Champions League

Tottenham schießt Ajax k.o. - Red Bull Salzburg jubelt

Jetzt ist es so gut wie fix: Red Bull Salzburg spielt im Herbst 2019 in der Champions League - und zwar dank der Hilfe von Tottenham Hotspur, das den Halbfinal-Thriller gegen Ajax Amsterdam für sich entschied. Lesen Sie das dramatische Match auch im Liveticker nach!

Tottenham Hotspur hat dank Dreifach-Torschütze Lucas Moura in einer weiteren denkwürdigen Europacup-Nacht das Außenseiter-Märchen von Ajax Amsterdam beendet und kämpft nun in einem englischen Duell mit Jürgen Klopps FC Liverpool um die europäische Fußball-Krone.

Die Spurs erreichten ihr erstes Champions-League-Endspiel durch einen unfassbaren 3:2-Auswärtssieg bei Ajax Amsterdam und schafften dabei ein ähnlich eindrucksvolles Comeback wie Trainer Klopp und die Reds tags zuvor beim 4:0 nach 0:3-Hinspielniederlage gegen den FC Barcelona.

Tottenham schaffte als erst zweiter Verein in der Historie der Königsklasse den Finaleinzug trotz einer Hinspiel-Niederlage zu Hause - und machte dabei sogar noch einen 0:2-Pausenrückstand am Mittwoch wett.

Factbox zu Finalisten - Trainer, Stars, bisherige Erfolge<br><br> SN/APA
Factbox zu Finalisten - Trainer, Stars, bisherige Erfolge

Ohnehin stand das Spiel in der stimmungsvollen Johan-Cruijff-Arena der Europacup-Sternstunde vom Vortag in Sachen Tempo, Dynamik und Atmosphäre in wenig nach. Nach den Treffern von Kapitän Matthijs de Ligt (5.) und Flügelstürmer Hakim Ziyech (35.) wähnte sich Ajax schon im ersten Finale seit 23 Jahren. Der dreifache Torschütze Lucas Moura (55./59./90.+6) als Ersatz des weiter verletzten Superstars Harry Kane drehte aber das Spiel und wurde zum Spurs-Held.

Während Ajax das mögliche Triple verpasste, winkt der Premier League nun ein großer Triumph in den Europacups. Denn auch in der Europa League ist ein rein englisches Finale zwischen Chelsea und dem Londoner Stadtrivalen FC Arsenal durchaus möglich.

Der Finaleinzug von Tottenham ist auch ein Glücksfall für Red Bull Salzburg. Die Bullen hatten darauf gehofft, dass der Club aus London das Rennen macht. Denn jetzt ist es so gut wie fix: Salzburg ist im Herbst 2019 in der Gruppenphase der Champions League dabei.

Wäre Ajax aufgestiegen, hätte das Team des künftigen Salzburg-Trainers Jesse Marsch weiterhin zittern oder eventuell sogar in die Qualifikation müssen. Das sollte vom Tisch sein.

Die einzige kleine Unsicherheit ist der Qualifikationsmodus, der schon zu Saisonbeginn feststand: Österreichs Meister, also Red Bull Salzburg, ist fix in der CL-Gruppenphase dabei, wenn der CL-Sieger 2019 sich auch über seine nationale Meisterschaft qualifiziert hat.

Tottenham spielte als aktuell Vierter der englischen Premier League fix in der CL-Gruppenphase 2019/2020 mit. Der Fünfte der Premier League, Arsenal London, könnte Tottenham aber noch überholen, hat eine Runde vor Schluss allerdings drei Punkte Rückstand und ein um acht Treffer schlechteres Torverhältnis. Tottenham müsste also daheim am Sonntag (16) gegen Everton hoch verlieren, Arsenal auswärts bei Burnley einen Kantersieg einfahren.

Aber auch dann wäre Salzburgs fixer CL-Startplatz noch möglich. Nämlich, wenn Liverpool - im schlechtesten Fall Zweiter der diesjährigen Premier League - als klarer Favorit das CL-Finale gegen Tottenham gewinnt.

Und das sollte am 1. Juni im Estadio Metropolitano von Madrid beim Champions-League-Endspiel wohl möglich sein. Salzburg winkt dann eine Antrittsprämie in der Königsklasse von sage und schreibe 22 Millionen. Der Champions-League-Fluch wäre nach bisher elf erfolglosen Anläufen abgelegt.

Am Sonntag könnte dies also soweit sein. Salzburg beginnt sein Heimspiel gegen den LASK um 17 Uhr. In der Halbzeitpause ist die Premier League zu Ende. Die Resultate von Tottenham und Arsenal sind dann bekannt. Mit einem Tweet hat Red Bull Salzburg seine Fans bereits auf diesen möglichen "historischen Moment" hingewiesen.

Ein Mann geht in die Knie und weint &#8211; jedoch vor Freude: Mauricio Pochettino, Trainer von Tottenham Hotspur. SN/AP
Ein Mann geht in die Knie und weint – jedoch vor Freude: Mauricio Pochettino, Trainer von Tottenham Hotspur.

Stimmen zum Spiel:

  • Mauricio Pochettino (Tottenham-Trainer): "Es ist schwer, Worte zu finden. Danke an den Fußball, danke an meine Spieler. Ich habe eine Gruppe von Spielern, die Helden sind. Die zweite Hälfte war unglaublich. Es ist unmöglich, solche Emotionen ohne den Fußball zu erleben. Wir haben in der Besprechung vor dem Spiel gesagt: Wenn du arbeitest und die Liebe spürst, spürst du auch die Leidenschaft für diesen Sport. Es war eine Freude, ein derartiges Spiel zu sehen. Die Chance, ein Finale zu spielen, ist unglaublich."
  • Lucas Moura (Tottenham-Stürmer, Dreifach-Torschütze): "Das war ein großes Geschenk von Gott. Und ich möchte es mit meinen Teamkollegen und meiner Familie teilen."
  • Christian Eriksen (Tottenham-Offensivspieler): "Es ist ein Traum, im Finale zu stehen. Wir haben gefühlt, dass wir uns nicht in den Spiegel schauen können, wenn wir 0:3 oder 0:4 untergehen. Wir mussten kämpfen, haben dann früh getroffen, um das Momentum ein wenig zu haben, sie unter Druck zu bringen. Heute war es kein taktisches Spiel, sondern ein Kampf und eine Leistung mit Herz. Lucas hat uns das Spiel gewonnen, er verdient das. Ich hoffe, er bekommt jetzt eine Statue."
  • Son Heung-min (Tottenham-Offensivspieler): "Ich habe sowas auch nicht so oft gesehen. In der ersten Hälfte haben wir zwei Tore kassiert, aber wir haben auch Chancen gehabt. In der zweiten Hälfte war es ein komplett verrücktes Spiel. Wir sind einfach so glücklich, und wir haben so gefightet bis zum Ende. Wir haben an uns geglaubt. Drei Tore von Lucas sind einfach Wahnsinn. Die Mannschaft hat in jeder Situation gekämpft."
  • Danny Rose (Tottenham-Verteidiger): "Wir haben Liverpool vergangene Nacht gesehen. Es zeigt, dass es nicht zu Ende ist, bevor es zu Ende ist. Wir waren nach dem Hinspiel enttäuscht, wie wir gestartet sind, und wir sind auch heute so gestartet. Aber nach der Pause war es unser Spiel."
  • Erik ten Hag (Ajax-Trainer): "Wir finden heute keine Worte dafür. Und wir werden auch morgen keine finden."
  • Matthijs de Ligt (Ajax-Kapitän): "Natürlich ist es sehr hart, das wird jeder verstehen. Wenn du so nahe am Finale bist und in der letzten Sekunde verlierst, das ist einfach unbeschreiblich. In der ersten Hälfte war unser Pressing sehr gut. In der zweiten Hälfte haben wir uns zu weit hinten hineindrängen lassen, da wird es schwer. Am Ende geht es aber nur darum, dass wir verloren haben. Ich habe es jetzt schon realisiert. Das ist die schlimmste Art und Weise, aus der Champions League auszuscheiden."
Enttäuscht &#8211; Ajax-Jungstar Matthijs de Ligt. SN/APA/AFP/EMMANUEL DUNAND
Enttäuscht – Ajax-Jungstar Matthijs de Ligt.



Champions-League-Halbfinale,Mittwoch: Ajax Amsterdam - Tottenham Hotspur 2:3 (2:0). Tore: de Ligt (5.), Ziyech (35.); Moura (55., 59., 96.). Gesamtscore 3:3. Tottenham dank der Auswärtstorregel weiter.


Das Match im Liveticker:

Aufgerufen am 07.12.2021 um 08:39 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/champions-league-tottenham-schiesst-ajax-k-o-red-bull-salzburg-jubelt-69889660

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