Fußball

Tops und Flops bei Red Bull Salzburg im Herbst 2016

Red Bull Salzburg beendete die Herbstsaison mit einem souveränen Heimsieg gegen den WAC, überwintert damit in aussichtsreicher Position als Tabellenzweiter. Doch bis dahin war es ein steiniger Weg. Unsere Tops & Flops.

Takumi Minamino traf beim 3:0 gegen den WAC in den ersten acht Spielminuten zwei Mal für Red Bull Salzburg. SN/gepa pictures
Takumi Minamino traf beim 3:0 gegen den WAC in den ersten acht Spielminuten zwei Mal für Red Bull Salzburg.

Der Meister hat sich standesgemäß in die Winterpause verabschiedet. Mit dem 3:0 am Samstag gegen den WAC hat Red Bull Salzburg in der Fußball-Bundesliga nun 40 Punkte zu Buche stehen und damit ideale Voraussetzungen, um im Frühjahr den vierten Titelgewinn in Folge in Angriff nehmen zu können. In den 35 Pflichtspielen der Herbstsaison lief aber nicht immer alles so, wie man sich das vom österreichischen Branchenkrösus erwarten darf.

TOPS
Sportliches Comeback. Die Saison begann enttäuschend: Dem 1:3 zum Auftakt gegen Sturm Graz ließen die Bullen ein 1:1 gegen den WAC folgen und auch in der Champions-League-Qualifikation waren die Auftritte spielerisch nicht gerade beeindruckend. Doch je länger die Saison dauerte, desto besser kam Red Bull Salzburg in Schuss.

Óscar Garcías Philosophiewechsel. Das hatte auch damit zu tun, dass der Trainer einen Wechsel seiner Spielausrichtung vollzogen hat. Mit der Rückkehr zum Pressingfußball kam auch der Erfolg zurück. Nebenbei lieferten die Salzburger auch weitaus attraktivere Spiele als zu Saisonbeginn ab.

Wutrede von Christoph Freund. Nicht gänzlich unbeteiligt am Philosophiewechsel war Christoph Freund. Die Brandrede des stets besonnenen Sportdirektors war ein Weckruf für die Mannschaft und verlieh den Bullen jene Flügel, die sie letztendlich in vordere Tabellenregionen tragen sollten.

Junge Wilde. Mit Dayot Upamecano (18 Jahre), Konrad Laimer (19), Xaver Schlager (19) und Hee-Chan Hwang (20) haben sich zahlreiche Youngsters in den Blickpunkt gespielt. Bei Weitem kein anderes Team in Österreich verfügt über so viele Toptalente.

Stefan Lainers Torriecher. Der 24-jährige Seekirchner startete als Backup von Christian Schwegler in die Saison und avancierte dann zum besten Verteidiger der Liga. Mit sieben Toren und acht Assists stellte Lainer außerdem seinen Torriecher unter Beweis.

Der Fels in der Brandung. Torhüter Alexander Walke bestritt als einziger Red-Bull-Profi alle 20 Meisterschaftsspiele im Herbst. Er war da, wenn er gebraucht wurde. Für Ersatztormann Cican Stankovic gibt es offenbar keinen Weg vorbei am 33-jährigen Deutschen.

Fußballfeste gegen Spitzenteams. Es zog sich durch die gesamte Herbstsaison, dass Red Bull Salzburg vor allem gegen vermeintlich kleinere Mannschaften Probleme hatte. Gegen die Spitzenteams dagegen gab es Siege, etwa gegen Rapid, Austria Wien und Sturm Graz. Höhepunkt war sicher das 2:0 gegen Schalke vor 24.000 Zuschauern in der Red-Bull-Arena.

FLOPS

Zuschauerschwund. Zum letzten Saisonspiel gegen den WAC kamen nur 4700 Zuschauer in die Bullen-Arena. An einem eiskalten Dezembertag gibt es sicherlich attraktivere Beschäftigungen, als ein Spiel der Bundesliga zu sehen. Aber blickt man zehn Jahre zurück, dann müssen die Salzburg-Chefs ins Grübeln kommen. Denn am 2. Dezember 2006 wollten 13.500 Fans die Bullen gegen Altach sehen. Sportdirektor Christoph Freund meinte etwas ratlos: "Wir spielen attraktiv, aber vielleicht sind die Fans schon zu erfolgsverwöhnt." Oder aber es fehlen jene Stars, die einen Fan ins Stadion locken. Die Zuschauer kommen schon in Scharen, aber nur dann, wenn der Gegner einen klingenden Namen hat. Wie zuletzt Schalke.

Transfers. Von den Neuzugängen konnte sich nach einem halben Jahr noch keiner einen Stammplatz im Meisterteam erkämpfen. Vor allem Torjäger Munas Dabbur hatte große Probleme, seine Stärken zu zeigen.

Die Schlussminuten. Die Gruppenphase der Champions League war zum Greifen nahe, als Dinamo Zagreb im entscheidenden Spiel in Minute 87 der Ausgleich zum 1:1 gelang. In der Verlängerung brach Salzburg auseinander. Auch in Krasnodar führten die Bullen mit 1:0, die Chancen, in der K.-o.-Phase der Europa League mitmischen zu können, waren intakt. Der Ausgleich in der 85. Minute bedeutete das Aus, die Bullen waren einmal mehr zu grün hinter den Ohren.

Mutlos. So, wie die Salzburger zu Beginn der Gruppenphase der Europa League aufgetreten sind, darf man sich international nicht präsentieren. Ohne Mut und ohne sich gegen die Niederlagen zu stemmen verspielte der Serienmeister in den Startspielen seine Chance.

Beziehung zu RB Leipzig. Die Wechsel von Naby Keïta und Bernardo zu RB Leipzig sorgten für viel Aufregung. Vor allem deshalb, weil immer wieder vonseiten der Vereinsführung versichert wurde, dass Keïta zumindest die Qualifikation zur Champions League noch in Salzburg absolvieren würde. Und Bernardo wurde dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion transferiert. Zwei Wechsel, die die Außendarstellung des Clubs nicht unbedingt verbessert haben.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 11:28 auf https://www.sn.at/sport/fussball/fussball-tops-und-flops-bei-red-bull-salzburg-im-herbst-2016-598291

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