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Bayern-Bosse mit heftiger Medienschelte: "Eine Frechheit"

Mit einer umfassenden Medienschelte und der Androhung von juristischen Konsequenzen haben die Bosse des FC Bayern für Aufsehen gesorgt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz wehrten sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Freitag gegen Teile der jüngsten Berichterstattung über Spieler des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Rummenigge und Hoeneß fühlen sich nicht ausreichend respektiert SN/APA (dpa)/Andreas Gebert
Rummenigge und Hoeneß fühlen sich nicht ausreichend respektiert

"Heute ist ein wichtiger Tag für den FC Bayern, weil wir Ihnen mitteilen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen", sagte Rummenigge. Die Verantwortlichen des nur mittelmäßig in die Saison gestarteten Serienmeisters sprachen bei dem halbstündigen Termin Journalisten auch direkt an.

"Hämisch und polemisch" sei laut Rummenigge zuletzt über den FC Bayern berichtet worden, der nach vier sieglosen Partien in einer Krise steckt. Hoeneß wollte Rummenigges Ausführungen zu "100 Prozent unterstreichen", sprach von einer "Frechheit" und kündigte an: "Wir werden keine respektlose Berichterstattung weiterhin akzeptieren." Der Verein von ÖFB-Star David Alaba kündigte an, vermehrt mit Unterlassungserklärungen und Forderungen nach Gegendarstellung auf Berichte reagieren zu wollen.

Rummenigge bezog sich in seinen Ausführungen unter anderem auf die jüngste Berichterstattung um Nationaltorhüter Manuel Neuer, Jerome Boateng und Mats Hummels. "Da fehlen mir jegliche Worte", sagte er zum Thema Neuer und kritisierte, dass den beiden Innenverteidigern Altherrenfußball vorgeworfen worden sei. "Geht's eigentlich noch?", fragte der Ex-Profi und erinnerte daran, dass Neuer viermal nacheinander Welttorhüter geworden sei.

"Es scheint offensichtlich, dass man sich überhaupt keine Gedanken mehr macht über Werte wie Würde und Anstand", sagte Rummenigge. Er verwies auf Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Rummenigge sagte: "Polemik scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Das gilt für Medien, das gilt auch für Experten, und das gilt vor allen Dingen auch für Experten, die mal bei diesem Club Fußball gespielt haben."

Zudem kündigte der Vorstandsvorsitzende an: "Mit dem heutigen Tag werden wir unsere Spieler, Trainer und den Club schützen." Durch die bemerkenswerte Pressekonferenz geriet das anstehende Spiel der sechstplatzierten Bayern in der Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) in Wolfsburg zunächst in den Hintergrund.

In einer Reaktion rief der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) dazu auf, nicht vor den Bossen des Rekordmeisters zu kuschen. "Wie Journalisten über den Fußballclub, die Spiele und die Verantwortlichen des Vereins berichten, lassen wir uns nicht von der Chefetage des Vereins vorschreiben", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. "Mir ist kein Gesetz bekannt, das uns zum Katzbuckeln vor dem FC Bayern München verpflichtet."

Quelle: Apa/Dpa

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