Bundesliga

WSG Tirol vor "ultimativem Endspiel" gegen Rapid

Noch 90 Minuten fehlen zum Glücksmoment mit Planungsgarantie. So sieht Thomas Silberberger die Ausgangssituation seiner WSG Tirol vor dem Showdown in der Fußball-Bundesliga zuhause gegen Rapid am Sonntag (17.00). Als Tabellensechster haben die Tiroler den Einzug in die Meistergruppe selbst auf dem Fuß. Gewinnt Verfolger Hartberg gegen St. Pölten nicht, würde auch eine Niederlage den Coup des Jahres nicht gefährden.

Auf Thomas Silberberger und die WSG wartet ein Endspiel gegen Rapid SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Auf Thomas Silberberger und die WSG wartet ein Endspiel gegen Rapid

"Wir haben jetzt das ultimative Endspiel. Darauf freuen wir uns", sagte Thomas Silberberger. "Dieses Spiel ist für den Verein von existenzieller Bedeutung. Mit dem Einzug in die Meisterrunde würden wir uns drei bis vier Monate Zeit ersparen. Im letzten Jahr haben wir binnen drei Wochen eine Mannschaft hinklatschen müssen", sagte der Langzeittrainer der Tiroler (seit 2013).

Er erinnerte damit an die Planungsunsicherheit, als Wattens zwar sportlich aus der Bundesliga abstiegen war, wegen des Konkurses des SV Mattersburg aber die Liga halten durfte. Der Kunde ging wochenlanges Rätselraten voraus. Nun winkt also der vorzeitige Klassenerhalt im März.

Der Sensationsstory jagten die in dieser Saison auch spielerisch überzeugenden Kristall-Kicker schon länger hinterher. Doch sechs sieglose Spiele in Serie bremsten die Euphorie, ein furioses 5:3 in Wolfsberg hielt zuletzt die Meistergruppen-Türe offen. "Wir haben das Spiel in Wolfsberg als Endspiel tituliert, damit Druck aufgebaut. Diesen Druck wollen wir auch gegen Rapid halten", sagte Silberberger.

Wie man Rapid schlägt, hat die WSG beim 3:0 in Wien am 13. Dezember vorexerziert. Rapid sei seitdem aber, so des Trainers Vermutung, "eine Klasse stärker" geworden. "Rapid ist neben Red Bull Salzburg die beste Mannschaft in Österreich. Was das Positionsspiel angeht vermutlich sogar die beste", sagte Silberberger.

Dennoch bestreite er die Partie lieber gegen Rapid als gegen einen Verein der unteren Tabellenhälfte, erzählte Silberberger. Denn gegen Rapid wisse jeder Spieler, dass ohne hundertprozentigen Einsatz nichts gehe. Zudem kommen die Wiener ins Tivoli, "um Fußball zu spielen", was seinem Team entgegenkomme.

Zwar will Silberberger "mit einem Auge auch auf die anderen Plätze schauen", doch unabhängig davon zunächst auf Sieg spielen lassen. "Auf Ausrutscher der anderen zu hoffen ist nicht meins." Personell können die Tiroler aus dem Vollen schöpfen, David Schnegg kehrt nach seiner Gelbsperre zurück.

Rapid ist auswärts seit drei Spielen sieglos, was am Zugang von Dietmar Kühbauer nichts ändert. "Wir wollen in jedem Spiel als Sieger vom Platz gehen. Das ist auch diesmal unser Ziel." Dafür sah Kühbauer eine ungleich stärkere Leistung als beim 0:3 als Bedingung. Denn Wattens zeige einen wirklich guten Fußball. "Es wird ein gutes Spiel werden, weil beide Teams versuchen, Fußball zu spielen."

Die Hütteldorfer könnten bei Anpfiff bereits wissen, dass sie als Zweiter in die zehn Spiele umfassende Meisterrunde gehen. Oder zur Erreichung des Etappenziels punkten müssen. Der zwei Punkte zurückliegende LASK empfängt schon am Samstag Tabellenführer Salzburg.

Dass Rapid diverse Teamspieler stellt, darunter Maximilian Ullmann, Dejan Ljubicic, Ercan Kara und Yussuf Demir für das ÖFB-Team, bezeichnete Kühbauer als zweischneidige Angelegenheit. "Es freut mich für die Burschen, dass sie dabei sind. Das ist eine Bestätigung ihrer Leistung. Andererseits haben wir nächsten Woche bestenfalls zwölf Spieler im Training." Rapid hat in den jüngsten zehn Runden nur gegen Salzburg (2:4) verloren. Zuletzt leisteten die Wiener mit einem klaren 4:0 gegen Hartberg gewissermaßen schon Tiroler Schützenhilfe.

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