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FC Bayern gewinnt Pokalfinale gegen RB Leipzig

Bayern München hat das Double in Deutschland geholt. Nach dem Meistertitel gab es für David Alaba und Co. auch den Pokalsieg durch ein 3:0 im Finale gegen RB Leipzig.

Der deutsche Red-Bull-Ableger hat damit die Chance verpasst, zehn Jahre nach der Clubgründung den ersten großen Titel zu gewinnen. Für Bayern-Trainer Niko Kovac, vor einem Jahr bereits Pokalsieger mit Eintracht Frankfurt, war der Titelgewinn nach den Diskussionen um seine Person eine große Genugtuung.

Eine starke Anfangsphase konnte das Team von Trainer Ralf Rangnick nicht nützen, auch weil Bayern-Keeper Manuel Neuer sensationell gegen Yussuf Poulsen parierte (11.). Mit dem ersten gefährlichen Angriff ging Bayern durch Robert Lewandowski in Führung, der Assist kam von ÖFB-Legionär David Alaba (29.). Leipzig hielt lange dagegen und durfte auf den Ausgleich hoffen. Erst Kingsley Coman sorgte mit einem Supertor für die Vorentscheidung (79.), Lewandowski erhöhte mit seinem zweiten Tor auf 3:0 (85.). In der Schlussphase kamen die Altstars Arjen Robben und Franck Ribéry zu ihren Abschiesauftritten.

Bei Leipzig spielte der Österreicher Marcel Sabitzer durch, Konrad Laimer kam ab der 65. Minute zum Einsatz. Stefan Ilsanker stand nicht im Kader. Seinen letzten Arbeitstag für die Leipziger hatte Co-Trainer Jesse Marsch, der in der neuen Saison Chefcoach beim Schwesterclub Red Bull Salzburg wird.

Leipzig präsentierte sich in der lange Zeit ausgeglichenen Partie als Gegner auf Augenhöhe. Nach einer starken Anfangsphase des Herausforderers hatten die Bayern aber Vorteile und verdienten sich den letztendlich deutlichen Sieg. Neben Doppel-Torschütze Lewandowski war Nationaltorhüter Manuel Neuer der Matchwinner für die Bayern. Der 33-Jährige rettete nach sechswöchiger Verletzungspause zweimal glänzend und rechtfertigte damit das Vertrauen von Kovac.

74.322 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. Vor allem die Trainer standen im Blickpunkt: Kovac, der nach dem Triumph mit Eintracht Frankfurt sein zweites Pokalfinale in Serie gewann, stärkte als Double-Sieger seine Position. Schon am Freitag hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Gerüchten über eine angeblich erwogene Trennung widersprochen.

Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick dagegen konnte in seinem letzten Spiel auf der Trainerbank nicht den erhofften ersten großen Titel mit RB zehn Jahre nach der Vereinsgründung feiern.

Bei den Münchnern gab Neuer ein überragendes Comeback. Nach gut zehn Minuten bewahrte er sein Team vor dem frühen Rückstand, als er mit einem starken Reflex einen Kopfball von Yussuf Poulsen nach einer Ecke noch an die Latte lenkte (11.). Kurz nach der Halbzeit verhinderte er im Eins-gegen-Eins mit Emil Forsberg das 1:1.

Tribünengast Joachim Löw hatte vor der Partie prophezeit, der Stil von Leipzig könne den Bayern "sicherlich auch weh tun". Und der Final-Debütant war in der Anfangsphase die bessere Mannschaft. Joshua Kimmich rettete erst gegen Poulsen, dann gegen Timo Werner. Leipzig spielte druckvoller, störte den Gegner früh im Spielaufbau und gewann vor allem die entscheidenden Zweikämpfe im Mittelfeld.

Die Bayern verbuchten zu Beginn nur eine Halbchance durch Serge Gnabry, der mit Coman zunächst die Seiten getauscht hatte. Der Schuss des Nationalspielers ging am Tor vorbei (3.). Nach der anfänglichen Leipziger Dominanz half den Bayern dann der Führungstreffer, besser ins Spiel zu kommen. Gegen den präzisen Kopfball von Lewandowski gegen die Laufrichtung war Torhüter Peter Gulacsi machtlos.

Die Münchner waren nun deutlich besser im Spiel und kontrollierten das Geschehen. Die Sachsen brauchten einige Zeit, um den Rückstand zu verarbeiten, und wankten in der Defensive bedenklich. Der Außenseiter hatte Glück, kein zweites Gegentor zu kassieren. Ibrahima Konaté köpfte einen Schuss von Coman von der Linie, Lukas Klostermann klärte vor Javi Martínez und Gulasci rettete gegen Mats Hummels.

Nach der Pause intensivierten die Leipziger ihre Bemühungen nach vorne noch einmal. Mit einen Schuss vom bis dahin unauffälligen Werner, für den es das letzte Spiel im RB-Trikot gewesen sein könnte, hatte Neuer keine Probleme (49.).

Kurz darauf rettete Niklas Süle auf der Linie gegen einen Schuss von Werner (57.), danach waren wieder die Münchner am Drücker. Gulacsi parierte gegen Hummels, Thiago brachte einen Kopfball nicht im Tor unter und Müller schlenzte den Ball neben das Tor (64.). Die Partie war nun offen, beide Teams erspielten sich Chance um Chance.

Bei den Münchnern feierte Corentin Tolisso acht Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback als Einwechselspieler, auch Arjen Robben und Franck Ribéry kamen in ihrem letzten Pflichtspiel für die Bayern als Joker in der Schlussphase zum Einsatz. Die entscheidende Aktion gelang aber Coman, der nach starker Ballannahme und einer Finte fulminant zum 2:0 einschoss. Leipzig versuchte noch einmal alles, Bayern ließ sich die Führung aber nicht mehr nehmen.

Kurz vor Schluss gelang Lewandowski nach einem Konter sogar noch der dritte Treffer. Es war das sechste Tor des Polen in einem Pokalfinale - damit liegt der Torjäger in dieser Statistik alleine an der Spitze. Sogar ein noch höherer Sieg für die Bayern wäre noch möglich gewesen, die Münchner nutzten ihre Chancen aber nicht für den vierten Treffer.

Quelle: SN

Aufgerufen am 04.12.2020 um 11:55 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/fc-bayern-gewinnt-pokalfinale-gegen-rb-leipzig-70796263

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