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"Let's talk about six, baby" - Klopp hielt sein Versprechen

Der Liverpool Football Club und sein deutscher Trainer Jürgen Klopp sind am Ziel. Durch einen 2:0-Finalsieg gegen Tottenham gewannen sie am Samstagabend die Champions League. "Das ist die beste Nacht in unserem Berufsleben", meinte Klopp nach dem ersten Titel in seiner Ära für die "Reds". Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es nicht der letzte bleiben wird.

Jürgen Klopp am Ziel der Träume SN/APA/AFP/PAUL ELLIS
Jürgen Klopp am Ziel der Träume

Das Champions-League-Finale 2019 bei nahezu 30 Grad in Madrid war bestimmt kein fußballerisches Schmankerl. Ganz im Gegensatz zu so vielen Partien, die Liverpool in dieser Saison hingelegt hat, gingen Klopps Männern der gewohnte Esprit sowie ihre Explosivität und Kreativität fast vollständig ab. Für den neutralen Beobachter verlief das Endspiel eher enttäuschend, viel Nervosität war im Spiel. Liverpool hatte sich vor zwölf Monaten beim 1:3 im Finale gegen Real Madrid wesentlich besser präsentiert.

Für die Truppe um den Ägypter Mohamed Salah war das Ergebnis dennoch wunschgemäß und der vorläufige Höhepunkt einer Erfolgsstory mit Ansage. Als Klopp im Oktober 2015 von den US-amerikanischen Eigentümern des Kultclubs engagiert wurde, versprach er, er werde spätestens in vier Jahren einen Titel abliefern. Nun hat der gebürtige Stuttgarter Wort gehalten.

Für Klopp war der bisher größte Erfolg seiner Karriere eine Genugtuung. Inklusive seiner Zeit bei Borussia Dortmund hatte er bis zu diesem Abend sechs Endspiele nacheinander verloren. Dank den Toren von Salah (2./Hands-Elfmeter) und Divock Origi (87.) kann ihm niemand mehr nachsagen, er könne keine großen Spiele gewinnen. Jetzt steht Klopp in einer Reihe mit Namen wie Alex Ferguson, Carlo Ancelotti, Jose Mourinho, Jupp Heynckes oder Pep Guardiola.

"Es gibt immer ein paar Leute, die sagen dir: Yeah, aber du hast ja nie gewonnen", meinte Klopp und fing in leichter Abwandelung eines 90er-Jahre-Hits auf einmal an zu singen: "Let's talk about six, baby!" Schließlich gewann Liverpool die wichtigste Trophäe im europäischen Vereinsfußball schon zum sechsten Mal und ist damit hinter Real Madrid (13) und AC Milan (7) nun die alleinige Nummer drei.

"Er ist ein fantastischer Manager. Er ist aber auch ein fantastischer Mensch", sagte sein niederländischer Abwehrspieler Virgil van Dijk, der zum "Man of the Match" gewählt wurde. "Ohne diesen Trainer wäre das alles unmöglich", stellte Kapitän Jordan Henderson klar. "Was er geleistet hat, seit er hier ist, ist unglaublich."

Gründliche Arbeit leistete auch die Transferabteilung des LFC. Sie demonstrierte, dass es entgegen den Unkenrufen doch möglich ist, den spendabelsten Clubs in Europa wie Real Madrid, Paris Saint-Germain oder Manchester City Paroli zu bieten. Denn Spieler wie Salah, Sadio Mane oder Naby Keita, die einst bei Red Bull Salzburg kickten, kosteten keine gigantischen Ablösesummen. Die Fenway Sports Group, die hinter Liverpool steht, ist zwar nicht knausrig, investierte aber trotzdem mit Bedacht. Hauptaugenmerk war, die Spieler mussten mit ihren Qualitäten ins Konzept passen.

Wohin die Reise für Klopp und Liverpool noch gehen wird, ist offen. Erstmals seit 14 Jahren stehen die "Reds" wieder am Gipfelkreuz des europäischen Fußballs. Im Umfeld des Clubs gibt es wenige, die daran zweifeln, dass das Wirken des Deutschen auch in der Premier League den Erfolg bringen wird.

"Ich hatte gerade Pep Guardiola am Telefon", sagte Klopp bei der Champions-League-Party über den Trainer des großen englischen Rivalen Manchester City, der heuer nur mit einem Punkt Vorsprung den Meistertitel gewann. "Wir haben uns versprochen, uns auch nächste Saison wieder gegenseitig in den Hintern zu treten. Wir werden wieder alles versuchen und sehen, ob wir wieder etwas gewinnen können." Liverpools letzter englischer Titel liegt schon 29 Jahre zurück.

Der Liveticker zum Nachlesen:

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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