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Fußball: Für Winterkönig Altach ist Meistertitel "nicht utopisch"

Der SCR Altach hat eine sensationelle Herbstsaison am Sonntag mit dem Gewinn des Winterkönig-Titels gekrönt. Erstmals in der Geschichte der Fußball-Bundesliga steht am Jahresende ein Vorarlberger Team ganz oben.

Altacher Erfolgskicker: Philipp Netzer, Benedikt Zech und Andreas Lienhart. SN/GEPA pictures
Altacher Erfolgskicker: Philipp Netzer, Benedikt Zech und Andreas Lienhart.

Ausschlaggebend war das 3:1 gegen Rapid zum Abschluss der 20. Runde, zugleich der 13. Saisonsieg. "Utopisch ist der Meistertitel nicht", sagte Interimstrainer Werner Grabherr.

Mit der Thematik werde man sich im Fall der Fälle aber erst in der 35. Runde beschäftigen. Das unterstrich auch Kapitän Philipp Netzer: "Der Meistertitel ist in der Mannschaft kein Thema."

Grabherr wird 2017 nicht mehr als Chefcoach tätig sein, der 31-Jährige muss aufgrund seiner fehlenden UEFA-Pro-Lizenz trotz einer Bilanz von vier Siegen, einem Remis und einer Niederlage, wieder ins zweite Glied zurück.

"Meine Zeit als Trainer hat richtig Spaß gemacht. Der neue Trainer muss ein Arbeiter sein, der sich nicht zufrieden geben darf, Woche für Woche die Mannschaft weiterentwickeln muss", sagte Grabherr. Eine Entscheidung über den Nachfolger könnte noch vor Weihnachten fallen.

Grabherr will mit ihm im Neuen Jahr an den erfolgreichsten Herbstdurchgang der Club-Geschichte anknüpfen. "Wir wissen, dass wir jetzt sechs Wochen vorne liegen, aber das ändert nichts an unserer Herangehensweise an die nächsten Ziele. Wir müssen die Mannschaft im Winter weiterentwickeln, um noch schwerer zu schlagen zu sein", gab der Vorarlberger die Marschroute vor.

Altach ohne Heimniederlage

In der eigenen Festung Cashpoint Arena war das Überraschungsteam bisher unbesiegbar, neun von elf Partien wurden gewonnen, nur gegen Salzburg (0:0) und Sturm Graz (1:1) schaute kein Sieg heraus. Rapid musste auch schon am 31. Juli (1:0) mit null Punkten im Gepäck die Heimreise antreten.

Die Heimstärke war der Hauptgrund für die Spitzenposition, 29 der 42 Punkte wurden zu Hause geholt. Schon jetzt haben die Altacher zwei Zähler mehr als am Ende der vergangenen Saison.

"Es ist sehr besonders, das hat es hier in Vorarlberg noch nie gegeben - 42 Punkte sind überragend, ein Fußballfest. Wir gehen glücklich in die Winterpause", jubelte ÖFB-Teamtormann Andreas Lukse.

Auch bei Netzer war die Freude riesengroß: "Es war eine schwierige Saison, wir haben nichts geschenkt bekommen, wir können stolz sein. Es ist ein Riesenerfolg für uns als Mannschaft und den Verein."

Das 3:1 gegen den Rekordmeister und deren Coach Damir Canadi, der bis 10. November beim Ländle-Club verantwortlich gewesen war, war ein gebührender Abschluss vor einer Saison-Rekordkulisse von 7.229 Anhängern.

"Das Spiel war eine Draufgabe für einen wunderbaren Herbst", betonte Grabherr. Das frühe, aufgrund einer Zech-Abseitsstellung allerdings irreguläre 1:0 von Netzer (7.) spielte den Gastgebern in die Karten. "Danach konnten wir defensiver agieren, was uns gut liegt", so Grabherr. Nikola Dovedan (55.) und abermals Netzer (60.) trafen nach dem Seitenwechsel.

Holt Salzburg Oberlin zurück?

Netzer zeigte aber nicht nur mit einem Doppelpack auf, sondern setzte auch mit seiner Vertragsverlängerung um zwei Jahre bis Ende Juni 2019 ein Zeichen. Mit Dimitri Oberlin könnte den Altachern hingegen der Top-Torjäger abhandenkommen. Der neunfache Torschütze ist von Verfolger Salzburg nur ausgeliehen.

"Er ist in Altach gleich durchgestartet und hat eine super Entwicklung genommen. Nun werden wir uns zusammensetzen, was die nächsten Schritte für ihn sein können. Die Chance besteht theoretisch, dass er im Winter zurückgeholt wird", sagte Salzburgs Sportlicher Leiter Christoph Freund in der Sky-Sendung "Talk und Tore".

Als erste Hürde nach der Winterpause wartet auf Altach Mitte Februar das Gastspiel bei Admira Wacker Mödling. "Im Frühjahr werden wir hoffentlich mit der gleichen Stärke zurückkommen", erklärte Netzer. Seine Elf (42) geht mit einem minimalen Vorsprung auf Titelverteidiger Salzburg (40) sowie Sturm Graz (39) ins Frühjahr. Auch die viertplatzierte Wiener Austria (37) ist voll im Rennen um die drei Europacup-Fixtickets. "Bei den Gegnern fällt im Frühjahr die Doppelbelastung durch die Europa League weg, es wird eng werden", rechnet Netzer mit einer schwierigen Aufgabe.

Quelle: APA

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