statt mit zwei Füßen die Torlinie berühren.

Aufgerufen am 25.08.2019 um 01:00 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/video-fussball-so-funktionieren-die-neuen-fussballregeln-73646059

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