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Gigantenduell Liverpool - Bayern im CL-Achtelfinale

Die legendäre Anfield Road ist am Dienstag (21.00 Uhr) Schauplatz des Champions-League-Gigantenduells zwischen Liverpool und Bayern München. David Alaba und Co. gelten im Achtelfinalhinspiel als Außenseiter, noch nie hat ein deutsches Team bei den "Reds" gewonnen. Liverpools deutscher Trainer Jürgen Klopp warnte dennoch: "Wir müssen 100 Prozent fokussiert sein, sonst haben wir keine Chance."

Klopp will zu "100 Prozent fokussiert sein" SN/APA (AFP)/GLYN KIRK
Klopp will zu "100 Prozent fokussiert sein"

Den bisher mäßigen Saisonverlauf für die Bayern in der Bundesliga wertete Klopp nicht als maßgeblich für die Champions League. "Vielleicht ist es so, dass sie ein bisschen unter den Erwartungen liegen und wir ein bisschen darüber", sagte Klopp. Aber: "Es ist kein einfacher Job." Sein Mittelfeldmann Jordan Henderson gab sich überzeugt, dass "wir ihnen wehtun können". Liverpool muss im Hinspiel seinen verletzten Topverteidiger Virgil van Dijk ersetzen.

Für Liverpool ist es auch eine Gratwanderung zwischen Meisterschaft und Europacup. Für ihn selbst sei es "schwierig" sich zwischen den beiden zu entscheiden, "aber für alle Liverpool-Fans ist es die Premier League. Das ist klar", meinte Klopp. Er setzt einmal mehr auf die Atmosphäre im Heimstadion. "Unser Anhang kann uns wirklich von 100 zu 140 Prozent treiben", betonte der 51-Jährige.

Für Bayern-Coach Niko Kovac ist es die Chance, sein Potenzial als Trainer zu zeigen. Im Duell mit dem zweifachen Finalisten Klopp kann der CL-Novize und ehemalige Salzburg-Co-Trainer Kovac nachweisen, dass er ein internationaler Topcoach werden kann und kein "Vollblinder" ist, wie er selbst sagte. Sein Stürmer Robert Lewandowski könnte ihm dabei Schützenhilfe leisten. "Unsere Qualität ist auch sehr hoch. Wir können auch auswärts Tore schießen", sagte der Pole, mit acht Treffern Topmann der Gruppenphase. Unter Klopp spielte er einst bei Borussia Dortmund.

Der gesperrte Thomas Müller fehlt den Bayern ebenso wie Arjen Robben und der erkrankte Jerome Boateng. Franck Ribery reiste aufgrund der Geburt seines fünften Kindes am Montagnachmittag separat an. Fraglich ist der Einsatz von Kingsley Coman, der mit einem lädierten linken Fuß in den Flieger stieg.

Ebenfalls am Dienstag (21.00) ist der FC Barcelona im Einsatz. Die Angst der Katalanen vor einem neuerlichen verfrühten Aus in der Königsklasse ist groß. Seit dem bisher letzten Triumph 2015 ist man der nationalen Stärke zum Trotz dreimal en suite im Viertelfinale der Königsklasse ausgeschieden. Atletico Madrid, Juventus Turin und die AS Roma wurden zum Stolperstein, das Aus gegen die Römer fiel nach einem 4:1-Heimsieg mit dem 0:3 in der "Ewigen Stadt" besonders bitter aus. Dass Erzrivale Real Madrid die vergangenen drei Auflagen gewann, ist ein weiterer unerquicklicher Aspekt für die Fans.

Heuer heißt der Gegner vorerst Olympique Lyon, der aktuelle Dritte der französischen Liga bestreitet das Hinspiel zu Hause. Die jüngsten, glanzlosen Vorstellungen Barcas in der Primera Division verheißen trotz nach wie vor klarer Tabellenführung nichts Gutes. Der davor angeschlagene Lionel Messi war am Wochenende beim 1:0 gegen Valladolid nur ein Schatten seiner selbst. Auch die jüngste Auswärtsbilanz in der K.o.-Phase der Champions League nimmt sich traurig aus: Ein Sieg in sechs Partien, 13 Gegentore bei 3 erzielten Treffern.

"Wir müssen uns am Dienstag verbessern, sonst werden wir zu leiden haben", warnte Verteidiger Gerard Pique. Trainer Ernesto Valverde versuchte zu beruhigen. "Manchmal kannst du nicht in jedem Spiel brillieren. Ich denke, dass das Team bereit ist, seinen besten Fußball zu zeigen."

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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