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Europa League: Sensationelle Salzburger gewinnen in Dortmund mit 2:1

Im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinales hat Red Bull Salzburg mit einer überragenden Darbietung einen 2:1-Erfolg bei Borussia Dortmund gefeiert. Nun ist der Aufstieg in Griffweite. Beide Salzburger Tore erzielte Valon Berisha. André Schürrle gelang nur noch der Anschlusstreffer.

Salzburg darf auf ein historisches Weiterkommen in der Europa League hoffen. Am Donnerstag gewannen die "Bullen" das Achtelfinalhinspiel bei Borussia Dortmund sensationell mit 2:1 (0:0) und haben für das Heimrückspiel am kommenden Donnerstag gute Karten. Ein Doppelpack von Valon Berisha (49./Elfer, 56.) brachte den verdienten Erfolg gegen den enttäuschenden BVB von Coach Peter Stöger.

Auch Andre Schürrles Anschlusstreffer (62.) konnte den erst 14. Sieg einer österreichischen Truppe im 57. Duell mit einer Mannschaft aus der deutschen Bundesliga (ohne DDR) nicht verhindern. Auswärts war es überhaupt der erste rot-weiß-rote Triumph in (West-)Deutschland. Für die Salzburger, die im Sechzehntelfinale schon mit dem Erfolg über Real Sociedad für Aufsehen gesorgt hatten, wäre es der erste EL-Viertelfinaleinzug.

Salzburg ist nun bereits 31 Pflichtspiele ungeschlagen, von den vergangenen 18 Europacup-Partien ging keine verloren. Auf internationalem Rasen sind Alexander Walke und Co. zehn Auswärtsspiele unbesiegt. Trainer Marco Rose hat in seinen 43 Bewerbspartien weiterhin nur eine Niederlage zu Buche stehen.

Schnelle Vorstöße der Bullen

Die Stimmung im Signal-Iduna-Park war zu Beginn nicht schlecht, für gewohnte Verhältnisse aber enttäuschend. Mit 53.700 Zuschauern verzeichnete die Arena nicht nur einen Saison-Minusrekord, sondern auch den schlechtesten Besuch seit Oktober 2010. Stögers Aufstellung bot kaum Überraschungen, einzig der nicht fitte Rechtsverteidiger Lukas Piszczek wurde von Gonzalo Castro ersetzt. Auch Salzburg setzte auf sein Stammpersonal. Auffällig war nur die linke Ausrichtung von Xaver Schlager im Mittelfeld, wo Berisha vorerst zentraler agierte. Die "Bullen" überließen nach aggressivem Beginn den Hausherren mehr Spielanteile, verzichteten aber nicht auf schnelle Vorstöße nach vorne. Abgesehen von einem Hwang-Kopfball (28.) und einem Volley Diadie Samassekous (6.) jeweils neben das Tor brachte das zwar lange Zeit keine Chancen ein, umgekehrt kam aber auch Dortmund kaum zu nennenswerten Möglichkeiten.

Ein Schürrle-Volley aus zehn Metern relativ knapp über das Tor (6.) sowie ein Weitschuss von Mahmoud Dahoud (28.) blieben das einzig Zählbare, die Halbzeitpfiffe für die Hausherren kamen nach einer schwachen Vorstellung nicht überraschend. Zudem wäre Salzburg kurz vor der Pause noch in Führung gegangen. Die erste Doppelchance durch Hwang und Dabbur aus kurzer Distanz vereitelte erst Goalie Roman Bürki, ehe Marcel Schmelzer vor der Linie rettete (40.). Minuten später hämmerte Hwang den von Ömer Toprak abgefälschten Ball aus fast 20 Metern an die Stange (45.+1).

Führung war keine Überraschung

Es war so gesehen auch keine Überraschung, dass es bald nach Wiederbeginn tatsächlich 1:0 für die Gäste stand. Toprak hatte Hwang an der Strafraumgrenze von hinten zu Fall gebracht, Berisha den Elfer souverän verwertet. Auch in den folgenden Minuten fanden die Deutschen gegen die weiterhin aggressiven Salzburger keine Antworten, die Gäste hingegen präsentierten sich eiskalt. Im inzwischen starken Regen schickte Schlager nach einem Ballgewinn im Mittelfeld Stefan Lainer seitlich auf die Reise, der wiederum legte zurück zu auf Berisha, gegen dessen Hammer unter die Latte Bürki chancenlos war.

Es war ein weiterer Weckruf für die Borussia, die nun stärker auf den Anschlusstreffer drängte und durch Schürrle, der den Ball nach einer Flanke im Heranspringen über die Linie drückte, belohnt wurde. Viel mehr Gefahr kam von den Deutschen aber auch im Finish nicht mehr. Schürrle (75.) und der völlig frei stehende Sokratis mit einem schlechten Kopfball (81.) vergaben die besten Möglichkeiten. Auch Salzburg fand im Konter durch Fredrik Gulbrandsen (75.) und Takumi Minamino (79.) noch Chancen vor.

Stimmen zum Spiel

Trainer Marco Rose war glücklich, und damit nicht allein: "Es freut uns, dass wir so viele Fans glücklich gemacht haben. Das Ergebnis ist gut, aber es ist erst Halbzeit." Zu seinen taktischen Maßnahmen erläuterte der Coach: "Wir haben in einem 5-3-2 angefangen und so haben die Automatismen nicht gleich geklappt. Nach der Pause haben wir umgestellt und mit der Raute besser Zugriff bekommen." Nach den Toren habe sein Team "fleißig verteidigt und wenig zugelassen."

Stefan Lainer sagte: "Der Sieg war verdient für uns. Wir hatten noch weitere große Möglichkeiten. Insgesamt war das ein sehr guter Auftritt von uns. Von der Mentalität her war das von uns am Limit. Aber das muss in so einem Spiel gegen so einen Gegner auch so sein." Zur Frage, ob vor dem 2:0 ein Foul von ihm passiert sei: "Das weiß ich nicht, ich habe einen Doppelpass gespielt. Man muss nicht drüber reden, der Schiri war auch öfter nicht auf unserer Seite." Und zum Rückspiel: "Dortmund hat große Qualität in seinen Reihen, jetzt ist erst Halbzeit. Wir müssen auch in Salzburg konsequent und diszipliniert spielen. Aber wir freuen uns sehr auf diese 90 Minuten."

Doppeltorschütze Valon Berisha erklärte: "Wir haben den ersten Schritt gemacht, es ist aber erst Halbzeit. Wir freuen uns über den Sieg, aber wir werden nicht groß feiern. Dortmund ist eine gute Mannschaft, die kann zurückkommen mit ihrer starken Offensive. Entscheidend war unser Teamgeist und dass jeder für den anderen gelaufen ist. In der zweiten Halbzeit ist es schwierig für uns geworden, aber wir haben gut verteidigt." Seine Erklärung für den Erfolg: "Wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft und einen guten Trainer, der uns immer top vorbereitet. Mit unserer Spielweise und mit dem Gegenpressing sind wir für alle ein unangenehmer Gegner."

Dortmund-Trainer Peter Stöger analysierte: "Die Enttäuschung ist nicht wahnsinnig groß, weil wir heute einfach nicht gut genug waren. Wir haben nicht alles abgerufen. Es war nicht genug von dem Spirit da, der den Europapokal ausmacht. Der Elfmeter war außerhalb, beim zweiten Tor war vorher ein klares Foulspiel. Salzburg hat uns immer wieder vor Probleme gestellt, dennoch war es nicht notwendig, hier zu verlieren. Mit so einer Leistung wird es (im Rückspiel) zu wenig sein. Wenn man Dortmund kennt, weiß man aber, dass wir auch auswärts überall gewinnen können."

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

Quelle: SN

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