Fußball

Fernduell zwischen Bayern und Leipzig um Tabellenspitze

Am Mittwoch steigt in der deutschen Fußball-Bundesliga zwischen Bayern München und RB Leipzig das Duell um Platz eins während der Weihnachtspause. Am Wochenende wird geklärt, wer als Tabellenführer in den Schlager geht. Die Bayern verteidigen bei Schlusslicht Darmstadt die Spitzenposition, der punktegleiche Verfolger Leipzig kann am Vortag im neuen Ost-Duell gegen Hertha BSC Berlin vorlegen.

Ralph Hasenhüttl will mit seinen Leipzigern wieder an die Spitze.  SN/APA (AFP)/PATRIK STOLLARZ
Ralph Hasenhüttl will mit seinen Leipzigern wieder an die Spitze.

In der Red-Bull-Arena kommt es zum ersten Vergleich zwischen Leipzig und Hertha im Oberhaus. Und es wird ein echter Kracher zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellendritten aus Berlin. Ausverkauft ist das Stadion, knapp 4.500 Hertha-Fans reisen mit ins rund 150 km Luftlinie entfernte Leipzig. Von einem Derby für den ostdeutschen Fußball ist aber keine Rede. "Nee. In der Region ist der VfL Wolfsburg der nächste Club mit 57 Minuten mit der Bahn, danach kommt Leipzig, das ist relativ nah zu erreichen", sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Hier das vom Steirer Ralph Hasenhüttl trainierte RB Leipzig, der oft kritisierte Emporkömmling, der die Liga mit seiner jungen Mannschaft mit den ÖFB-Teamspielern Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker aufmischt. Da die "Alte Dame" aus Berlin, einer der sogenannten Traditionsvereine, gegründet 1892 und damit rund 117 Jahre vor dem Verein aus Leipzig. Für Preetz spielen RB und Hertha nicht um die Vorherrschaft in der Region: "Es geht um drei Punkte, um nichts mehr."

"Wir wollen sehen, wo wir stehen und wie wir uns auch gegen Spitzenteams behaupten können", sagte Hasenhüttl vor dem Schlagerspiel. "Wir wissen, wo wir herkommen, haben Demut, aber auch viel Mut und Selbstvertrauen, um die letzten Aufgaben des Jahres anzugehen und hoffentlich erfolgreich zu gestalten." Zu Hause hält Leipzig nach sechs Partien bei fünf Siegen und einem Remis.

Ein Pflichtsieg gegen Darmstadt, eine Machtdemonstration gegen Leipzig und dann bei italienischen Köstlichkeiten mit der Familie Weihnachten feiern - ungefähr so stellt sich Carlo Ancelotti den Jahresausklang als Trainer des FC Bayern vor. "Wir sind an der Spitze der Liga und wollen dort bleiben", sagte Ancelotti. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mahnte bei fcb.tv: "Wir dürfen nicht den Fehler machen, dass der Tabellenführer gegen den Tabellenletzten verliert."

Die Bilanz spricht Bände: Darmstadt hat noch nie gegen Bayern gewonnen, acht Niederlagen steht ein Unentschieden (1:1, 1978/79) gegenüber. Darmstadts Interimstrainer Ramon Berndroth sieht sein Team für das ungleiche Duell mit dem Rekordmeister aber gerüstet. "Es gibt immer eine Chance, wenn wir unsere Aufgabe erfüllen. Jeder will, alle sind mit Leib und Seele mit dabei. Das sind gute Voraussetzungen", sagte der 64-Jährige.

Zwei Clubs am Tabellenende hoffen, dass die Turbulenzen im Verein sich nicht auf dem Rasen niederschlagen. Beim HSV lief es zumindest sportlich zuletzt etwas besser. Trainer Markus Gisdol blieb mit seiner Elf in vier Partien ungeschlagen, holte acht Punkte. Doch das Beben in der Führungsetage mit der Ablösung von Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, der zumindest bis Jahresende als Sportchef weitermachen soll, und dem Amtsantritt von Heribert Bruchhagen wirkt nach. Inständig hofft Gisdol, dass die Konzentration vor der wichtigen Partie in Mainz nicht leidet: "Ich versuche, alles drumherum auszublenden. Ich will mich nicht von Nebenkriegsschauplätzen ablenken lassen."

Ähnlich die Situation beim VfL Wolfsburg. Nach der Trennung von Geschäftsführer Klaus Allofs und dem Wirbel um den wechselwilligen Julian Draxler stehen die Wolfsburger mehr denn je vor einer ungewissen Zukunft und hoffen gegen Eintracht Frankfurt auf die sportliche Trendwende. Gleichwohl scheint sicher, dass Trainer Valerien Ismael in der Winterpause seinen Sessel wieder räumen muss.

Quelle: APA

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