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EURO-Frust nicht nur bei Österreich

Auch einige hochkarätige Nationalteams verzeichneten einen holprigen Start in die Qualifikation zur EURO 2020. Beim Vizeweltmeister herrscht schon Alarmstimmung.

Cristiano Ronaldo SN/APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA
Cristiano Ronaldo

Katerstimmung herrscht nach dem Start in die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2020 nicht nur in Österreich. Beim Team von Franco Foda soll nach dem Null-Punkte-Doppel gegen Polen und Israel eine knallharte Analyse zur Wende beitragen. Ganz ähnlich klingen die Reaktionen in Kroatien. Beim Vizeweltmeister läuten acht Monate nach dem WM-Finale die Alarmglocken.

Als "Schock" bezeichnete Weltfußballer Luka Modric die 1:2-Niederlage in Budapest gegen Ungarn. Bei den Gastgebern spielte Salzburg-Youngster Dominik Szoboszlai bis zur 65. Minute mit. "Wenn wir so weitermachen, werden wir große Probleme bekommen, uns für das Turnier zu qualifizieren - was ein Desaster wäre", sagte Modric weiter. Bereits die Nations League im Herbst hatte den Abstieg aus Liga A für Kroatien gebracht. Die Sporttageszeitung "Sportske novosti" befand, beim Auftritt in Budapest sei "alles schrecklich" gewesen. Die Medien schossen sich vor allem auf Aston-Villa Torhüter Lovre Kalinic und Inter-Mailand-Spieler Ivan Perisic ein. Nationaltrainer Zlatko Dalic blieb allgemeiner: "Einige Spieler sind nicht im Wettbewerbs-Rhythmus, andere sind nicht in Form."

Zumindest hatten die Kroaten zuvor, wenn auch mit Mühe, einen 2:1-Pflichtsieg gegen Aserbaidschan (mit Kroatiens Ex-Teamchefassistent Nikola Jurcevic auf der Bank) eingefahren. Noch sieglos ist hingegen nach zwei Spielen der EM-Titelverteidiger. Dabei konnte Portugal mit zwei Heimspielen starten. Nach der Nullnummer gegen die Ukraine gab es am Montag auch gegen Serbien in Lissabon nur ein 1:1. Das Resultat geriet beinahe zur Nebensache, weil Topstar Cristiano Ronaldo nach einer halben Stunde mit einer Verletzung am Oberschenkel vom Platz humpelte.

Vor allem bei seinem Club Juventus Turin bangt man nun um den Einsatz Ronaldos im Champions-League-Viertelfinale gegen Ajax Amsterdam (10. und 16. April). "Allarme Ronaldo!" titelte "Tuttosport" in großen Lettern auf Seite eins. "Ich bin nicht beunruhigt", gab der 34-Jährige leichte Entwarnung. "Ich kenne meinen Körper. Das sind Dinge, die im Fußball nun einmal passieren. In einer oder zwei Wochen werde ich wieder in Form sein", versicherte "CR7", der sich kurz vor Schluss noch über einen nicht gegebenen Hand-Elfmeter aufregte.

Vorerst wieder im Mittelmaß gelandet sind Islands Wikinger. Just im Stade de France in Paris, wo sie 2016 bei der EURO Österreich aus dem Bewerb warfen, kassierten die Isländer am Montag gegen Frankreich eine klare 0:4-Schlappe. Der Höhenflug, der Island auch zur Weltmeisterschaft nach Russland gebracht hatte, ist nach nur einem Sieg in den letzten 17 Länderspielen nun Geschichte.

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