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Champions League und EURO 2020 wegen Coronavirus in Frage gestellt

Die UEFA berät am kommenden Dienstag, wie es mit Champions League, Europa League und der EURO 2020 weitergehen soll. Ein Abbruch der Clubbewerbe steht als konkretes Szenario im Raum, die EURO könnte auf 2021 verschoben werden. Der LASK wird am heutigen Abend gegen Manchester United spielen.

Champions League vor Zwangspause? SN/gepa pictures/witters
Champions League vor Zwangspause?

Am Donnerstagnachmittag kamen auch die Champions League und die Europa League ins Wanken. Das Gerücht kam auf, dass die europäischen Clubbewerbe 2019/20 vor dem Abbruch stünden. Die spanische Tageszeitung "Marca" schrieb dies unter Berufung auf einen Funktionär. Nationale Fußballmeisterschaften waren wegen der Auswirkungen des Coronavirus schon zuvor in ganz Europa ausgesetzt und unterbrochen worden. Nur die milliardenschweren UEFA-Bewerbe schienen dem Chaos noch trotzen und allenfalls mit Spielen ohne Zuschauer unbeirrt weiterlaufen zu können.

Überhaupt präsentiert sich der europäische Fußballverband in diesen verrückten Tagen als ein Hort der Ruhe und Gelassenheit. Denn auch das Mega-Turnier EURO 2020, das in zwölf europäischen Ländern stattfinden und in genau drei Monaten beginnen soll, war aus Sicht der Funktionäre nicht in Frage gestellt. "Die EURO 2020 startet am 12. Juni 2020 in Rom", ließ der Verband am Dienstag verlauten. Dabei ließen die unzähligen Meldungen über ausgesetzte, verschobene und unterbrochene nationale Bewerbe bereits immer größere Zweifel aufkommen, ob die Terminpläne weiter einhaltbar bleiben.

Am Donnerstag wurde die Lage dann aber auch den hohen Herren an der Spitze des europäischen Fußballs zu heiß. Eine Krisensitzung soll klären, wie es mit Champions League, Europa League und der EM weitergehen soll. Am Dienstag (17. März) werden Vertreter von allen 55 Mitgliedsverbänden in einer Videokonferenz beratschlagen, wann und wie nach dem Ausbruch der Pandemie Fußball gespielt wird. Thematisiert werden dabei laut UEFA "alle nationalen und europäischen Wettbewerbe". Es bleibt bis dahin Spekulation, ob die Bewerbe ab- oder unterbrochen werden, wie die Qualifikation für die nächstjährigen UEFA-Bewerbe oder Auf- und Abstiege geregelt werden. Die französische Sportzeitung "L'Equipe" berichtete am Donnerstagnachmittag, dass die EM ins Jahr 2021 verschoben werden und die Europacup-Wettbewerbe vorläufig ausgesetzt werden sollen. Eine Quelle nannte das Blatt nicht.

Die Terminkalender sind eng aufeinander abgestimmt, die Ligen und Cups richten sich nach den Spielrunden auf europäischer Ebene sowie Zeitfenstern für Länderspiele. Eine Aussetzung des Spielbetriebs wäre aber nur die logische Folge. In der Europa League sind bereits zwei für Donnerstag angesetzte Spiele abgesagt worden, womit der Terminplan schon nicht mehr einzuhalten war. Unklar ist zudem, ob die fünf in den beiden Wettbewerben noch vertretenen Clubs aus Italien überhaupt noch am Spielgeschehen teilnehmen können. Das Land ist in Europa am stärksten von dem Virsu betroffen. Bei Juventus Turin hatte es mit Daniele Rugani am Mittwoch den ersten positiv auf das Coronavirus getesteten Fußballprofi gegeben. Inter Mailand teilte mit, sich aus allen Bewerben bis auf weiteres zurückzuziehen.

Auch Champions-League-Rekordgewinner Real Madrid hat in Spanien seine Spieler unter Quarantäne gesetzt. Hintergrund war die Infektion eines Basketballers der "Königlichen", der im selben Trainingszentrum wie die Kicker verkehrt. Die spanische Liga hat zur selben Zeit den Spielbetrieb in den zwei obersten Ligen zumindest bis April ausgesetzt. Der wettbewerbsmäßige Fußball steht somit in ganz Europa still - abgesehen von Kriegszeiten gab es das noch nie.

LASK-Spiel findet statt

Kurzfristig war man auch in Linz in Sorge, dass das Europa-League-Spiel am Donnerstagabend gegen Manchester United abgesagt werden könnte. Die UEFA bestätigte aber am Nachmittag, dass die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit um 18.55 Uhr stattfinden kann.

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