Herausforderung für den ehrgeizigen Club aus der NÖ-Landeshauptstadt

Fußball: Aufsteiger St. Pölten träumt von Platz im Mittelfeld

Die Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga haben in den vergangenen Jahren fast ausnahmslos für Furore gesorgt.

Fußball: Aufsteiger St. Pölten träumt von Platz im Mittelfeld SN/gepa pictures/ walter luger
St. Pölten-Fan in der NV-Arena – dieser Mann wird beim Ligaauftakt gegen Austria Wien garantiert jede Menge Gesellschaft haben.

Der SKN St. Pölten ist zuversichtlich, diese Tradition fortsetzen zu können.

"Wir wollen die Stimmung nach St. Pölten holen", formulierte Kapitän Lukas Thürauer zudem ein alternatives Saisonziel.

Das Schmuckkästchen NV-Arena soll zumindest gegen die Spitzenvereine zu einem Tollhaus werden.

Das primäre Ziel der St. Pöltner erklärt sich gewissermaßen von selbst. "Wir wollen am Ende der Saison nicht auf dem Abstiegsplatz stehen", sagte Thürauer, der nach seiner Rückkehr von Admira Wacker Mödling seit 2015 für den SKN kickt.

Insgeheim spekulieren die Niederösterreicher aber mit einer sanften Landung im gesicherten Mittelfeld. "Platz fünf oder sechs, das wäre schon ein Erfolg", deklarierte sich Cheftrainer Karl Daxbacher.

"Es ist immer leichter zu überraschen als zu bestätigen", meinte Thürauer. "Die letzten Aufsteiger haben das sehr gut gezeigt, obwohl man das nicht als Maßstab setzen sollte für uns." Tatsächlich wussten Wiener Neustadt (Fünfter 2009/10), Wacker Innsbruck (Sechster 2010/11), Admira Wacker (Dritter 2011/12), Wolfsberg (Fünfter 2012/13), Grödig (Dritter 2013/14) und Altach (Dritter 2014/15) im Oberhaus von Beginn an zu überzeugen. Erst der SV Mattersburg widerlegte als Neunter der vergangenen Saison diesen Trend.

"Bei zehn Mannschaften ist es leichter, wirklich weiter hinaufzukommen", urteilte Daxbacher, der in seinem Kader über den Sommer fünf neue Feldspieler begrüßen durfte. Mit Kai Heerings (Abwehr), Jeroen Lumu (Mittelfeld) und Kevin Luckassen (Angriff) kommen drei davon aus den Niederlanden, dem Geburtsland von Sportdirektor Frenkie Schinkels. Dazu holte St. Pölten mit Daniel Schütz und Christopher Drazan zwei erfahrene Außenspieler.

"Wir haben das Gefühl gehabt, Bundesliga ist eine neue Herausforderung und es müssen Verstärkungen her", erklärte der Trainer. Abgehen wird definitiv die Dynamik von Cheikhou Dieng, der bei Istanbul Basaksehir unterschrieb. Abgeschlossen soll das Einkaufsprogramm noch nicht sein. "Vielleicht kommt der eine oder andere Spieler noch dazu", kündigte Daxbacher an.

Abseits vom sportlichen Erfolg bastelt der SKN gleichzeitig an einem größeren Projekt. "Wir wollen auch schauen, dass wir die Fans ins Stadion locken", erklärte Thürauer. Dahinter steht die Vision von einer umfassenden Fußball-Begeisterung in der Stadt. "Ich glaube, dass wir ein gewisses Potenzial haben. Es ist schon eine Euphorie zu spüren. Da gilt es jetzt, diese so lang wie möglich hoch zu halten", betonte der 28-jährige Mittelfeldspieler.

Die NV-Arena fasst etwa 8.000 Zuschauer. Bei Topspielen gegen Rapid, Austria und Salzburg rechnet der Kapitän mit einem ausverkauften Haus. Insgesamt wäre ein Schnitt von 4.000 bis 4.500 wünschenswert. "Dann haben wir fast eine Verdoppelung zum Vorjahr", so Thürauer, der sich aber auch auf die zwei Auswärtsspiele im neuen Rapid-Stadion besonders freut.

Ein signifikantes Zuschaueraufkommen wäre wohl ein gutes Argument, um weitere Mittel aus den öffentlichen Geldtöpfen des Landes zu erschließen. Das würde wiederum bei dem Unterfangen helfen, den SKN langfristig als zweites Bundesliga-Standbein Niederösterreichs neben der Admira zu etablieren.

Der Rivale aus dem Wiener Umland dürfte den Atem aus der Landeshauptstadt bereits spüren. So konnte sich Admira-Coach Oliver Lederer bei der Kick-off-Veranstaltung der Bundesliga am vergangenen Montag eine Spitze gegen die vermeintliche Finanzkraft der St. Pöltner samt Unterstützung des Landes nicht verkneifen. Bereits in der zweiten Runde kommt es am 30. Juli in der NV-Arena zum sportlichen Aufeinandertreffen. Es wird das erste von heuer vier NÖ-Derbys sein.

(APA)

Aufgerufen am 24.06.2018 um 08:43 auf https://www.sn.at/sport/fussball/fussball-aufsteiger-st-poelten-traeumt-von-platz-im-mittelfeld-der-bundesliga-1238926

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