Fußball

Fragezeichen vor Sonntagspartien der Bundesliga-Auftaktrunde

Karl Daxbacher startet mit dem SKN St. Pölten ausgerechnet gegen seinen Herzensverein in das Abenteuer Fußball-Bundesliga. Bei der Oberhaus-Premiere der "Wölfe" geht es am Sonntag (16.30 Uhr/live Sky, ORF eins) gegen die Wiener Austria. Diese hat im Unterschied zu den Niederösterreichern bereits drei Pflichtspiele in den Beinen - und alle davon für sich entschieden. Die Rollen sind klar verteilt.

Fragezeichen vor Sonntagspartien der Bundesliga-Auftaktrunde SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Aufsteiger empfängt die "Veilchen".

"Die Austria hat bisher starke Leistungen gezeigt, sie hat einen Schritt nach vorne gemacht im Vergleich zur Vorsaison", sagte Daxbacher über den Gegner, den er im Heimspiel gegen Kukesi (1:0) beobachtete. In Albanien feierten die Violetten dann am vergangenen Donnerstag einen 4:1-Erfolg. "Das Spiel hat uns vorsichtiger gestimmt", meinte Daxbacher. Dennoch: Verstecken werde sich St. Pölten vor heimischer Kulisse nicht. "Nur hinten reinstellen entspricht nicht meinen Vorstellungen."

Die Rolle des Favoriten nimmt die Austria indes gerne an. Es würde auch entgegen dem Selbstverständnis von Trainer Thorsten Fink sein, dies nicht zu tun. Der Deutsche warnte dennoch vor einem Aufsteiger mit einer Austria-Legende. "Wir spielen gegen eine Mannschaft, bei der sicher positive Stimmung sein wird", betonte Fink.

Der 2000 gegründete SKN St. Pölten erhofft sich beim Heim-Debüt in der Bundesliga ein volles Haus. 8.000 Zuschauer fasst die NV-Arena, zumindest der Gästesektor war bereits Freitag ausverkauft. Zuletzt wurde in Niederösterreichs Landeshauptstadt vor 22 Jahren Erstliga-Kick geboten. Der VSE St. Pölten verlor das letzte Heimspiel gegen die Austria im November 1993 mit 2:3. Das letzte Duell ging mit einem 1:0 im Frühjahr 1994 aber an die Gäste aus Niederösterreich.

Aktuell hat St. Pölten nicht nur das erste Spiel im ÖFB-Cup bei Landesligist Krems mit 2:0 gewonnen, sondern saison- und damit auch ligaübergreifend sieben Siege en suite zu Buche stehen. Die Austria beendete die vergangene Saison indes als beste Auswärtsmannschaft und ist laut ihrem Trainer aktuell auch gut in Schuss. "Aber man muss das erste Spiel jetzt einmal abwarten. Dann kann man sagen, wie weit man ist", meinte Fink.

Für Admira Wacker geht es am Sonntag ins Pappelstadion. Die Südstädter gastieren zum Bundesliga-Auftakt am Sonntag beim SV Mattersburg. Die Euphorie aus der Europa-League-Quali soll mitgenommen werden, die fünf absolvierten Pflichtspiele sieht Trainer Oliver Lederer als Startvorteil. Eine beinahe makellose Vorjahresbilanz gibt weiter Zuversicht, doch der Trainer warnt vor der Qualität des Gegners.

"Ich finde es überraschend, dass Mattersburg als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wird", wunderte sich Lederer. "Sie bringen sehr viel Größe mit, das weiß mittlerweile jeder. Aber mit Perlak, Jano, Seidl gibt es auch unglaubliche Qualität im Kreativbereich." Wie er gedenke dagegenzuhalten? "Indem wir in erster Linie unser Potenzial abrufen. Wir haben eine gute Mannschaft, die sehr weit ist", sagte Lederer.

Über die kurze Vorlaufzeit nach dem Sieg in Baku zerbricht sich der Trainer den Kopf indes nicht. "Ich glaube, es ist jedem Profifußballer zuzumuten, dass er über einen gewissen Zeitraum einer sogenannte Doppelbelastung ausgesetzt ist", sagte Lederer und appellierte: "Bitte nicht zu sehr über Doppelbelastung reden. Man hat uns in Österreich schon in eine Doppelbelastung hineingeschrieben, da haben wir noch nicht mal Meisterschaft gespielt." Man freue sich auf "geile Spiele" in Europa und in der Liga. "Das ist Anreiz genug."

Ivica Vastic hat die ambitionierten Europacup-Auftritte der Niederösterreicher mit Argusaugen verfolgt. Die Admira bezeichnete der Mattersburg-Coach als "kompakte", aber auch "kombinierfreudige" Mannschaft.

In der Vorbereitung legten die Burgenländer besonderen Stellenwert auf Standardsituationen. Trotz des Größenvorteils sei seine Mannschaft in diesem Bereich nämlich zu harmlos gewesen, so Vastic. "Wir müssen unsere eigenen Stärken mehr zur Geltung bringen. Wir haben nun einige exzellente Schützen in unserem Kader und auch die dazugehörigen Abnehmer in der Mitte, daher erwarte ich mir in diesem Bereich schon einen Fortschritt."

Der 50-fache Teamspieler wird zukünftig auch auf Francesco Lovric zählen können. Der mehrfache ÖFB-Nachwuchsteamspieler, zuletzt nach einem Engagement bei VfB Stuttgart II ablösefrei, hatte erst am Mittwoch bei den Burgenländern einen Vertrag bis 2018 mit Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben.

Quelle: APA

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