Fußball

Duell Rapid gegen Salzburg als Chance auf Wiedergutmachung

Drei Tage nach der Europa-League-Heimniederlage bietet sich für Rapid im Schlager der sechsten Fußball-Bundesliga-Runde gegen Red Bull Salzburg am Sonntag die Chance zur Wiedergutmachung. Die Bullen kehren mit einem schweren Rückschlag nach dem neuerlichen Verpassen der Champions League in den Ligaalltag zurück. Austria Wien setzt indes gegen Schlusslicht SV Ried erneut auf Rotation.

Duell Rapid gegen Salzburg als Chance auf Wiedergutmachung SN/APA (Archiv)/GEORG HOCHMUTH
Rapid-Trainer Büskens erwartet "hochemotionale" Partie.

Dass seine Mannschaft dadurch leicht zu favorisieren sei, stellte Rapid-Trainer Mike Büskens in Abrede. "Es geht nicht darum, ob wir Favorit sind oder nicht, sondern darum, die Basics abzurufen. Das ist der Grundstock für eine gute Leistung", betonte der Deutsche. Man sei allein schon aufgrund des starken Auftritts der Salzburger gegen Dinamo Zagreb in der ersten Hälfte gewarnt, so Büskens. "Sie haben junge Spieler, die über ein hohes Laufvermögen verfügen. Sie haben nicht so viel Routine, aber viel Elan in der Mannschaft. Wenn man sie loslässt, sind sie in der Lage, früh zu pressen", erklärte der 48-Jährige.

Büskens blickt jedoch lieber auf die eigene Mannschaft. "Wichtiger wird sein, wie wir uns präsentieren, wie kompakt wir sind und wie wir in den Zweikämpfen agieren." Der frühere Schalke-Profi erwartet eine nach eigenen Angaben "hochemotionale" Partie. "Es wird eine bombastische Stimmung sein. Wir werden versuchen, alles reinzuhauen gegen einen Gegner, der fußballerisch sehr gut aufgestellt ist und es sich erlauben kann, Nationalspieler auf der Bank oder Tribüne zu lassen."

Rapid liegt derzeit aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den punktegleichen Salzburgern auf Platz drei, der Rückstand der beiden Titelanwärter auf Spitzenreiter Sturm Graz betrug vor der sechsten Runde je zwei Punkte. Angesichts dieser Konstellation prophezeite Büskens: "Wir werden am Sonntag weder die Meisterschaft gewinnen noch verlieren." Dem Publikumsinteresse tut dies keinen Abbruch - rund 25.000 Zuschauer werden in der neuen Arena erwartet.

Rapid wartet seit vier Heimspielen gegen die Mozartstädter auf einen vollen Erfolg. Der bisher letzte Sieg über den Titelverteidiger vor eigenem Publikum gelang am 26. April 2014 (2:1) im mittlerweile abgerissenen Hanappi-Stadion.

Nach dem Erreichen des internationalen Saisonziels mit dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League steht die Wiener Austria in der Bundesliga vor einem Pflichtsieg. In Ried wollen die Schützlinge von Coach Thorsten Fink am Sonntag ihren jüngsten Erfolgslauf fortsetzen. Müdigkeit ist nicht wirklich ein Thema, da bei den Wienern wieder stark rotiert wird.

"Ich möchte keine verletzten Spieler und einen Kader, wo alle merken, wir sind ein Team, wir werden alle gebraucht", sprach Fink Klartext. Die Spieler aus der zweiten Reihe werden daher zu einem Großteil am Sonntag wieder ins erste Glied rücken - beim 3:1-Heimerfolg gegen Altach hatte diese starke Rotation zuletzt perfekt geklappt.

"Für uns ist es ein sehr wichtiges Spiel, das wir auch gewinnen müssen. Es kann deshalb sein, dass wir sechs, sieben Spieler wechseln, die dann die Kohlen aus dem Feuer reißen müssen", sagte Austrias Coach. Durch die sechs internationalen Spiele im Herbst dürfte Rotation bis zum Jahresende bei den Wienern Programm sein. "Es kann durchaus sein, dass eine Mannschaft häufiger in der Meisterschaft zusammenspielt und die andere in der Europa League spielt", erklärte Fink.

Die Austria feierte zuletzt drei Pflichtspielsiege in Folge. "Das gibt Selbstvertrauen, Kraft, Energie, Zusammenhalt. Das ist alles sehr wichtig für das Team", betonte der Trainer nach dem 2:1 in Trondheim. In der Liga konnten drei der jüngsten vier Auswärtspartien gewonnen werden. "Wenn du am Sonntag verlierst, dann ist aber gleich wieder alles anders, es geht schnell", weiß Fink. Um das zu verhindern, gelte es nach der Europacup-Reise schnell wieder die Spannung zu finden.

Die Rieder hoffen auf eine ähnliche Überraschung gegen die Austria wie beim 4:2-Heimerfolg am 29. November 2015. Dafür muss eine Serie von drei Niederlagen hintereinander beendet werden. "Man muss sich das Glück erarbeiten, es erzwingen, das will ich am Sonntag auch von der Mannschaft sehen, dass sie alles tut, um zu gewinnen", forderte Ried-Trainer Christian Benbennek.

Das ist auch für den 43-jährigen Neo-Trainer selbst wichtig, ist der Saisonstart mit nur einem Sieg und einem Tor in fünf Spielen doch völlig misslungen. "Ich will die Mannschaft nicht mit negativem Druck belasten. Ich sage nicht, dass sie gewinnen muss, sondern sie soll gewinnen wollen und nicht mit Angst reingehen", erläuterte Benbennek.

Verzichten muss er nur auf Gernot Trauner und Marvin Egho. Thomas Fröschl kommt mit seiner Gesichtsmaske gut zurecht und ist daher genauso im Kader wie Peter Zulj, der nach überstandener Mittelfußprellung wieder mittrainieren konnte. Auf den Spieler, der Rieds letztes Tor gegen die Austria erzielt hat, können die Innviertler nicht bauen: Petar Filipovic kommt am Sonntag als Gegner nach Oberösterreich.

Quelle: APA

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