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Fußball: Red Bull Salzburg droht nächste Pleite

Gefühlt wirkt das 2:2 in Wolfsberg für Red Bull Salzburg wie eine Niederlage. Wie soll diese Bullen-Truppe am Donnerstag gegen Nizza bestehen?

Fußball: Red Bull Salzburg droht nächste Pleite SN/apa
Salzburg-Trainer Oscar Garcia war mit seiner Mannschaft nicht zufrieden.

Nach der unglücklichen Niederlage in numerischer Unterzahl gegen Tabellenführer Sturm Graz vor einer Woche hatte Salzburg-Trainer Óscar García noch gemeint: "Ich konnte besser schlafen als nach vielen anderen Spielen, weil die Leistung ansprechend war." Nach dem 2:2 am vergangenen Samstag gegen den Tabellennachzügler aus Wolfsberg wird der Spanier wohl längere Zeit gebraucht haben, um seine Nachtruhe zu finden. Denn die Leistung des Meisters in Kärnten lässt auch für Donnerstag Schlimmes befürchten. Mit Nizza gastiert der Tabellenführer Frankreichs in der dritten Runde der Europa League in der Bullen-Arena. Beim 2:0 gegen Lyon präsentierte sich Nizza dazu in Topform.

Red Bull Salzburg ließ in Wolfsberg alle Tugenden vermissen, die den Serienmeister in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hatten. Da war nichts von Aggressivität, Siegeswillen, Tempospiel oder Torgefährlichkeit zu erkennen. Und dann fehlte den Bullen auch noch die Abgebrühtheit, ein 2:0 über die letzten Minuten zu bringen. Dieses Remis fühlt sich für die Salzburger wie eine Niederlage an und ist ein weiterer Rückschlag in der bis jetzt ohnehin schon nicht nach Wunsch verlaufenen Saison. Erinnerungen an die vergangene Spielzeit werden wach, als die Salzburger im Herbst ebenfalls taumelten und Trainer Peter Zeidler dann noch vor der Winterpause weichen musste.

Aber Óscar García sieht noch keine Krise und betonte: "Ich bleibe ruhig. Wenn ich nervös werde, werden meine Spieler nervös." Die wirkten gegen die biederen Wolfsberger, denen Wille und Kampfkraft reichten, das Spiel offen zu halten, auch nach dem 2:0 verunsichert. Seit drei Ligaspielen warten die Salzburger nun schon auf einen Sieg. Sturm Graz zieht in der Tabelle davon und weist schon neun Punkte Vorsprung im Vergleich zu den Bullen, denen, so scheint es, jegliches Selbstvertrauen verloren ging, auf. In Wolfsberg wurde der Ball zu oft nach hinten gespielt. Es fehlte fast über neunzig Minuten der Mut zum Risiko. Dass dann auch noch eine klare Führung leichtfertig verspielt wird, zeigt, dass beim Meister aktuell nicht viel zusammenläuft. "Wir haben nicht gewusst, wie wir das Ergebnis in den letzten Minuten verwalten sollen, und haben viele Fehler gemacht. Wir haben in der Schlussphase seltsame Dinge versucht und dafür haben wir auch bezahlt, aber das passiert mit jungen Spielern, sie müssen aus solchen Fehlern lernen", erklärte Óscar García. Wenn diese jungen Spieler schon fehleranfällig sind, dann stellt sich die Frage, warum der Bullen-Coach nicht einmal auf die Erfahrung von Marc Rzatkowski (26), Fredrik Gulbrandsen (24) oder Stefan Stangl (24) setzt. Das Trio schmorte in Wolfsberg wieder einmal neunzig Minuten auf der Ersatzbank. Und junge Spieler hatte auch WAC-Coach Heimo Pfeifenberger in seiner Elf. Die kommen aber meist aus der Regionalliga und werden nicht, wie jene des Meisters, als europäische Toptalente, die schon einige internationale Erfahrung gesammelt haben, gehandelt.

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