International

"Das ist etwas Besonderes": Andreas Ulmer im elitären 500er-Club

Andreas Ulmer, Rekordspieler von Red Bull Salzburg, feiert am Mittwoch gegen Bröndby ein besonderes Jubiläum.

Andreas Ulmer. SN/diener/roland krivec/defodi images
Andreas Ulmer.

Als Andreas Ulmer im Jänner 2009 zu Red Bull Salzburg wechselte, ächzte die Welt gerade unter einer globalen Finanzkrise, mit Barack Obama trat erstmals ein Afroamerikaner die US-Präsidentschaft an, die Schweinegrippe wurde von der Weltgesundheitsorganisation zur Pandemie erklärt und der Tod des "King of Pop" Michael Jackson stürzte die Musikfans in Trauer. Zwölfeinhalb Jahre sind seither vergangen - und Ulmer läuft immer noch. Im Champions-League-Play-off am Mittwoch (21 Uhr) gegen den dänischen Meister Bröndby absolviert der 35-jährige Bullen-Kapitän sein 500. Pflichtspiel für Salzburg. Wieso dieses Jubiläum auch für ihn besonders ist, warum er sich mit 35 immer noch genauso fit wie mit 23 fühlt und was er für das Entscheidungsmatch in Dänemark erwartet, erzählte der Rekordspieler von Red Bull Salzburg den SN.

Sieben Pflichtspiele, sieben Siege: Wie bewerten Sie Salzburgs Saisonstart? Andreas Ulmer: Das lief bisher wirklich nahezu perfekt. Dass wir trotz der personellen Veränderungen in der Sommerpause gleich so gut reingekommen sind, hätten wir uns nicht besser wünschen können. Die Jungen schließen nahtlos an die Leistungen ihrer Vorgänger an, speziell Karim (Adeyemi) hat sich toll entwickelt, nimmt den Schwung richtig mit und ist jetzt auch ein echter Torjäger. Dazu dieser Supertreffer von Mërgim (Berisha) am Samstag gegen Austria Klagenfurt. Das gibt Selbstvertrauen für das Rückspiel gegen Bröndby.

Für Sie ist es das 500. Spiel im Trikot von Red Bull Salzburg. Ja, ich habe dieses Jubiläum schon seit ein paar Wochen auf dem Schirm. Das ist doch etwas Besonderes. So viele Spiele für einen Verein zu machen passiert im heutigen Fußball nicht mehr so oft.

Sie sind seit zwölf Jahren die Konstante in Salzburg. Stand nie ein Wechsel im Raum? Seit ich in Salzburg bin, fühle ich mich sehr wohl. Insofern hat es nie einen triftigen Grund gegeben, zu wechseln. Ich habe entsprechende Anfragen deshalb auch nie weiterverfolgt. Trotzdem kann man das natürlich nicht planen, so ein Jubiläum muss passieren. Da muss vieles zusammenspielen: Du musst verletzungsfrei bleiben und natürlich über einen langen Zeitraum immer deine Leistung bringen.

Mit 35 Jahren scheinen Sie genauso fit zu sein wie bei Ihrem Wechsel von Ried zu Red Bull Salzburg 2009. Gibt's ein Geheimnis? Training, Training und nochmals Training zum einen, bewusste Ernährung zum anderen. Du musst als Spieler auch immer offen sein für Neues, auf deinen Körper hören und mit den entsprechenden Regenerationsprogrammen reagieren. Ein spezielles Rezept gibt es aber nicht, außer, dass man immer am Ball bleiben muss und sich nie auf dem Erreichten ausruhen darf.

Welches Jubiläum folgt als Nächstes: das 600. Pflichtspiel? Dafür müsste ich noch etwa zweieinhalb Jahre spielen. Utopisch ist es nicht. Ich habe immer gesagt, dass ich so lange auf höchstem Niveau spielen möchte, solange es möglich ist.

In Bröndby steht nicht weniger als die Champions League auf dem Spiel. Ihre Erwartungen nach dem knappen 2:1 daheim? Wir fahren dorthin, um zu gewinnen und in die Champions-League-Gruppenphase einzuziehen. Wir wollen in Bröndby nichts verwalten. Ich glaube, wir tun uns selbst einen Gefallen, wenn wir dort unseren Fußball auf den Platz bringen. Dann werden wir wieder genügend Torchancen vorfinden - mit dem Unterschied zum Hinspiel, dass wir sie früher nützen müssen.

Wo liegt die größte Gefahr beim Gegner? Im Umschalten ist Bröndby gefährlich, das haben sie schon in Salzburg gezeigt, auch bei Standards. Im Stadion wird uns eine aufgeheizte Atmosphäre erwarten, so etwas haben unsere jungen Spieler vielleicht noch nicht erlebt. Da heißt es, sich gut darauf vorzubereiten und energisch in die Partie zu starten.

Auch für Matthias Jaissle (33) eine Bewährungsprobe … Sie spielen zum ersten Mal unter einem Trainer, der jünger ist als Sie selbst. Wie klappt die Zusammenarbeit? Er ist noch ein junger Trainer, aber doch schon etliche Jahre im Trainergeschäft. Darüber hinaus bin ich sowieso der Meinung, dass das Alter im Fußball kein echter Gradmesser ist. Im Fall von Matthias Jaissle ist das Ausschlaggebende, wie er mit der Mannschaft arbeitet - und das macht er richtig gut.

Aufgerufen am 07.12.2021 um 10:15 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/das-ist-etwas-besonderes-andreas-ulmer-im-elitaeren-500er-club-108420148

Kommentare

Schlagzeilen