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Champions League: Achterbahn der Gefühle bei Salzburgs Elfmeter-Drama

Vier Elfmeter, eine Gelb-Rote Karte und zwei Tore: Der Auftakt zur Champions-League-Gruppenphase verlief für Red Bull Salzburg überaus turbulent. Österreichs Fußball-Serienmeister holte in Spanien nach zwei verschossenen Elfmetern ein 1:1-Unentschieden. Nur Luka Sucic traf für die Bullen. Lesen Sie das Match hier im Liveticker nach!

Im Fußball gibt es nichts, was es nicht gibt. Den Beweis dafür lieferte am frühen Dienstagabend das Kräftemessen in Champions-League-Gruppe G zwischen dem FC Sevilla und Red Bull Salzburg. Allein in der ersten Hälfte pfiff der weißrussische Schiedsrichter Aleksei Kulbakow vier Elfmeter, davon drei für den österreichischen Fußballmeister, nachdem der kaum zu bändigende Stürmer Karim Adeyemi drei Mal im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Nur: Zwei Strafstöße verschossen die Salzburger. Das einzige Tor für die Bullen erzielte Luka Sucic (21.). Und auch Sevilla traf beim 1:1 im Estadio Ramon Sanchez-Pizjuan per Elfmeter durch den kroatischen Ex-Barca-Star Ivan Rakitic (41.).

Weniger Glück hatte bei Salzburgs Elfmeter-Drama Adeyemi, der in der 13. Minute nach einem Foul von Diego Carlos auf der Linie des Strafraums und VAR-Entscheid verzog. Und auch Sucic traf bei seinem zweiten Versuch in der 36. Minute nur die Stange.

Die Hoffnungen von Bullen-Trainer Matthias Jaissle erfüllten sich damit nicht, meinte er doch vor Anpfiff der Partie: "Wir brauchen einen kühlen Kopf und ein heißes Herz." Nach Schlusspfiff gab es bei den Salzburgern mehr enttäuschte Gesichter als Jubel über den Punktgewinn beim designierten Gruppenfavoriten Sevilla. Denn die Bullen konnten neben den zwei verschossene Elfmetern auch aus einer gut 40-minütigen Überzahl kein Kapital schlagen. Nach Gelb-Rot für Stürmer Youssef En-Nesyri schien der Weg für die jüngste Startelf in der Champions League seit Arsenal im Jahr 2009 (Durchschnitt 22,1 Jahre) frei. Sevilla zeigte aber auch in Unterzahl seine Klasse, verteidigte geschickt und war am Ende dem Sieg sogar etwas näher.

"Das 1:1 beschert uns gemischte Gefühle. Wir hatten in der ersten Hälfte nicht viel Ballbesitz, aber gute Chancen, dazu drei Elfmeter", resümierte Adeyemi, der zum "Man of the match" gewählt wurde. "Der Ausschluss hat das Spiel für uns dann komplizierter gemacht. Insofern können wir mit dem Punkt ein bisschen zufrieden sein."

Die Salzburger agierten mit fünf Champions-League-Debütanten in der Startformation (Köhn, Solet, Aaronson, Seiwald und Sesko) ziemlich abgebrüht. Vor 25.000 extrem lauten Zuschauern und zwischenzeitlichem Platzregen, übrigens dem ersten Niederschlag seit drei Monaten in Sevilla, versuchten die Bullen nicht wie wild zu pressen, sondern kontrolliert und situativ. So fand man immer wieder gute Chancen vor, die beste hatte - abgesehen von den Strafstößen - Benjamin Sesko in der 47. Minute nach Adeyemi-Vorarbeit. Doch Sevilla-Keeper Bono parierte sehenswert.

"Es war eine Achterbahn der Gefühle. Wenn man zwei Elfmeter verschießt und trotzdem einen Punkt aus Spanien mitnehmen darf, kann man zufrieden sein, denke ich", sagte Trainer Jaissle, der wie so viele seiner Spieler Champions-League-Debütant war. "Die Art und Weise, wie die Mannschaft das heute gemacht hat, beeindruckt mich. Ärgerlich ist es dennoch allemal, da wollen wir uns gar nichts vormachen", meinte der 33-jährige Jaissle nach dem verrücktesten Fußballspiel seiner noch jungen Trainerkarriere.

Das Match im Liveticker:

Aufgerufen am 18.09.2021 um 03:31 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/champions-league-achterbahn-der-gefuehle-bei-salzburgs-elfmeter-drama-109276765

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