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Haaland-Clan brüskiert Dortmunds Bosse

Unruhe vor dem Champions-League-Hit bei Manchester City: Der frühere Salzburg-Stürmer war zu Gesprächen beim FC Barcelona.

Erling Haaland. SN/AP
Erling Haaland.

Von beschwingter Stimmung beim Abflug war wenig zu spüren. Obwohl Borussia Dortmund am Dienstag bei Manchester City erstmals seit vier Jahren ein Viertelfinale in der Champions League bestreitet, wirkte der Tross am Dortmunder Airport eher ratlos als beflügelt. Das bittere 1:2 (1:1) am Karsamstag gegen Eintracht Frankfurt drückte aufs Gemüt und verstärkte die Befürchtung, dass es der letzte Trip in der europäischen Eliteliga für länger sein könnte.

Die bei nunmehr sieben Punkten Rückstand auf die Hütter-Truppe so gut wie verspielte Qualifikation für die Champions League machte wenig Mut für die schwere Aufgabe beim souveränen Tabellenführer der Premier League. Kaum vorstellbar, dass dem angeschlagenen Team ausgerechnet in Manchester Wiedergutmachung gelingt. Spekulationen über den Verkauf von Stars wie Jadon Sancho und auch Erling Haaland in diesem Sommer werden zunehmen. Medienberichte über ein Treffen zwischen Haalands Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola mit Barça-Präsident Joan Laporta sorgten zusätzlich für Aufregung.

So bezeichnete Sky-Experte Dietmar Hamann das Verhalten der Haaland-Berater als "respektlos" und als "Frechheit". Zudem kritisierte er die BVB-Führung: "Das wichtigste Spiel dieser Saison - und sie sind nicht in der Lage, dieses Verhalten anzusprechen, weil man Angst hat, den Spieler zu verärgern. Die Dortmunder sollten sich Gedanken machen, warum ihnen immer die Spieler auf der Nase herumtanzen. Mir fehlt da Führung."

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war um Beruhigung der Lage bemüht: "Wir werden das mit Erling, seinem Vater und seinem Berater Mino Raiola in Ruhe besprechen. Wir wollen ja auch, dass er gerne bei uns bleibt, dass er mit Überzeugung nächstes Jahr für den BVB Tore schießt."

Beim FC Liverpool scheint hingegen vor dem Hinspiel bei Real Madrid nur die neue Brille von Trainer Jürgen Klopp Aufregung zu verursachen. Mit den Gläsern im John-Lennon-Stil betrachtete er einen klaren 3:0-Sieg gegen Arsenal. Den Schwung wollen die "Reds" mitnehmen und sich bei Real revanchieren für die 1:3-Niederlage im Champions-League-Finale von 2018.

"Das war ein harter Abend für uns", sagte Klopp nach der Auslosung der Begegnung im März, "es ist also cool für uns, dass wir die Gelegenheit haben, wieder gegen sie zu spielen." Das sieht auch Mohamed Salah so, der damals nach einem Zweikampf mit Reals Sergio Ramos frühzeitig verletzt vom Platz musste. "Sagen wir einfach, ich habe eine besondere Motivation, die Partie zu gewinnen und das Halbfinale zu erreichen", sagte der Ägypter.

Real-Trainer Zinedine Zidane, der den Wettbewerb 2016, 2017 und 2018 mit Real gewann, gibt sich optimistisch: "Wir haben dieses Jahr viel gelitten, aber jetzt genießen wir unsere gute Form", sagte der Franzose.

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