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Interesse von Großklubs tangiert Grillitsch aktuell nicht

In 17 von 25 möglichen Pflichtspielen in der Startformation, im defensiven Mittelfeld eine zentrale Säule: Florian Grillitsch hat sein Standing beim deutschen Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim in seiner zweiten Saison weiter erhöht. Das Interesse von noch größeren Clubs kommt daher nicht von ungefähr, beschäftigt den 23-Jährigen aber aktuell nicht.

Grillitsch zählt in Hoffenheim zu den Stammspielern SN/APA (Archiv/AFP)/PATRIK STOLLARZ
Grillitsch zählt in Hoffenheim zu den Stammspielern

"Hoffenheim ist mittlerweile eine super Adresse in Deutschland. Aber klar will man irgendwann zu einem absoluten Top-Club, das ist natürlich mein Traum. Aber wann der richtige Zeitpunkt ist für den Schritt, das wird man dann sehen. Momentan liegt der Fokus klar auf Hoffenheim", erläuterte Grillitsch im Interview mit der APA. Sein Vertrag läuft noch bis 2021.

Glaubt man englischen Medienberichten soll Tottenham die Fühler nach dem Mittelfeldspieler ausgestreckt haben. "Sicher bekomme ich das mit. Es ehrt mich natürlich auch ein bisschen, dass meine Leistungen anerkannt werden und man mit so großen Clubs in Verbindung gebracht wird", sagte Grillitsch.

Das ist sicher auch auf die erstmaligen Auftritte der Hoffenheimer in der Champions League zurückzuführen. Mit drei Punkten kam zwar im Herbst das Out, die drei Niederlagen, zweimal 1:2 gegen ManCity, waren aber mit nur einem Tor Unterschied knapp. "Es haben immer ein paar Prozent gefehlt, dass es zu unseren Gunsten kippt. Das ist auf internationalem Niveau entscheidend", analysierte Grillitsch. Man habe aber auch gesehen, dass man sich nicht verstecken müsse. Grillitsch setzte dabei auch einen Meilenstein mit dem ersten CL-Treffer Hoffenheims. "Es war eine super Erfahrung", betonte der Niederösterreicher.

Die will man so schnell wie möglich wieder machen. Dafür nötig ist ein Top-Vier-Platz in der Liga, auf den dem Siebenten zur Halbzeit sechs Punkte fehlen. "Wenn wir nächstes Jahr wieder international oder sogar Champions League spielen, wäre das eine super Sache. Wenn wir so eine Rückrunde spielen, wie letztes Jahr, dann denke ich, dass es gut ausschaut", blickte Grillitsch positiv nach vorne. 2017/18 gelang von Rang sieben noch der Sprung auf Platz drei. Das war die beste TSG-Platzierung aller Zeiten nach Platz vier im Jahr davor.

"Bis auf Dortmund ist vorne alles eng beieinander, es wird ein offenes Rennen", vermutete Grillitsch. Hoffenheim kommt zugute, dass die Europacup-Doppelbelastung wegfällt. "Wir können genauer auf den Gegner eingehen, mehr trainieren, das ist schon ein Vorteil", sagte Grillitsch.

Im Herbstfinish teilte die TSG sechsmal in Folge die Punkte, acht Pflichtspiele ist sie sieglos. "Wir haben oft gute Leistungen gezeigt, aber die Ergebnisse nicht geholt. Das müssen wir in der Rückrunde besser machen", sagte Grillitsch. Was dafür nötig sein wird, weiß der ÖFB-Teamspieler. "Wir sind sehr spielstark, arbeiten uns viele Chancen heraus und die müssen wir einfach effizienter nutzen. Dazu müssen wir hinten weniger Gegentore bekommen", gab Grillitsch die Marschroute vor.

Auf ein Trainingslager verzichtete der Liga-Siebente. Die Vorbereitung war genauso kurz wie die zweiwöchige Pause zuvor. "Es ist mir ganz gut gelungen, abzuschalten. Die Pause hat gut getan für den Kopf", gab Grillitsch Einblick. Von seiner Zehenverletzung ist keine Spur mehr. "Ich fühle mich gut", betonte der 13-fache ÖFB-Teamspieler.

Wie im Herbst will er eine tragende Rolle im Ensemble von Julian Nagelsmann spielen. "Ich zähle mittlerweile zu den Führungsspielern und die Rolle will ich auch ausfüllen. Ich will Verantwortung übernehmen", verlautete Grillitsch. Das Verhältnis zu seinem Trainer ist sehr gut. "Man hört und liest ja, dass der Julian ein sehr detailverliebter Fußball-Fanatiker ist und das kommt mir auch zu Gute. Ich bin eher der spielerische Typ, konnte schon sehr viel lernen", sagte Grillitsch.

Der 31-jährige Nagelsmann ist im Frühjahr auf seiner TSG-Abschiedstour, wechselt im Sommer zu RB Leipzig. Seit Monaten wird über die Nachfolge spekuliert. "Es ist natürlich ab und an einmal ein Thema in der Kabine, aber auch nicht zu viel. Wir wissen sowieso nicht wer kommt und sind da auch nicht involviert", erläuterte Grillitsch. Sehr oft wurde in Medienberichten Salzburgs Marco Rose genannt. "Ich kann es nicht beurteilen, ich kenne Marco Rose nicht", sagte Grillitsch.

Seine Salzburger Kollegen im Nationalteam könnten ihm viel erzählen. Mit ihnen geht es am 21. März zum EM-Quali-Auftakt gegen Polen. "Wir wollen uns für die EM qualifizieren. Dafür ist es sehr wichtig, dass wir gleich die Punkte holen und nicht wieder hinterherrennen müssen", erläuterte Grillitsch, der auch im ÖFB-Team den Anspruch hat, Stammspieler zu sein.

Mit Marko Arnautovic könnte einer seiner ÖFB-Kollegen bald in Shanghai sein Geld verdienen. "Wenn der Marko das machen will, muss er das so entscheiden. Ich glaube, finanziell ist es lukrativ für ihn", sagte Grillitsch. Er selbst schließt ein China-Engagement nicht aus: "Aber das ist noch in so weiter Ferne, frühestens in zehn Jahren und wer weiß, was bis dahin passiert im Fußball."

Quelle: APA

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