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Erstaunliche Karriere: Ex-Salzburg-Trainer Adi Hütter wechselt zu Eintracht Frankfurt

Ex-Red-Bull-Salzburg-Trainer Adi Hütter ist neuer Trainer von Eintracht Frankfurt und damit Nachfolger von Niko Kovac. Das gab der deutsche Bundesligist am Mittwochnachmittag bekannt.

Karrieresprung erster Ordnung: Adi Hütter. SN/gepa pictures/ hans osterauer
Karrieresprung erster Ordnung: Adi Hütter.

Adi Hütter wechselt nach seiner Traumsaison bei den Young Boys Bern zum deutschen Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Der 48-jährige Vorarlberger erhält beim DFB-Cup-Finalisten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021.

Vorgestellt wird der Ex-Salzburger erst später, da er mit Bern noch am 27. Mai um das Schweizer Double kämpft. Hütter: "Ich werde mit meiner Mannschaft alles daran setzen, nach der Meisterschaft auch den Cup zu holen. Es würde mir enorm viel bedeuten, mit YB das Double zu gewinnen."

Auch für Hütters künftigen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt ist die Saison noch nicht beendet. Die Hessen spielen am Samstag im Finale des DFB-Pokals in Berlin. Der Gegner: Bayern München.

Hütters Vertrag bei Bern würde eigentlich noch bis Sommer 2019 laufen. In einem Interview mit der Austria Presse Agentur hatte der Vorarlberger Ende April gemeint, dass ihn auch die deutsche Bundesliga reizen würde.

"Das Ziel habe ich, das habe ich schon vor ein, zwei Jahren gesagt." Wenn sich zum richtigen Zeitpunkt eine Chance auftue, die für alle Beteiligten passt, werde er sie annehmen. "Ich denke, ich bin auch reif dafür. Ich bin aber auch sehr gern in Bern. Es ist nicht so, dass ich davonlaufen muss."

Hütter, Jahrgang 1970, spielte als Profi unter anderem sieben Jahre für Austria Salzburg (1993 - 2000). Er gehörte jener legendären Austria-Truppe an, die 1994 das Finale des damaligen UEFA-Cups erreichte und auf dem Weg in das Endspiel als erste österreichische Mannschaft zwei Teams aus der deutschen Bundesliga eliminierte. Eines dieser Teams war Eintracht Frankfurt.

Anfangsjahre: Adi Hütter bei einem Trainerkurs in der Sportschule Lindabrunn am 30. April 2008, im Bildhintergrund: Heimo Pfeifenberger.  SN/gepa pictures/ guenter artinger
Anfangsjahre: Adi Hütter bei einem Trainerkurs in der Sportschule Lindabrunn am 30. April 2008, im Bildhintergrund: Heimo Pfeifenberger.
Vorgänger/Nachfolger: Adi Hütter als Trainer des SCR Altach mit Niko Kovac (Red Bull Juniors) am 2. Oktober 2009 in der Red-Bull-Arena in Kleßheim.  SN/gepa pictures/ thomas bachun
Vorgänger/Nachfolger: Adi Hütter als Trainer des SCR Altach mit Niko Kovac (Red Bull Juniors) am 2. Oktober 2009 in der Red-Bull-Arena in Kleßheim.
Debattenbeiträge bei ÖFB-Veranstaltung am 27. Juni 2015 in Mondsee: Adi Hütter kurz nach seinem Abgang von Red Bull Salzburg und Niko Kovac, damals Teamchef der kroatischen Nationalmannschaft.  SN/gepa pictures/ mathias mandl
Debattenbeiträge bei ÖFB-Veranstaltung am 27. Juni 2015 in Mondsee: Adi Hütter kurz nach seinem Abgang von Red Bull Salzburg und Niko Kovac, damals Teamchef der kroatischen Nationalmannschaft.

Der 14-fache ÖFB-Teamspieler begann seine Trainerkarriere 2007 zunächst als Assistent bei den damaligen Red Bull Juniors. Ein Jahr später war er Cheftrainer bei den Juniors. Hütter arbeitete erfolgreich, eher überraschend räumte er diesen Posten zum Ende der Saison 2009 - pikanterweise für Niko Kovac.

Kurz danach heuerte Hütter SCR Altach an, dem Club seiner Vorarlberger Heimatgemeinde, den er in der Ersten Liga betreute und der mit einigen Aufstiegsambitionen in die Saison 2012/2013 startete.

Doch in Altach lief es in jener Saison nicht rund, im Herbst kam es zum Zerwürfnis zwischen Hütter und den Vereinsbossen. Hütter wurde entlassen, bekam aber bereits einen Tag danach ein Angebot des SV Grödig.

Es war der Beginn eines Fußballwunders. Denn noch in der selben Saison stieg Hütter mit dem zur Winterpause noch deutlich hinter der Spitze zurückliegenden Außenseiterteam aus Salzburg in die österreichische Bundesliga auf. Die Gegner hießen damals unter anderen SV Horn, Kapfenberg oder Vienna.

Auszug aus dem SN-Sportteil vom 6. Mai 2013 – Aufstieg in die Bundesliga. SN/sn
Auszug aus dem SN-Sportteil vom 6. Mai 2013 – Aufstieg in die Bundesliga.

Hütter führte Grödig sensationell in der ersten Bundesliga-Saison auf Rang drei und damit in die Europa-League-Qualifikation. Ehe diese begann hatte Hütter schon einen neuen Job - jenen des Cheftrainers von Red Bull Salzburg.

Nach dem Double-Gewinn 2015 wechselte Hütter von Salzburg zu den Young Boys Bern. Salzburg blieb er aber stets verbunden, immerhin lebt seine Familie in Seekirchen.

"Ein Traum geht in Erfüllung"

"Adi ist ein echter Fußballfachmann, der diesen Sport durch und durch lebt", sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. "Seine Vita ist beeindruckend, denn er hat nachhaltig bei mehreren Klubs bewiesen, dass er mit harter Arbeit auch aus geringen Möglichkeiten das Optimum herausholen kann." Hütter passe perfekt zur Eintracht, er sei immer der Wunschkandidat gewesen.

Hütter betonte: "Mit dem Wechsel zu Eintracht Frankfurt geht für mich ein Traum in Erfüllung." Als Spieler sei ihm die Bundesliga verwehrt geblieben, obwohl er einmal ein Angebot gehabt habe. "Als Trainer hatte ich bereits das eine oder andere Angebot aus der Bundesliga ausgeschlagen. Aber nun freue ich mich umso mehr darauf, in der Liga des Weltmeisters tätig sein zu können."

Für Young Boys Bern kam der Abgang wenig überraschend. "Emotional habe ich natürlich gehofft, den Weg mit Adi Hütter gemeinsam weiterzugehen. Rational war mir jedoch klar, dass es bei einer Anfrage eines Traditionsclubs schwierig für uns wird", sagte YB-Sportchef Christoph Spycher, der als Aktiver fünf Jahre bei der Eintracht gespielt hatte. Er muss sich auch auf die Suche nach einem neuen Co-Trainer machen, Hütters 51-jähriger Landsmann Christian Peintinger geht nämlich mit nach Frankfurt.

Aufgerufen am 20.05.2018 um 06:57 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/erstaunliche-karriere-ex-salzburg-trainer-adi-huetter-wechselt-zu-eintracht-frankfurt-28014481

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