Fußball

Grödiger feiern Cup-Triumph nach Schock

Einen Cup-Abend, den man so schnell nicht vergessen wird, erlebte man am Dienstag in Grödig. Im Spiel gegen Erstligist Horn verletzte sich Verteidiger Markus Berger am Knöchel schwer. Danach fightete sein Team beherzt und behielt nach einem 2:2 in der Verlängerung mit 4:2 im Elfmeterschießen die Oberhand.

Das Spiel der 2. ÖFB-Cuprunde stand zum Zeitpunkt der Unterbrechung 0:0, nach einem Last-Minute-Tor der Horner ging es mit 1:1 in die Verlängerung. Dort trafen Lukacevic (96.) bzw. Djordjevic (Foulelfer/110.) zum Endstand von 2:2 nach 120 Minuten. Im Elfmeterschießen wurde Han-Peter Berger, der Bruder des Verletzten zum großen Helden: Er hielt zwei Penalties, am Ende siegte Grödig mit 4:2 und steht damit im Achtelfinale des ÖFB-Cups. Nun hofft die Fötschl-Elf auf einen großen Gegner. Der Trainer sagte: "Toll, wie die Mannschaft die Rückschläge weggesteckt hat. Aber der Ausfall von Markus Berger trifft uns jetzt hart."

45. Minute: Plötzlich war es still im Stadion. Nur die schrecklichen Schmerzensschreie von Markus Berger waren zu hören. Da rückte der Sport in den Hintergrund. Berger, der 31-jährige Abwehrchef der Grödiger, war bei einem Zweikampf mit Stürmer Benjamin Sulimani mit dem Fuß im Rasen hängengeblieben.

"Es hat schlimm ausgeschaut, der Fuß ist seitlich weggestanden", sagte der noch sichtlich geschockte Vater des Verletzten, Torhüter-Legende Hans Berger senior. Quälende 25 Minuten dauerte es, ehe der Verletzte mit der Trage in das Rotkreuzauto gehoben wurde - an Ort und Stelle gabe es beim Match keine notärztliche Versorgung.

Die Diagnose im Spital: Sprunggelenk und Knöchel gebrochen. Im UKH Salzburg operierte Chirurg Bernd Hiller, ein ehemaliger ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler, noch am Abend den Verletzten. Markus Berger wird aber sicher für einige Monate ausfallen.

Beim Stand von 0:0 ging es weiter, die zuvor schon soliden Grödiger wirkten keineswegs geschockt und ließen den Ball rollen. In der 55. Minute schien sich alles zum Guten zu wenden: Ausgerechnet Julian Feiser, für Markus Berger ins Spiel gekommen, köpfte eine Flanke von Mersudin Jukic zum 1:0 ein.

In der heißen Schlussphase schickte der Schiedsrichter Grödig-Coach Andreas Fötschl auf die Tribüne. Gefahr schien von den Waldviertlern nicht mehr zu drohen, doch in der Nachspielzeit kam der zweite Schock des Abends: Nicolas Orsini traf wie aus heiterem Himmel zum Ausgleich, es gab Verlängerung.

Der Krimi spitzte sich zu: 96. Minute: Ecke, Kopfball Leo Lukacevic, 2:1 für Grödig. 110. Minute: Orsini stolperte über den herausstürmenden Torhüter Hans-Peter Berger. Elfmeter, 2:2 durch Djordjevic. Immer wieder hielt Berger sein Team mit tollen Paraden im Spiel. Dann wurde er zum Elferhelden: Nachdem Umberto Gruber als erster Grödiger Schütze verschossen hatte, hielt er die Penalties von Vallci und Djordjevic - 4:2, Aufstieg!

Grödig spielte mit: H.-P. Berger; Kircher, M. Berger (46. Feiser), Jutric, Lukacevic; Gruber, Strobl; Wallner (24. Ünal), Öttl, Pichler; Jukic (90. Schmidt).

Aufgerufen am 15.11.2018 um 12:24 auf https://www.sn.at/sport/fussball/groediger-feiern-cup-triumph-nach-schock-1046002

Schlagzeilen