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Bayern-Goalie Neuer soll das Stoppschild für Neymar und Mbappe sein

Vor sieben Jahren hielt Manuel Neuer schon einmal den Henkelpott in seinen Händen. Am Sonntag dürfte der deutsche Fußball-Teamgoalie die Trophäe nach einem Triumph des FC Bayern im Fußball-Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain sogar als Erster in den Himmel über Lissabon recken.

Neuer: "Immense Freude auf dieses Finale" SN/APA (AFP)/MIGUEL A. LOPES
Neuer: "Immense Freude auf dieses Finale"

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wird sie nach dem Abpfiff auf dem Rasen des Estadio da Luz an den Kapitän der siegreichen Mannschaft überreichen. Nach dem 2:1 der Bayern im deutschen Finale 2013 im Londoner Wembleystadion gegen Borussia Dortmund war es Philipp Lahm, der diesen besonderen Glücksmoment erlebte.

Neuer könnte dabei selbst dafür sorgen, dass er dieses Lahm-Erlebnis ebenfalls genießt. Der 34-Jährige ist eine der Schlüsselfiguren der mit Spannung erwarteten Kraftprobe zwischen Bayern und PSG. Der Kapitän berichtete von einer "immensen Freude auf dieses Finale", in dem er das letzte Stoppschild gegen den glamourösen und extrem gefährlichen Pariser Angriff um Neymar und Kylian Mbappe sein muss.

Auch Neuer stellt sich auf ein Offensivspektakel im Stadion von Benfica Lissabon ein, in dem die Bayern das Viertelfinale gegen den FC Barcelona 8:2 gewannen. "In den Offensivreihen haben beide tolle Spieler, namhafte Spieler. In den Spielen, die beide Mannschaften gespielt haben, sind immer viele Tore gefallen", begründete Neuer.

Er kennt sich aber bestens aus mit den ganz großen Aufgaben in den ganz großen Spielen. Es ist sein drittes Königsklassen-Finale. Und im gewonnenen WM-Finale 2014 mit Deutschland stand bei ihm nach 120 aufreibenden Minuten gegen Argentinien die Null.

Beim Final-8-Turnier in Portugal präsentierte sich Neuer bisher in Weltklasseform. Beim zähen Münchner Halbfinalerfolg gegen Olympique Lyon vereitelte er gegen Toko Ekambi das Anschlusstor. "Das macht den Weltklassetorwart aus, dass er dann da ist, dass er in solchen Eins-gegen-eins-Situationen die Ruhe hat", lobte Bayern-Vorstand Oliver Kahn.

Kahn glaubt, dass selbst Ausnahmekönner wie Neymar oder Mbappe in einem Finale Auge in Auge mit Neuer ins Grübeln kommen könnten. "Es ist natürlich etwas anderes für einen Stürmer, wenn man vor Manuel Neuer eine Eins-gegen-eins-Situation hat. Da weiß man als Stürmer, da hat man es mit einem, wenn nicht dem besten Torwart der Welt zu tun", sagte Kahn: "Manuel ist einmalig."

Die besondere Bedeutung einer verlässlichen Nummer eins gerade in einem Endspiel ist auch PSG-Coach Thomas Tuchel bewusst. Keylor Navas will nach seinem verletzungsbedingten Fehlen beim Halbfinalerfolg gegen RB Leipzig unbedingt wieder auflaufen. Er sei fit, meldete die Sportzeitung "L'Equipe". Der 33-Jährige aus Costa Rica hat dreimal nacheinander die Königsklasse mit Real Madrid gewonnen. Er ist erfahrener als sein Vertreter Sergio Rico.

Längst ist ein Aufstellungspoker entbrannt zwischen Bayern-Coach Hansi Flick und seinem deutschen Kontrahenten Tuchel, der wohl auch wieder den genesenen Mittelfeld-Arbeiter Marco Verratti aufbieten kann. Und was macht Flick? Stellt er Benjamin Pavard als Außenverteidiger nach einer gerade erst überwundenen Fußverletzung gegen Neymar? Joshua Kimmich könnte dann zurück ins defensive Mittelfeld wechseln, um dort für mehr defensive Stabilität zu sorgen.

Auch vorne könnte sich neben den gesetzten Lewandowski, Müller und Gnabry ein Tausch anbieten. Flick könnte den robusten Ivan Perisic durch den dribbelstarken Kingsley Coman ersetzen, der bei PSG zum Profi ausgebildet wurde.

Das 28. Champions-League-Finale wird auf jeden Fall außergewöhnlich, denn erstmals fehlen beim Saisonhöhepunkt die Zuschauer. Vergessen haben die Bayern-Profis ihre Fans aber nicht. "Wir vermissen Euch", übermittelten David Alaba und Co. in einer Botschaft aus Portugal an ihre Anhänger, die wegen Corona nicht im Stadion dabei sein können.

"Wir werden alles geben, um Euren und unseren Traum wahr werden zu lassen", hieß es am Samstag in einem Brief an die Fans. Man habe "eine lange und aus bekannten Gründen für uns alle ungewöhnliche Saison erlebt - und trotz allem trennt uns jetzt nur noch ein einziger Sieg vom zweiten Triple unserer Vereinsgeschichte".

Quelle: Apa/Dpa

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