Fußball

Der FC Bayern holt zum Schlag gegen Red Bull aus

Der deutsche Rekordmeister hat ein Auge auf Ex-Geschäftsführer Jochen Sauer und Nachwuchsleiter Ernst Tanner geworfen.

Ernst Tanner (l.) und Jochen Sauer (r.), hier mit Ralf Rangnick, sollen im Doppelpack zum FC Bayern gehen.  SN/GEPA pictures
Ernst Tanner (l.) und Jochen Sauer (r.), hier mit Ralf Rangnick, sollen im Doppelpack zum FC Bayern gehen.

Dass ein Toptalent wie zuletzt Dayot Upamecano (18), der am Freitag von Red Bull Salzburg zu RB Leipzig wechselte, dem deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München entgeht, das sollen in Zukunft zwei Red-Bull-Talentescouts verhindern. Ernst Tanner, der Leiter der Nachwuchsabteilung bei Red Bull Salzburg, und Jochen Sauer, der seinen Kontrakt als Geschäftsführer beim österreichischen Meister schon vor dem Jahreswechsel überraschend aufgelöst hat, sollen das Interesse der Münchner geweckt haben.

Sport 1 meldete am Sonntag, dass der aus Teisendorf (Bayern) stammende Tanner, der Upamecano 2015 den Bayern wegschnappte, und Sauer für den Nachwuchsbereich verpflichten wollen. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte zuletzt die Arbeit im Nachwuchsbereich für nicht gut befunden. Dann weiß man, dass Änderungen vorgenommen werden. Nach Sport-1-Informationen spielt Deutschlands größter Talentspäher in den Überlegungen eine große Rolle: Tanner gilt als Kandidat für den Posten des Sportlichen Leiters des Nachwuchsleistungszentrums. Für die Bayern war er schon vor seiner Salzburger Zeit kein Unbekannter, Tanner leitete jahrelang erfolgreich die Jugendabteilung bei 1860 München und entdeckte Talente wie Julian Baumgartlinger, Sven und Lars Bender oder Kevin Volland.

Tanner soll nicht der einzige Coup sein. Wie Sport 1 erfuhr, denken die Münchner über eine Doppelspitze nach. Zweiter starker Mann neben Tanner soll Sauer werden, der bis Dezember Geschäftsführer bei RB Salzburg gewesen ist.

Indirekt holen die Bayern mit ihrem Interesse an Tanner und Sauer auch zum Schlag gegen RB Leipzig, den Schwesterclub der Salzburger, aus. Dabei steigen die Leipziger gerade in der Beliebtheitsskala. Laut einer Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmens Nielsen Sports zu den Lieblingsvereinen in der deutschen Bundesliga gewann der von vielen Traditionalisten oft mit Argwohn betrachtete RB Leipzig an Sympathie. Seit dem Beginn der Saison stiegen die Werte der Truppe von Ralph Hasenhüttl um elf Prozentpunkte auf 41 Prozent. Im Osten Deutschlands ist der Tabellenzweite der drittbeliebteste Club hinter Bayern und Dortmund.

Tabellenführer Bayern bleibt der Lieblingsverein der meisten Fans in Deutschland. 25,6 Prozent der Befragten im Alter zwischen 14 und 59 Jahren nannten den deutschen Rekordmeister. Auf Platz zwei folgt Borussia Dortmund. Die Leipziger konnten ihren Wert seit einer Umfrage im August 2016 auf 3,9 Prozent verdoppeln. Im Osten Deutschlands kommt der im Mai 2009 erst gegründete Club bereits auf 15 Prozent. Und nach einer sensationell verlaufenen Herbstsaison sehen 63 Prozent der Befragten Leipzig auch als Bereicherung für die Liga.

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