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Gianluigi Buffon verlässt Juventus nach 17 Jahren

Ein ganz Großer des Fußball-Sports wird nach 17 Jahren "seinen" Stammverein verlassen. Die Tormann-Legende Gianluigi Buffon steht am Samstag zum Abschluss der Serie A zum letzten Mal für Juventus Turin zwischen den Stangen.

Buffon ist untrennbar mit Juve verbunden SN/APA (AFP)/MARCO BERTORELLO
Buffon ist untrennbar mit Juve verbunden

Das gab der 40-Jährige am Donnerstag bekannt. "Am Samstag ist mein letztes Spiel für Juventus", sagte Buffon unter Tränen.

Juventus, das ja vor kurzem den siebenten Titel in Folge fixiert hatte, empfängt Hellas Verona. Buffon erklärte allerdings nicht, wie vielleicht erwartet seinen Rücktritt.

"Jetzt weiß ich nur, dass ich am Samstag ein Match spielen werde. Bis vor ein paar Tagen war ich sicher, dass ich aufhören würde. Aber jetzt gibt es einige interessante Angebote", frohlockte der Goalie, der so gerne seine Karriere mit seiner sechsten Teilnahme bei der Fußball-WM beendet hätte. Aber Italien hat sich nicht qualifiziert.

Auch im Skandal hielt er zur "Alten Dame"

2001 war Buffon als damals 23-jähriges Talent von Parma zu den Turinern gestoßen. In seinen 17 Jahren absolvierte Buffon über 650 Spiele für Juventus und prägte eine äußerst erfolgreiche Ära. Der Weltmeister von 2006 mit Italien gewann mit dem italienischen Rekordmeister neun Meistertitel und vier Mal den Cup.

Der 1,91 Meter große Keeper geriet zwar in dieser Zeit einmal in den Verdacht, illegal auf Spiele der italienischen Serie A gewettet zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen gegen Buffon jedoch ein und rehabilitierte ihn.

Der Club kam hingegen nicht ungeschoren davon: Juve musste zur Saison 2006/2007 wegen der Verwicklung in den Manipulationsskandal in die Serie B absteigen. Buffon blieb der "Alten Dame" im Gegensatz zu anderen Spielern wie Zlatan Ibrahimovic aber treu und schaffte nach einer Spielzeit den Wiederaufstieg in die höchste italienische Liga.

Verwehrt blieb dem Goalie jedoch ein Triumph in der Champions League. 2003 scheiterte er mit Juventus ebenso an Liga-Konkurrent AC Milan (im Elferschießen) wie 2015 an Barcelona (1:3) und 2017 an Real Madrid (1:4).

Drama in der 97. Minute

Auch in diesem Jahr gab es in der Champions League für Juve kein Vorbeikommen an Real, wenngleich die Umstände sehr dramatisch waren: Juve konnte im Rückspiel des Viertelfinales in Madrid die 0:3-Pleite aus dem Hinspiel wettmachen. Als bereits alles auf eine Verlängerung hindeutete, entschied der englische Referee Michael Oliver nach einem Rempler von Medhi Benatia gegen Lucas Vazquez auf Elfmeter. Diesen Strafstoß in der 97. Minute verwertete Cristiano Ronaldo zum 1:3 für Real. Gianluigi Buffon stand zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf dem Platz. Der Veteran hatte wegen zu heftiger Kritik von Schiedsrichter Oliver die rote Karte ausgefasst.

"Ich bin ein Wettkampf-Tier"

Über seine Zukunftspläne machte Buffon vorerst keine weiteren Angaben. Nur eines ist gewiss: "Wenn ich entscheiden sollte, weiterzuspielen, mache ich das sicher nicht in der dritten oder vierten Klasse, sondern in einem Umfeld, wo man um große Ziele spielt", sagte Buffon am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Juventus-Stadion. "Ich bin ein Wettkampf-Tier. In Turnieren der dritten oder vierten Reihe kann ich nicht leben, da würde ich mich nicht wohl fühlen."

Rares Dokument: Gianluigi Buffon am 20. August 2008 im Freundschaftsspiel gegen Österreich in Nizza (2:2). Auf dem Bild zu sehen sind noch Andrea Pirlo, Marc Janko und Daniele Bonera. SN/gepa pictures/ guenter artinger
Rares Dokument: Gianluigi Buffon am 20. August 2008 im Freundschaftsspiel gegen Österreich in Nizza (2:2). Auf dem Bild zu sehen sind noch Andrea Pirlo, Marc Janko und Daniele Bonera.

Nur ein Länderspiel gegen Österreich

Die Berührungspunkte Buffons mit dem österreichischen Fußball waren übrigens überschaubar: Der Salzburger Alexander Manninger stand beispielsweise von 2008 bis 2012 im Kader von Juventus Turin, kam dort aber nur sporadisch für Buffon zum Einsatz. So etwa am 21. Oktober 2010 im Gruppenspiel der Europa League bei Red Bull Salzburg (Buffon war zu diesem Zeitpunkt ohnehin verletzt; in Turin stand am 4. November 2010 Marco Storari im Tor der Italiener). In der Qualifikation zu diesem Bewerb eliminierte Juve im August übrigens Sturm Graz in den Play-offs. Ohne Buffon.

Sieg über Sturm Graz – Gianluigi Buffon am 25. November 1999 im UEFA-Cup (dritte Runde) in Parma. SN/gepa pictures/andreas schaad
Sieg über Sturm Graz – Gianluigi Buffon am 25. November 1999 im UEFA-Cup (dritte Runde) in Parma.

Doch gegen die Grazer war Buffon einige Jahre vorher aktiv. Am 25. November 1999 stand er in der dritten Runde des UEFA-Cups beim 2:1-Heimsieg des AC Parma im Tor. Zwei Wochen später im Rückspiel beim 3:3 mit dem legendären "Parma"-Tor von Hernan Crespo fehlte Buffon jedoch.

Buffon absolvierte auch nur eines seiner insgesamt 176 Länderspiele gegen Österreich. Die freundschaftliche, aber turbulente Begegnung in Nizza/Frankreich am 20. August 2008 endete 2:2.

Berlin, 9. Juli 2006 – sein größter Triumph: Gianluigi Buffon mit dem WM-Pokal nach dem Finalerfolg gegen Frankreich.  SN/AP
Berlin, 9. Juli 2006 – sein größter Triumph: Gianluigi Buffon mit dem WM-Pokal nach dem Finalerfolg gegen Frankreich.
Anfangsjahre: Gianluigi Buffon im Kader der italienischen Nationalmannschaft am 16. Juni 1998 in Montpellier während der WM-Endrunde in Frankreich.  SN/AFP
Anfangsjahre: Gianluigi Buffon im Kader der italienischen Nationalmannschaft am 16. Juni 1998 in Montpellier während der WM-Endrunde in Frankreich.
Anfangsjahre – Gianluigi Buffon am 15. Februar 2001 im Dress des AC Parma im UEFA-Cupspiel gegen PSV Eindhoven. Hier hatte er aber gegen Dennis Rommedahl das Nachsehen.  SN/AFP
Anfangsjahre – Gianluigi Buffon am 15. Februar 2001 im Dress des AC Parma im UEFA-Cupspiel gegen PSV Eindhoven. Hier hatte er aber gegen Dennis Rommedahl das Nachsehen.
Abgang – am 11. April 2018 fliegt Gianluigi Buffon im Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Real Madrid mit einer roten Karte vom Platz.   SN/AFP
Abgang – am 11. April 2018 fliegt Gianluigi Buffon im Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Real Madrid mit einer roten Karte vom Platz.
Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 21.10.2018 um 03:51 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/gianluigi-buffon-verlaesst-juventus-nach-17-jahren-28054708

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