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Deutsche Fußball-Liga unterbricht Spielbetrieb

Als letzte europäische Topliga hat nun auch die deutsche Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie per sofort unterbrochen und wird an diesem Wochenende nicht mehr spielen. "Angesichts der Dynamik des heutigen Tages" habe man beschlossen, "den ursprünglich heute beginnenden 26. Spieltag in beiden Ligen zu verlegen", teilte die DFL am Freitagnachmittag mit.

Die Stadien bleiben leer SN/APA (dpa)/Roland Weihrauch
Die Stadien bleiben leer

Am Vormittag hatte es zunächst geheißen, man werde den Spielbetrieb ab kommendem Dienstag bis zum 2. April unterbrechen. Bei dieser Unterbrechung soll es zunächst auch bleiben, allerdings schon ab Freitag. "Hintergrund ist unter anderem, dass sich im Lauf des Tages der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus im Umfeld mehrerer Clubs und von deren Mannschaften ergeben haben und weitere Infektionen nicht auszuschließen sind", schrieb die DFL zur Begründung der späten Absage. Eigentlich hätten die Partien als Geisterspiele stattfinden sollen.

Das Spiel zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen war allerdings schon im Lauf des Freitags abgesetzt worden. Auch Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn, die am Freitagabend (20.30 Uhr) spielen sollten, beantragten bei der DFL eine Verlegung. Betroffen von der Maßnahme der DFL sind nun auch 29 österreichische Legionäre in der 1 bzw. 22 in der 2. Liga.

Ziel sei es weiterhin, "die Saison bis zum Sommer zu Ende zu spielen - aus sportlichen Gesichtspunkten, aber insbesondere auch weil eine vorzeitige Beendigung der Saison für einige Clubs existenzbedrohende Konsequenzen haben könnte", wie die DFL am Freitagnachmittag noch einmal ausdrücklich wiederholte. Eine am Montag angesetzte Mitgliederversammlung soll das weitere Vorgehen beraten.

Österreichs Trainer-Export Oliver Glasner hatte vor der Entscheidung zu Besonnenheit gemahnt und das geplante Weiterspielen kritisiert: "Wir sind mittlerweile die einzige Liga europaweit, die noch spielt. Deshalb denke ich, dass das nicht die konsequenteste Lösung ist", erklärte der Trainer des VfL Wolfsburg am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die Führungskräfte der Branchenführer in der deutschen Fußball-Bundesliga warnten indes vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für einige Clubs gewarnt. Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge hält auch eine Absage der Europameisterschaft vom 12. Juni bis 12. Juli für "möglicherweise notwendig". Eine solche würde im Spielkalender Platz schaffen.

"Es steht zu hoffen, dass die Bundesliga-Clubs in den vergangenen Jahren so viel Substanz gebildet haben, dass alle diese Krise überstehen", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitagabend, nachdem die deutsche Liga als letzte der europäischen Topligen den Not-Stopp verordnet hatte. "Das Präsidium der DFL hat eine Entscheidung getroffen, die es zu respektieren gilt - unabhängig davon, dass es sicher auch andere Ansätze gegeben hätte", meinte Watzke.

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