Fußball

DFB-Sportgericht sperrt Dortmunds Südtribüne für ein Spiel

Das DFB-Sportgericht hat Borussia Dortmund zur Sperrung der Südtribüne für ein Bundesliga-Spiel und zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Zuvor hatte der Fußball-Bundesligist am Montag einem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses nach den Verfehlungen seiner Fans in der Partie gegen RB Leipzig zugestimmt. Inkrafttreten wird die Sperre am Samstag gegen Wolfsburg.

Die Grenzen des guten Geschmacks wurden ganz klar überschritten.  SN/APA (dpa)/Ina Fassbender
Die Grenzen des guten Geschmacks wurden ganz klar überschritten.

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte bereits vor der Entscheidung des Sportgerichts die drohende Sperrung als "Drama" bezeichnet. "Wir sprechen von der Tribüne in Europa und vielleicht auf der Welt schlechthin, einem ganz besonderen Ort des Fußballs, der eine besondere Symbolkraft hat", sagte Tuchel einem Bericht der "Funke Mediengruppe" zufolge. Die Gelbe Wand im Signal-Iduna-Park gilt als größte Stehplatztribüne der Welt und fasst rund 24.500 Zuschauer.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte wegen des massiven Fehlverhaltens der Dortmunder Fans im Spiel gegen Leipzig die Sperrung beantragt. Der Club akzeptierte die beantragte Strafe. Dortmund hat laut Sportdirektor Michael Zorc mit der Zustimmung der verhängten Strafe "noch einmal ein klares Statement" abgeben wollen. Der BVB verurteile "in jeder Form" die Geschehnisse.

Zorc betonte aber auch, dass der BVB das Strafmaß "als sehr hart" empfinde. "Wir haben hier eine Kollektivstrafe, obwohl die große Mehrzahl der Fans auf der Südtribüne, die sich nichts zuschulden kommen ließen, benachteiligt und mitbestraft wird", sagte Zorc. Trotzdem sei es geboten, der Strafe zuzustimmen "und keine kleinteilige Diskussion über Verhältnismäßigkeit zu führen".

Beim 1:0 gegen die Sachsen am 4. Februar waren zahlreiche beleidigende Transparente zu sehen gewesen und Schmährufe erfolgt. Gäste-Fans, darunter auch Frauen und Kinder, waren im Umfeld der Dortmunder Arena darüber hinaus mit Gegenständen beworfen worden. Auf die Vorfälle außerhalb des Stadions hat die DFB-Sportgerichtsbarkeit nach eigenen Angaben jedoch keinen Zugriff.

Quelle: Apa/Dpa

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