Fußball

Im Angriff der Bullen herrscht großes Gedränge

Fußballmeister Red Bull Salzburg stehen derzeit acht Stürmer zur Verfügung. Zwei davon trafen beim 3:1-Testspielsieg gegen den LASK.

Der Kampf ums Leiberl bei Red Bull Salzburg ist voll entbrannt. Insbesondere im Angriff herrscht dichtes Gedränge. Aktuell scheinen nicht weniger als acht Stürmer im Kader der Bullen auf, aber maximal zwei können spielen. Sportdirektor Christoph Freund betonte zwar, dass man diesen beinharten Konkurrenzkampf brauche, um sich zu verbessern, acht Leute für ein und dieselbe Position seien allerdings zu viel. Wer also hat Chancen, zu spielen? Und wer muss Salzburg noch verlassen?



1.>Jonatan Soriano>
Der Kapitän ist nach seiner Muskelverletzung wieder fit und der Mann, der im Angriff der Bullen gesetzt ist, wenn er gesund ist. Drei Mal in Folge krönte sich Soriano in der Fußball-Bundesliga zum Torschützenkönig, nur in dieser Saison läuft es für den 31-jährigen Spanier noch nicht nach Wunsch. Neben vielen Verletzungen, die ihn immer wieder einbremsten, hat er im Herbst auch nicht mehr mit diesem Selbstverständnis getroffen wie in seinen besten Tagen. Mit sechs Ligatoren gibt sich ein Jonny Soriano nicht zufrieden. Gegen den LASK feierte er nach zweimonatiger Verletzungspause ein 30-minütiges Comeback - und traf per Elfmeter.




2.>Dimitri Oberlin>
Als Bullen-Leihgabe für Altach gelang dem 19-jährigen Stürmer mit der unorthodoxen Spielweise der Durchbruch. Mit neun Toren und vier Assists war der Doppelstaatsbürger (Schweiz, Kamerun) hauptverantwortlich dafür, dass Altach zur Winterpause an der Tabellenspitze der Bundesliga steht. Die Bullen beorderten Oberlin umgehend zurück nach Salzburg. Möglich ist ein weiteres Leih-Engagement bis Sommer. Sollte der laut Transfermarkt.at inzwischen 2,2 Millionen Euro teure Oberlin in Salzburg bleiben, muss er auch spielen.



3.>Munas Dabbur>
Dass der Israeli ein begnadeter Fußballer ist, das steht außer Zweifel, allerdings hat er das in Salzburg noch viel zu selten gezeigt. Zwei Tore in 15 Bundesliga-Einsätzen sind für einen Stürmer, den Salzburg um kolportierte sechs Millionen Euro verpflichtet hat, eindeutig zu wenig. Zuletzt fiel Dabbur längere Zeit mit einer Oberschenkelverletzung aus, aktuell absolviert er ein Aufbautraining. Bis zum Ligastart sollte Dabbur vollständig fit sein.



4.>Hee-Chan Hwang>
Der Südkoreaner ist auf dem Weg nach oben. Sein persönliches Highlight war der Doppelpack beim 2:0 gegen Nizza, danach ging allerdings nicht mehr viel. In der Liga hat Hwang vier Tore und einen Assist zu Buche stehen.



5.>Fredrik Gulbrandsen>
Der Norweger ist ein Kraftpaket und pfeilschnell, in Salzburg kam er bisher aber nicht über die Jokerrolle hinaus. Seine bisherige Bilanz: Zwei Tore, ein Assist in neun (Kurz)Einsätzen. Im Testspiel am Donnerstag schied er mit einer Muskelverletzung vorzeitig aus.



6.>Smail Prevljak>
Nach einem Kreuzbandriss ist der 21-jährige Bosnier wieder vollständig fit, ihm fehlt nach einer fast einjährigen Pause aber Spielpraxis. Die könnte er sich beim Red-Bull-Satellitenclub FC Liefering holen. Gegen den LASK stand Prevljak nicht im Bullen-Kader.




7.>Yordy Reyna>
Die peruanische Rakete genießt in seiner Heimat Heldenstatus, in Salzburg hingegen war Reyna eher ein Rohrkrepierer. Bei Trainer Oscar Garcia kam er gerade einmal auf 218 Spielminuten im gesamten Herbst. Die Torausbeute? Richtig geraten: null. Sein Abschied aus Salzburg steht unmittelbar bevor.




8.>Mergim Berisha>
Der mit Valon Berisha weder verwandte noch verschwägerte Mergim wurde nach elf Toren in 19 Spielen für den FC Liefering befördert und in den Profikader hochgezogen. In der Youth League stellte der 18-Jährige mit sieben Toren in zwei Spielen überhaupt einen Rekord für die Ewigkeit auf. Seinen ersten Einsatz für Red Bull Salzburg absolvierte Berisha am Donnerstag im Testspiel gegen den LASK. Der Jungstürmer stand 60 Minuten und damit länger als jeder andere Bulle auf dem Platz. Ein Treffer blieb ihm verwehrt, dafür durften mit Jonatan Soriano und Dimitri Oberlin - gemessen an ihren bisherigen Saisontoren - die zwei nominell stärksten Red-Bull-Stürmer über jeweils einen Treffer jubeln.

Yabo wechselt leihweise nach Bielefeld

Aus Salzburg verabschiedet haben sich bereits Reinhold Yabo und David Atanga. Mittelfeldspieler Yabo wechselt leihweise bis Sommer zum deutschen Zweitligisten Arminia Bielefeld, um nach langer Verletzungspause Spielpraxis zu sammeln. Der zuletzt an Heidenheim verliehene Atanga schließt sich Ligarivale SV Mattersburg an. Dort ist seit Kurzem ja der Salzburger Gerald Baumgartner Cheftrainer.

Red-Bull-Sportdirektor Christoph Freund, der ja angekündigt hat, den Salzburger Kader zu verkleinern, meinte zum Leihgeschäft von Yabo: "Für ihn ist es wichtig, dass er nach seiner langen Verletzungspause wieder auf möglichst viele Einsatzminuten kommt. Wir sind der Überzeugung, dass dies bei Arminia Bielefeld eher der Fall sein wird als beim FC Red Bull Salzburg, wo es auch im Mittelfeld ein großes Angebot an Spielern gibt. Wir hoffen, dass er im Sommer wieder voll fit nach Salzburg zurückkehrt, denn er bleibt für uns weiterhin ein wichtiger Spieler, auf den wir in Zukunft bauen wollen."



Testspiel am Donnerstag:

Red Bull Salzburg - LASK 3:1 (1:0).

Tore: Oberlin (40.), Soriano (61./Foulelfer), Lazaro (75.); Erdogan (67.).

Aufstellung: Stankovic (46. Walke); Schwegler (46. Lainer), Sörensen (46. Wisdom), Miranda (46. Caleta-Car), Ulmer (46. Igor); Rzatkowski (46. Lazaro); Radosevic (46. Laimer), Leitgeb (46. Schlager), Minamino (46. V. Berisha); M. Berisha (60. Soriano), Oberlin (46. Gulbrandsen).

Aufgerufen am 19.09.2018 um 11:05 auf https://www.sn.at/sport/fussball/im-angriff-der-bullen-herrscht-grosses-gedraenge-512302

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