Fußball

Die Serben haben genug von den Skandalen

Randale, Jagdszenen und eine Drohne: Österreichs Gegner in der WM-Qualifikation lieferte in den vergangenen Jahren unrühmliche Schlagzeilen.

Die Serben haben genug von den Skandalen SN/gepa
Beim Skandalmatch gegen Albanien wurden Serbiens Spieler (in Rot) handgreiflich.

Skandale, Eklats und Gewalt: Serbien, am Sonntag Gegner Österreichs in der WM-Qualifikation, hat im Fußball in den letzten Jahren nicht unbedingt positive Schlagzeilen geschrieben. Dabei lag es am allerwenigsten an den Spielern selbst. Für die WM 2010 gelang - in einer Gruppe mit Österreich - zuletzt die Qualifikation für ein Großereignis. Bei der Endrunde in Südafrika schlugen die Serben zwar Deutschland mit 1:0, schieden aber trotzdem als Gruppenletzter aus.

Seither sind die Serben nur noch bei den Fußballgerichten Stammgäste. Die Skandalchronik:

2010 randalierten serbische Fans beim Auswärtsspiel der EM-Qualifikation gegen Italien in Genua im Stadion und davor. Das Spiel musste abgebrochen werden und wurde mit 3:0 für Italien gewertet.
2013 mussten die politisch brisanten WM-Qualifikationsduelle gegen Kroatien vorsorglich ohne Gästefans stattfinden. Serbien scheiterte knapp.

2014 folgten im Spiel gegen Albanien die unrühmlichen Szenen mit einer Fahne, die an einer Drohne hängend ins Partizan-Stadion von Belgrad schwebte. Nach Jagdszenen auf dem Platz und auf der Tribüne wurde das Spiel abgebrochen. Beide Verbände wurden hart bestraft, Serbien musste zwei Geisterspiele austragen und bekam zudem Punkte abgezogen.

Auch sportlich herrschte in den letzten Jahren Unruhe. Nach zahlreichen Teamchef-Wechseln hat mit Slavoljub Muslin ein Altmeister mit viel Erfahrung (er trainierte 18 Clubs in neun Ländern) das Zepter übernommen. Er holte zwei hochveranlagte, aber umstrittene Kicker ins Team zurück: Nemanja Gudelj (Ajax Amsterdam) und Dusan Tadic (Southampton, wo er im Vorjahr mit dem Ex-Salzburger Sadio Mané eine starke Flügelzange bildete) stellen zusammen mit Filip Kostic vom Hamburger SV ein Offensivtrio, vor dem ÖFB-Teamchef Marcel Koller seine Spieler sicher warnen wird.

Tadic erzielte beim 3:0 auswärts gegen Moldawien am Donnerstag sein viertes Länderspieltor in den letzten fünf Begegnungen und sagte: "Das war ein guter Testlauf für das Spiel am Sonntag gegen Österreich. Sie werden sicher ein stärkerer Gegner sein, aber wir können auf die Unterstützung unserer Fans zählen."

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