Fußball

Bundesligisten lieferten in Übertrittszeit kaum Schlagzeilen

Österreichs Fußball-Bundesligisten haben in der Dienstagmitternacht endenden Winterübertrittszeit für wenige Schlagzeilen sorgt. Zurückhaltung beherrschte das Geschehen. Umtriebig war St. Pölten, das sechs Neue präsentierte und sich von sieben Profis trennte. Der Aufsteiger holte auch Ümit Korkmaz zurück in die Liga. Einen prominenten Zugang tätigte Nachzügler Mattersburg mit Stefan Maierhofer.

Mattersburg holte mit Maierhofer eine schillernde Verstärkung.  SN/APA (Archiv/EXPA)/EXPA/MICHAEL G
Mattersburg holte mit Maierhofer eine schillernde Verstärkung.

Meister Salzburg ließ Talent Dayot Upamecano zu RB Leipzig ziehen. Für Frankreichs Nachwuchs-Teamverteidiger sollen die Bullen 12 Millionen Euro erhalten haben. Ersatz für den 18-Jährigen kam nicht. Kaderreduktion war in erster Linie angesagt, Yordy Reyna (Vancouver) und Reinhold Yabo (Bielefeld/Leihe) verließen die Bullen.

Trainer Oscar Garcia meinte nach dem Trainingscamp in Dubai dennoch: "Unser Kader ist nach wie vor sehr groß, ich würde gern mit etwas weniger Spielern trainieren." Auf der Zielgerade der Transferperiode tat sich beim Champion aber vorerst nichts. Der von Altach zurückbeorderte Dimitri Oberlin blieb ebenfalls in Wals-Siezenheim wie der ob seiner Rolle als Ersatzmann unzufriedene ÖFB-Teamspieler Stefan Stangl.

Den Kader verkleinern wollte auch Rapid. Der neue Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel hatte dabei nur mäßig Erfolg. Einzig das bei den Ultras als "Persona non grata" geltende Stürmertalent Maximilian Entrup wurde vom Tabellenfünften an St. Pölten verliehen, Tormann-Talent Paul Gartler ging leihweise nach Kapfenberg. Nicht mehr tätig werden musste Rapid auf der Innenverteidiger-Position, nachdem sich die Verletzung von Max Hofmann als nicht gravierend erwiesen hatte.

Stadtrivale Austria jubelte indes über den Verbleib von Alexander Grünwald, der seinen auslaufenden Vertrag bis 2021 verlängerte. Auch mit Tarkan Serbest wurde langfristig verlängert. Außerhalb Europas fand Richard Windbichler eine neue Herausforderung: Der Verteidiger unterschrieb bei Ulsan in Südkorea. Austrias Werben um Admiras Christoph Monschein blieb erfolglos, der Stürmer vorerst bis Sommer in der Südstadt.

Die Kassa auffüllen konnte Sturm Graz. Wie sich die Abgänge der Stützen Uros Matic (FC Kopenhagen/um kolportierte 3 Mio. Euro) und Bright Edomwonyi (Rizespor/1 Mio.) auswirken, bleibt abzuwarten. Die Steirer vermeldeten erst in der Vorwoche Ersatz. Aus Norwegen kam Mittelfeldmann Martin Ovenstad, aus der Schweiz Ex-Lustenau-Angreifer Seifedin Chabbi. Dazu lieh Sturm Offensivmann Baris Atik vom deutschen Bundesligisten Hoffenheim aus.

Überraschungs-Winterkönig Altach kam der beste Torschütze abhanden. Salzburg rief den ins Ländle verliehenen Oberlin (9 Tore) zurück. Ansonsten wurde die Erfolgstruppe aus dem Herbst mit Ausnahme des zu Mattersburg gewechselte Cesar Ortiz gehalten. Wichtigste Personalentscheidung bei den Vorarlbergern war sowieso die Bestellung von Trainer Martin Scherb einen Tag vor Weihnachten.

Der Niederösterreicher war einer von drei Trainern, die um die Jahreswende präsentiert wurden. Bei der am Transfermarkt nicht aktiven Admira übernahm der Kroate Damir Buric den Posten von Oliver Lederer, bei Mattersburg beerbte Gerald Baumgartner schon wenig überraschender Ivica Vastic.

Unter Baumgartner besserte Mattersburg nach. Aufsehen erregte vor allem die Verpflichtung von Stefan Maierhofer. Der 34-jährige Ex-Teamstürmer war seit Sommer ohne Arbeitgeber. Von Salzburg liehen die Burgenländer außerdem Flügelspieler David Atanga aus, aus Altach kam der routinierte Innenverteidiger Ortiz. Mit dem Trio im Talon soll der Klassenverbleib geschafft werden.

Beim SKN St. Pölten - als Neunter vier Zähler vor Mattersburg - gab es reges Treiben. Mit Flügelspieler Cheikhou Dieng kehrte ein Erfolgsgarant der Aufstiegssaison leihweise aus Istanbul zu den Wölfen zurück. Der Senegalese bestritt aber noch kein Mannschaftstraining, nachdem er sich wegen bürokratischen Problemen bis zuletzt in der Türkei befunden hatte.

Unbefriedigend war die Situation bei St. Pölten nach dem Aufreger der Vorbereitungszeit auch in der Sturmreihe. Die Testspiel-Rauferei zwischen Daniel Segovia und Alhassane Keita blieb wenig ruhmreich im Gedächtnis. Tage später trennte sich der Verein vom Duo und war fortan auf der Suche nach einem Angreifer.

Immerhin verpflichteten die Niederösterreicher, die den zuvor interimistisch als Chefcoach arbeitenden Jochen Fallmann im Amt bestätigten, Ex-Teamspieler Ümit Korkmaz. Der 31-Jährige war nach Auflösung seines Vertrags in der Türkei vereinslos. Die Abwehr soll der Senegalese Babacar Diallo stabilisieren.

Quelle: APA

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