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Clubkollegen wollen Arnautovic loswerden

Goodbye London, Ni hao Shanghai: ÖFB-Teamspieler Marko Arnautovic wird sich bald in einer weiteren Fremdspache unterhalten können. Der Transfer des 30-Jährigen von West Ham United zum chinesischen Super-League-Club SIPG Shanghai hat sich in den vergangenen Tagen konkretisiert.

Marko Arnautovic SN/gepa
Marko Arnautovic

Einen Medizincheck soll er bereits absolviert haben. Beim bisherigen Arbeitgeber dürfte man bereit sein, den Österreicher um 25 Millionen Euro abzugeben. Trainer Manuel Pellegrini und auch die Mitspieler sollen laut Medienberichten darauf drängen, den Offensivspieler im Sinne des Mannschaftsklimas loszuwerden.

Auch beim Anhang der "Hammers" hat Arnautovic viel Kredit verspielt. Bereits in der vergangenen Winterpause hatte es wochenlanges Theater um China-Transferabsichten gegeben. Letztlich verlängerte "Arnie" den Vertrag bei West Ham.

Auch diesmal wurden Freundlichkeiten ausgetauscht. Danijel, Arnautovics Bruder und Berater wurde von "Sky Sports" zitiert: "Er ist keine Kuh oder ein Pferd, das man zum Markt bringt. Er ist ein hochtalentierter Fußballer, der einfach benutzt wird von West Ham. Er ist nur eine Nummer für sie."

 Eine kolportierte Wochengage von 220.000 Euro dürfte Marko Arnautovic den Abschied versüßen. Sein wahrscheinlicher neuer Arbeitgeber wird von SIPG, dem Logistik- und Transportunternehmen des Hafens von Shanghai, gesponsert. Unter Coach Vitor Pereira liegt das Team auf Platz drei, nur knapp hinter Roger Schmidts Beijing Guoan und Guangzhou Evergrande. Die Brasilianer Hulk, Elkeson und Oscar bilden das Offensivdreieck.

Im Hinblick auf das ÖFB-Nationalteam positiv wäre, dass Arnautovic sofort zu Spielpraxis käme. Die Super League befindet sich mitten in der Saison und läuft ohne Pause bis Mitte August. Vor den nächsten EM-Qualifikationsspielen gegen Lettland (3. September in Salzburg) und Polen (6. September) bestreitet Shanghai SIPG noch das Viertelfinale-Hinspiel in der asiatischen Champions League gegen Urawa Red Diamonds (JAP).

Erfahrung mit langer Anreise zum Nationalteam hatte der kürzlich zurückgetretene Marc Janko. Er reiste 2014/15 vom Sydney FC aus Australien zur EM-Qualifikation an und erzielte wichtige Tore. "Dass ich ziemlich unter dem Jetlag litt, habe ich damals verschwiegen", verriet er später. Als Volltreffer hat sich für Andi Herzog und Israels Nationalteam die Nominierung eines China-Legionärs erwiesen. Eran Zahavi (Guangzhou R&F) erzielte im Frühjahr gegen Österreich und Lettland insgesamt fünf Tore. Aktive europäische Nationalspieler in der Super League sind unter anderem Marek Hamsik (Slowakei) und Yannick Carrasco (Belgien).

Aufgerufen am 20.08.2019 um 05:03 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/clubkollegen-wollen-arnautovic-loswerden-73114363

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