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In Stille des Prinzenparks: PSG mit größtem Sieg seit Jahren

In der Stille des Prinzenparks hat Paris Saint-Germain den größten Erfolg auf internationaler Ebene seit vier Jahren bejubelt. Der 2:0-Heimsieg über Borussia Dortmund hievte PSG am Mittwochabend ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League. Trainer Thomas Tuchel durfte sich freuen, hätte ein neuerliches Aus im Achtelfinale - wie in den Jahren zuvor - wohl sein Aus bedeutet.

Riesenjubel bei PSG nach dem Schlusspfiff SN/APA (AFP/Getty)/-
Riesenjubel bei PSG nach dem Schlusspfiff

Nach Schlusspfiff erklommen die PSG-Profis eine Tribüne und feierten aus der Ferne mit tausenden Fans, die ihr Team auf den Straßen vor dem Stadion angefeuert hatten. Videos zeigten Torschütze Neymar, der Tränen vergoss. Sein brasilianischer Landsmann Marquinhos sagte: "Wir haben die Fans gehört, haben sie vor dem Spiel gesehen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Darum geht es im Fußball. Diese Leidenschaft ist es, warum wir hier sind." Linksverteidiger Laywin Kurzawa verließ sogar die Arena, um davor mit Anhängern zu jubeln.

Die PSG-Ultras hatten für ihr Zusammentreffen die Erlaubnis der Behörden erhalten. Demonstrationen gelten als Ausnahme der in Frankreich aufgrund des Coronavirus erlassenen Verordnung, Menschenansammlungen von mehr als 1.000 Personen zu untersagen. Die Fans sorgten mit Gesängen und Feuerwerkskörpern dafür, dass sie auch innerhalb der Arena zu hören waren.

Paris schaffte durch Tore von Neymar (28.) und Juan Bernat (45.+1) schon zur Pause die Wende, nachdem die Franzosen nach einer schwachen Vorstellung in Dortmund mit 1:2 verloren hatten. Neymar ließ es sich nicht nehmen, Erling Haalands Torjubel in Buddha-Pose zu imitieren. Nach Schlusspfiff posierten fast alle PSG-Spieler in entsprechender Haltung. Der Norweger hatte die Franzosen vor der Partie mit einem auf Paris Bezug nehmenden Posting auf Snapchat ("Meine Stadt, nicht eure") angestachelt. Endgültig zur unliebsamen Figur der Dortmunder wurde Neymar kurz vor Schluss, als Emre Can nach einem Disput mit dem Brasilianer mit Rot vom Feld musste.

Groß war die Erleichterung bei Paris' Eigentümern aus Katar. "Es war ein großes Spiel, nachdem wir Zweifel hatten", sagte Präsident Nasser Al-Khelaifi mit Blick auf die Achtelfinal-Pleiten in den vergangenen drei Jahren. Dass das Spiel ohne Zuschauer stattfand und der nicht voll fitte Starstürmer Kylian Mbappe zu Anpfiff nur auf der Bank Platz nehmen konnte, hatten die Sorgen bei PSG nicht kleiner werden lassen.

Trainer Tuchel machte aus seiner Genugtuung keinen Hehl. Das erste Interview nach dem Spiel nutzte der Deutsche zu einer Abrechnung mit seinen Kritikern. "Ich sehe all die Schlagzeilen, Tuchel hat sein Team nicht im Griff. Die Spieler machen, was sie wollen, das ist ja ein Zirkusdirektor", klagte er. Sichtlich erregt fügte er an: "Wir haben in 28 Spielen nur einmal verloren. Was denkt ihr denn, wie man 28 Mal gewinnt." Tuchel darf sich seines Jobs nun vorerst wieder sicher sein.

Die Dortmunder schlichen im Unterschied zu den euphorisierten Hausherren geschlagen vom Feld. Haaland hatte keine wirkliche Chance, sein bei zehn Treffern stehen gebliebenes Torkonto in der laufenden Champions League auszubauen. Erst ab der 70. Minute war der BVB besser im Spiel, für das für eine Verlängerung notwendige Anschlusstor fehlte dennoch die Durchschlagskraft. "Bei mir ist die Enttäuschung groß, dass wir diese Chance nicht genutzt haben", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Die Kulisse sei nicht der Grund gewesen. "Wir hatten einfach zu viele Spieler unter Form."

Quelle: Apa/Ag.

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