International

Aufatmen bei Manchester City: CAS kippt Europacup-Sperre

Manchester City darf weiterhin im Konzert der ganz Großen in Europas Fußball mitspielen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hob am Montagvormittag das Mitte Februar ausgesprochene Urteil der UEFA auf, das eine Sperre für zwei Europacup-Saisonen vorgesehen hätte. Und auch die gegen die "Citizens" verhängte Geldstrafe von 30 Millionen wurde vom CAS auf zehn Millionen reduziert.

Financial Fairplay wurde nicht ausreichend verletzt, urteilte der CAS SN/APA (AFP)/MICHAEL REGAN
Financial Fairplay wurde nicht ausreichend verletzt, urteilte der CAS

Es wäre ein bizarres Szenario gewesen: Manchester City und sein Trainer Pep Guardiola jubeln am 23. August über den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte - und dürfen nicht zur Titelverteidigung in der nächsten Saison antreten. Seit Montag ist das vom Tisch: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hob am Montag das Urteil der UEFA auf, das eine Sperre für zwei Europacupsaisonen vorgesehen hätte.

Der CAS hält zwar fest, dass die "Citizens" gegen das Financial Fairplay (FFP) der UEFA verstoßen haben. Aber zum einen seien die Vorwürfe teils verjährt, zudem sei es angesichts der Schwere der Finanzvergehen "nicht angemessen", den Club wegen dessen mangelnder Kooperation auszuschließen.

Im Falle einer Bestätigung des UEFA-Urteils wären dem Club von Toptrainer Pep Guardiola wohl viele Leistungsträger abhandengekommen. Durch die Aufhebung darf sich Manchester City nun aber als großer Sieger fühlen. Und auch eine Verpflichtung von Österreichs Spitzenspieler David Alaba, an dem der Guardiola-Club interessiert sein soll, scheint damit weiter möglich.

Tätig geworden war die UEFA gegen den Club erst nach den "Football Leaks"-Enthüllungen: Dokumente, die der "Spiegel" veröffentlichte, zeigen die Tricksereien der Vereinsbesitzer um Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan, den Sohn des Emirs von Abu Dhabi. Zahlungen des Scheich-Konzerns ADUG an den Verein wurden von 2012 bis 2016 fälschlich als Zuwendungen durch andere Sponsoren deklariert.

Mit den FFP-Regeln hofft die UEFA die sportliche Fairness zu wahren. Vermögende sollen nicht unendlich Geld in die Vereine stecken können. Die Familie Mansour hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie Financial Fairplay als unzulässige Einschränkung empfindet.

Der Kreis schließt sich im Champions-League-Finalort Lissabon. Von dort stammt "Football Leaks"-Aufdecker Rui Pinto. Auch ohne Coronabeschränkungen könnte er im August nicht ins Stadion: Der Whistleblower wurde in seinem Heimatland angeklagt und steht unter Hausarrest.

Aufgerufen am 15.08.2020 um 04:26 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/aufatmen-bei-manchester-city-cas-kippt-europacup-sperre-90116719

Kommentare

Schlagzeilen