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Europa League: Nach erster Niederlage wird der Aufstieg für Red Bull Salzburg ein hartes Stück Arbeit

Beim FC Brügge gab Red Bull Salzburg nach Zlatko Junuzovics Traumtor das Spiel noch aus der Hand. Nach dem 1:2 bei Belgiens Meister muss das Team von Marco Rose im Heimspiel treffen.


Eine stolze Serie ist gerissen, und Fußballmeister Red Bull Salzburg wird um den Aufstieg ins Achtelfinale der Europa League zwischen Red Bull Salzburg und FC Brügge noch richtig hart kämpfen müssen. Österreichs Meister kassierte im Hinspiel am Donnerstag in Belgien mit dem 1:2 (1:0) im 32. Pflichtspiel der Saison die erste Niederlage.

45 Minuten lang hatte die Elf von Trainer Marco Rose alles im Griff. Vor 18.000 Zuschauern im Jan-Breydel-Stadion erwartete die beiden Teams ein Spielfeld, das eher Sand- als Rasenplatz war. Die Gastgeber hatten auf diesem kaum eines Europacups würdigen Untergrund erst am Sonntag ihr Lokalderby gegen Cercle Brügge bestritten, die Salzburger gingen es auf dem unebenen Untergrund erst einmal vorsichtig an. Aber auch Brügge konnte nach einem ersten Schussversuch von Wesley nach einer Minute nicht den befürchteten überfallsartigen Sturmlauf starten.

Der ramponierte Platz erwies sich dann aber als Helfer bei der frühen Führung für die Bullen. Bei einem weiten Ball in die Tiefe von Andreas Ulmer vergaß die Abwehr der Belgier Zlatko Junuzovic auf halblinks. Der schaltete blitzschnell, als Torhüter Ethan Horvath wegrutschte und hob den Ball aus gut 20 Metern mit viel Gefühl zum 1:0 ins Netz (17.).

Der Treffer spielte den Bullen in die Karten. Sie standen in der Abwehr sicher und setzten vorne wie gewohnt Nadelstiche. André Ramalho hatte noch vor der Pause zwei Mal das 2:0 auf dem Fuß. Erst sprang ihm der Ball nach einer Maßflanke weg (34.), dann tauchte Torhüter Horvath bei seinem Schuss ab (38.). Der US-amerikanische Schlussmann war auch auf dem Posten, als der sehr agile Fredrik Gulbrandsen aus großer Distanz abzog (45.+1).

Brügge drehte nach der Pause auf

Der Beginn der zweiten Halbzeit hätte eine Warnung für Österreichs Serienmeister sein müssen. Brügge-Trainer Ivan Leko hatte zwei neue Leute gebracht, einer davon war Benoit Poulain, der nach einer Ecke eine Kopfball gut platzierte. Aber Munas Dabbur hechtete den Ball knapp vor der Linie mit der Brust weg (47.).

Damit schien Belgiens Meister sein Pulver vorerst schon wieder verschossen zu haben. Lange passierte wenig bis auf eine Gelbe Karte für Ramalho, der damit im Rückspiel gesperrt ist.

Der laute Weckruf kam dann in Form eines Stangenschusses aus spitzem Winkel von Emmanuel Bonaventure (63.). Und nur eine Minute später war der Ball im Tor: Stefano Denswil setzte einen Kopfball an die linke Innenstange, von wo er hinter die Linie holperte. Dabburs Rettungsversuch kam zu spät. Mit Verzögerung jubelten das Heimtem und ihre Fans: Die Torlinien-Technologie zeigte klar, dass der Ball die Linie überschritten hatte.

Nun waren die Blau-Schwarzen - mit Ausnahme eines zu leicht ausgefallenen Dabbur-Kopfballs (66.) - am Drücker. Krépin Diatta, der zweite Joker, machte viel Tempo. Die Fans hinter Alexander Walkes Tor wurden auch lauter. In der 81. Minute war es dann passiert: Ausgerechnet Torschütze Junuzovic lenkte eine Flanke unglücklich ab, Wesley hielt den Kopf beim Querschläger hin und es stand 2:1 für Brügge. Zusätzliches Pech für die Salzburger war, dass sie wegen einer Verletzung von Diadie Samassekou bei dieser Szene in Unterzahl waren.

Die Schlussoffensive mit den zusätzlich eingewechselten Stürmern Takumi Minamino und Patson Daka blieb ohne Erfolg. Gefährlicher war sogar Brügge in Kontern, Wesley verpasste einmal nur knapp. Nun braucht Red Bull Salzburg im Rückspiel am Donnerstag (18.55 Uhr) zumindest ein Tor. Der Aufstieg ins Europa-League-Achtelfinale dürfte ein hartes Stück Arbeit werden.

Alexander Walke hatte eine klare Erklärung für die Niederlage: "Wir sind gut reingekommen, haben das wichtigen Tor geschossen. Dann haben wir uns aber zu weit hinten reindrängen lassen. Wir haben das nicht konsequent zu Ende gespielt, deswegen haben wir heute verloren."

Brügge-Trainer Ivan Leko sagte: "Ich war böse zur Halbzeit, weil wir viel zu viel Angst und Respekt hatten. Daher musste ich daran erinnern, mehr Risiko und mehr Pressing reinzubringen." Das Duell sei weiter offen, Salzburg ein sehr starker Gegner: "Ich liebe den Fußball, wie ihn Salzburg spielt. Ein fantastisches Team mit einem tollen Trainer. Aber ich glaube auch an meine Mannschaft und dass sie den Aufstieg schaffen kann."

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