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Liverpool, Napoli und Genk - Salzburgs Fahrplan in der Champions League steht fest

In der Gruppenphase der Champions League trifft Österreichs Fußballserienmeister Red Bull Salzburg unter anderem auf Titelverteidiger Liverpool. Dazu kommt Italiens Vizemeister SSC Napoli und Belgiens Meister KRC Genk.

Sie kommen als Sieger der Champions League nach Salzburg zurück: Naby Keita und Sadio Mane. SN/AFP
Sie kommen als Sieger der Champions League nach Salzburg zurück: Naby Keita und Sadio Mane.

Damit gibt es ein Wiedersehen mit Sadio Mane und Naby Keita, die in der österreichischen Bundesliga bei Salzburg ihre ersten großen Profi-Erfahrungen gemacht haben und nun beim FC Liverpool unter Vertrag stehen. Die "Reds" kommen übrigens nicht nur als Sieger der Champions League sowie des Supercup-Finales gegen Chelsea nach Kleßheim.

In der Startruppe von Kulttrainer Jürgen Klopp ist Virgil van Dijk der unumstrittene Abwehrchef. Der aus den Niederlanden stammende Innenverteidiger ist am Donnerstag im Rahmen der Champions-League-Auslosung in Monaco zu Europas Fußballer des Jahres gekürt worden.Van Dijk setzte sich in der Endauswahl gegen Lionel Messi (Barcelona) und Cristiano Ronaldo (Juventus) durch. Und mit dem Brasilianer Alisson Becker verfügt Liverpool auch noch über den Torhüter der Champions-League-Saison 2018/2019.

Daten und Fakten. SN/APA
Daten und Fakten.

Liverpool kann darüber hinaus mit dem Ägypter Mohamed Salah und dem Brasilianer Roberto Firminho zwei offensive Großkaliber aufbieten.

Ein Wiedersehen gibt es übrigens auch gegen Napoli. Im Achtelfinale der Europa League war im März 2019 nach einem Auswärts-0:3 und Heim-3:1 das Aus gekommen. Zeit für eine Revanche...

Die Gruppenphase der "Königsklasse" startet am 17. September, für Salzburg geht es mit Genk vor heimischer Kulisse los. Alle drei Heimspiele der Salzburger sind übrigens schon ausverkauft, das große Gruppenfinale steigt am 10. Dezember gegen Liverpool.

Der begehrteste Pokal im europäischen Clubfußball und ein Ex-Salzburg-Spieler stemmt ihn: Sadio Mane am 1. Juni 2019 mit seinen Teamkollegen Roberto Firminho und Mohamed Salah. SN/krugfoto/Huebner Jan
Der begehrteste Pokal im europäischen Clubfußball und ein Ex-Salzburg-Spieler stemmt ihn: Sadio Mane am 1. Juni 2019 mit seinen Teamkollegen Roberto Firminho und Mohamed Salah.

Der genaue Spielplan:

17. 9. Salzburg - Genk (21.00)
2. 10. Liverpool - Salzburg (21.00)
23. 10. Salzburg - Napoli (21.00)
5. 11. Napoli- Salzburg (21.00)
27. 11. Genk - Salzburg (21.00)
10. 12. Salzburg - Liverpool (18.55)

Jesse Marsch: "Eine geile Gruppe"

Salzburg-Trainer Jesse Marsch sagte in einer ersten Reaktion: "Ich denke es ist eine geile Gruppe! Gute Gegner und natürlich gegen Liverpool - das ist ein großer Gegner, super Team, eine unglaubliche Herausforderung. Napoli ist eine taktische super eingestellte Mannschaft und typisch italienisch. Genk als belgischer Meister ist natürlich auch schwierig. Wir sind bereit für eine große Herausforderung."

Für den US-Amerikaner Marsch ist die Heimstätte des FC Liverpool, das Stadion an der Anfield Road, mit Jugenderinnerungen verbunden: "Es war das erste europäische Stadion, in dem ich in meinem Leben war. Ich war damals 14. Das Stadion ist supergeil."

Salzburgs Kapitän Stefan Ulmer sagte: "Meine Ex-Teamkollegen Naby Keita und Sadio Mané habe ich zuletzt im Fernsehen gesehen - jetzt freue ich mich, dass sie wieder nach Salzburg kommen. Jeder Spieler hat ein Grinsen im Gesicht! Jeder ist sehr zufrieden mit der Gruppe, die wir bekommen haben. Anfield-Road ist natürlich top. Ich hätte natürlich gerne auch andere Stadien gesehen, aber vielleicht kommt das ja noch."

Die Gruppen SN/APA
Die Gruppen

Platz drei in der Gruppe ist das Minimalziel

Gegen Napoli bekommen die Salzburger die Chance zur Revanche. Im Achtelfinale der Europa League war im März 2019 nach einem Auswärts-0:3 trotz eines Heim-3:1 das Aus gekommen. "Man hat ja gesehen, wie wir daheim aufgetreten sind, wie wir da Fußball gespielt haben. Ich denke, dass wir das jetzt wiederholen können und ich bin auch überzeugt, dass wir auch bei Napoli eine gute Leistung abrufen werden können", blickte Ulmer dem Duell mit Napoli positiv entgegen.

Gecoacht werden die Italiener nach wie vor von Carlo Ancelotti. Der 60-Jährige ist wie Klopp eine absolute Trainer-Größe. "Das sind Top-Top-Trainer, vielleicht zwei von den besten Trainern in Europa in den letzten 10 oder 20 Jahren. In der Vorbereitung ist aber nur die Leistung der Mannschaft relevant, der Fokus liegt nicht auf den Trainern", sagte Marsch.

Genk ist für Salzburg zwar Neuland, für österreichische Teams aber nicht. Rapid bekam es etwa 2013 und 2016 in der Europa League mit den Belgiern zu tun. "Ich habe eine paar Spiele von Genk gesehen, sie sind aggressiv, gut im Ballbesitz, sie haben sicher eine gute Mannschaft", analysierte Marsch. Laut Reiter sei der belgische Meister "vielleicht auf Augenhöhe" mit Club Brügge zu stellen. Brügge schaltete zuletzt im Play-off den LASK aus.

Die Salzburger peilen zumindest den Umstieg in die Europa League an, den der Dritte schafft. "Auf uns wartet eine große Herausforderung. Wir haben aber eine gute Mannschaft mit viel Potenzial. Wir haben gegen jeden Gegner unsere Möglichkeiten, wenn wir eine Topleistung bringen, aber es wird natürlich schwer", verlautete der Salzburg-Coach.

"Todesgruppe" mit Barca, Dortmund und Inter Mailand

Die Auslosung brachte auch einige hochkarätig besetzte Gruppen. Der FC Barcelona, Borussia Dortmund und Inter Mailand mit Valentino Lazaro wurden in Gruppe F gezogen, für das nach zwölfjähriger Pause wieder in der "Königsklasse" vertretene Slavia Prag dürfte da nicht viel zu holen sein.

Etwas Brisanz verspricht auch die Gruppe A, wo Paris Saint-Germain, Real Madrid, Galatasaray und LASK-Bezwinger Brügge aufeinandertreffen. David Alaba und sein Club FC Bayern bekommen es in Pool B mit dem Vorsaison-Finalisten Tottenham sowie Olympiakos und Roter Stern Belgrad zu tun.

Alabas Landsleute Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan treten in Gruppe D mit Bayer Leverkusen gegen Juventus Turin, Atletico Madrid und Lok Moskau an. Gegner von Dinamo Zagreb, wo der Österreicher Emir Dilaver engagiert ist, sind Manchester City, Schachtar Donezk und Atalanta Bergamo.

Losglück hatte RB Leipzig mit den ÖFB-Internationalen Marcel Sabitzer, Konrad Laimer, Stefan Ilsanker und dem noch monatelang nicht fitten Hannes Wolf. Die aus dem vierten und letzten Topf gezogenen Sachsen kämpfen in Gruppe G gegen Zenit St. Petersburg, Benfica Lissabon und Olympique Lyon um die beiden Plätze im Achtelfinale.

Champions League - die Gruppen

Gruppe A Paris Saint-Germain, Real Madrid, Club Brügge, Galatasaray Istanbul
Gruppe B Bayern München, Tottenham Hotspur, Olympiakos Piräus, Roter Stern Belgrad
Gruppe C Manchester City, Schachtar Donezk, Dinamo Zagreb (Dilaver), Atalanta Bergamo
Gruppe D Juventus Turin, Atletico Madrid, Bayer Leverkusen, Lok Moskau
Gruppe E Liverpool, Napoli, Salzburg, Genk
Gruppe F Barcelona, Borussia Dortmund, Inter Mailand, Slavia Prag
Gruppe G Zenit St. Petersburg, Benfica Lissabon, Olympique Lyon, RB Leipzig
Gruppe H Chelsea, Ajax Amsterdam, Valencia, Lille

Das Spiel um das große Geld

Doch egal wer gegen wen spielt - in der Königsklasse des Fußballs geht es um mehr als nur fürstliche Prämien: Neben dem Antrittsgeld in Höhe von 15,25 Millionen Euro in den sechs Gruppenspielen gibt es pro Sieg 2,7 Millionen Euro und 900.000 Euro pro Mannschaft für ein Remis.

Die von der UEFA somit bei jedem Unentschieden eingesparten 900.000 Euro Preisgeld werden nach der Vorrunde anteilig an alle 32 Clubs ausgeschüttet.

In der K.o.-Runde sieht die Preisgeldtabelle dann bei der Qualifikation für die jeweiligen Runden folgende Staffelung vor:

Achtelfinale 9,5 Millionen Euro
Viertelfinale 10,5 Millionen Euro
Halbfinale 12 Millionen Euro
Finale 15 Millionen Euro
Sieger 4 Millionen Euro*

* Zusätzlich zum Erreichen des Finales.

Bei idealem Verlauf bekommt der Sieger des Endspiels am 30. Mai 2020 in Istanbul schon auf diesem Weg 82,45 Millionen Euro.

Red Bull Salzburg darf - ohne eine Minute noch gespielt zu haben - mit gut 30 Champions-League-Millionen rechnen. Denn die UEFA spült über die so genannte Koeffizienten-Rangliste weiteres Geld in die Clubkassen. Europas Fußballverband verteilt insgesamt 585 Millionen Euro an alle 32 Teilnehmer, wobei das im Ranking am besten platzierte Team, Real Madrid, 32 Anteile à 1,108 Millionen Euro erhält, also 35,456 Millionen Euro. Die Salzburger lukrieren als Mittelständler immer noch etwa 15 Millionen Euro.

Aufgerufen am 01.12.2021 um 10:04 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/liverpool-napoli-und-genk-salzburgs-fahrplan-in-der-champions-league-steht-fest-75487873

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