Bundesliga

WSG Tirol startet Mission Ligaverbleib ohne Cheftrainer

Ohne seinen verunfallten Trainer Thomas Silberberger bestreitet WSG Tirol den Neustart nach der Corona-Pause. Mit dem SKN St. Pölten kommt am Dienstag (18.30 Uhr) zum Auftakt der Qualifikationsgruppe gleich ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Dessen Trainer Robert Ibertsberger feiert im Geisterspiel am Tivoli sein Debüt.

Silberberger fällt als Trainer - zumindest an der Seitenlinie - aus SN/APA (EXPA/Rinderer)/EXPA/PETER R
Silberberger fällt als Trainer - zumindest an der Seitenlinie - aus

Bei den Tirolern rückte am Montag das Sportliche in den Hintergrund, als bekannt wurde, dass sich Silberberger bei einem Motorradunfall am Tag zuvor eine offene Unterschenkelfraktur gezogen hat. Co-Trainer Martin Svejnoha übernimmt bis auf Weiteres, Silberberger muss am Dienstag erneut operiert werden. "Jetzt rücken wir noch näher zusammen", erklärte Sportdirektor Stefan Köck. Die Mannschaft wurde Pfingstmontag über den Vorfall informiert. Köck: "Das sind alles großartige Profis. Die wollen gewinnen - ob mit oder ohne Silbi." Kapitän Ferdinand Oswald kündigte an: "Jetzt gewinnen wir für unseren Trainer."

Mit einem Sieg würden die Tiroler den Tabellenletzten auf vier Zähler distanzieren. Bei umgekehrtem Ausgang droht ein Rollentausch. Ibertsberger betonte die Wichtigkeit eines guten Starts. "Wir benötigen ein positives Ergebnis, um Selbstvertrauen aufzubauen für die nächsten Runden. Denn das werden wir brauchen." Dass es, anders als in der 2. Liga, noch um den Abstieg geht, ist Ibertsberger "eigentlich sogar lieber, weil es so noch um richtig viel geht".

Außerdem sei der Sprung nach vorne schnell möglich, sein Ex-Club und Gruppen-Leader Austria ist nur vier Punkte voran. Zunächst aber ist Ibertsberger auf Konsolidierung aus, 54 Gegentreffer in 22 Runden haben ihn beeindruckt. "Es sind bis dato zu viele Gegentore passiert, es gilt ganz klar die Defensive zu stabilisieren." Gelingen soll dies mit "möglichst wenig Risiko, es geht um zu viel" und dem Wissen, dass in den nächsten Wochen "Kampfspiele" zu bestreiten sind.

Silberberger bezeichnete den SKN im sonntags publizierten Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" als "die große Unbekannte" in der Gruppe. Diesen Vorteil will Ibertsberger nutzen. "Vielleicht sieht die Grundordnung auswärts anders als zuhause aus. Die Defensivreihe wird jetzt aber einmal so bleiben." Personelle Änderungen wird es geben. Michael Ambichl etwa, der unter Vorgänger Alexander Schmidt abgemeldet war, stand beim Test gegen den LASK (0:0) in der Startformation. Dominik Hofbauer ist gesperrt und machte wie der angeschlagene Martin Rasner die Busreise am Montag zum Hotel in Mils (Bezirk Imst) nicht mit.

Das bisher letzte Duell endete am 9. November mit dem bisher höchsten SKN-Sieg (5:1) in der Bundesliga. Seitdem sind die Niederösterreicher acht Spiele sieglos, unmittelbar vor dem Corona-Stopp folgte der Trainerwechsel. Für die WSG lief es vor der Zwangspause mit drei ungeschlagenen Spielen (zwei Siege) en suite besser.

"Sie sind ein robuster Gegner, der nicht viel quer spielt, sondern gleich mal mit langen Bällen agiert und dann die Tiefe attackiert", sagte Ibertsberger über die Tiroler. "Mit Maierhofer haben sie Mentalität reingebracht, um enge Spiele für sich zu entscheiden." Der angesprochene "Major" verriss sich unlängst das Kreuz, soll aber spielen können. Die Schlüsselkräfte Lukas Grgic (Blinddarm-OP) und Ione Cabrera (Wade) werden aber fehlen.

Quelle: APA

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