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Euro 2020

Chile legte Beschwerde gegen WM-Quali Ecuadors ein

Chiles Fußballverband (ANFP) klammert sich nach der verpassten WM-Qualifikation an einen juristischen Strohhalm. Wegen Zweifeln an der Herkunft des ecuadorianischen Nationalspielers Byron Castillo hat der ANFP Beschwerde beim Weltverband FIFA eingelegt. Einem Medienbericht der "New York Times" zufolge wollen die Chilenen damit erreichen, dass sie den Platz Ecuadors bei der WM-Endrunde in Katar übernehmen.

Byron Castillo (vorne) ist laut Chile gar kein Ecuadorianer SN/APA/AFP/POOL/FRANKLIN JACOME
Byron Castillo (vorne) ist laut Chile gar kein Ecuadorianer

Castillo, Rechtsverteidiger von Barcelona SC Guayaquil, soll falsche Angaben über seinen Geburtsort und sein Geburtsdatum gemacht haben, teilte der ANFP am Donnerstag mit. So sei Castillo in Kolumbien zur Welt gekommen und nicht in Ecuador. Außerdem sei er in Wirklichkeit drei Jahre älter als angegeben. Der Weltverband FIFA bestätigte auf Anfrage, dass eine formelle Beschwerde Chiles eingegangen sei und gab keine weiteren Kommentare ab.

Sollte sich der Vorwurf der Chilenen verhärten, könnte dies sogar Auswirkungen auf die WM haben. Die Beschwerde soll darauf abzielen, dass die FIFA die acht Qualifikationsspiele, an denen Castillo beteiligt war, als Siege für die jeweiligen Gegner Ecuadors wertet. Damit könnte Ecuador seinen Platz für die Weltmeisterschaft verlieren und Chile nachrücken.

"Schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei der Registrierung von Spielern sind nicht akzeptabel, vor allem wenn es um eine Weltmeisterschaft geht", hieß es in der Mitteilung des chilenischen Verbandes. "Auf und neben dem Spielfeld muss Fairplay herrschen."

Um die tatsächliche Herkunft von Castillo wird seit Jahren debattiert. Im vergangenen Jahr ordnete die ecuadorianische Justiz schließlich an, dass Castillo eine neue Geburtsurkunde mit Geburtsort in Ecuador ausgestellt wird. Erst danach wurde er in den Kader für die Qualifikationsspiele für die WM in Katar berufen. "Bei internationalen Wettbewerben dürfen wir kein Risiko eingehen", sagte damals der Vizepräsident des ecuadorianischen Fußballverbandes, Carlos Manzur.

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