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Manchester United schockte PSG: "Fühlt sich fantastisch an"

Das neuerliche Aus in der Champions League hat Titelanwärter Paris Saint-Germain schockiert zurückgelassen. Manchester United hingegen befand sich nach dem 3:1-Sieg in Paris im kollektiven Freudentaumel, eine Vertragsverlängerung mit dem eigentlich nur als Feuerwehrmann geholten Trainer Ole Gunnar Solskjaer scheint langsam unumgänglich.

Spiel der "Red Devils" war bei weitem nicht so blass wie ihre Dressen SN/APA (AFP)/FRANCK FIFE
Spiel der "Red Devils" war bei weitem nicht so blass wie ihre Dressen

Solskjaer, der frühere Weltklassestürmer von Manchester United, hat seinem Herzensclub das Siegergen zurückgebracht. "Wir glauben bis zum Schluss an uns. Wir haben schon so oft gezeigt, dass wir Spiele drehen können", strahlte der Norweger am Abend im Pariser Prinzenpark. Die Match-Geschichte hatte für seine "Red Devils" ein märchenhaftes Ende parat. Das entscheidende Tor fiel aus einem von Englands Teamstürmer Marcus Rashford in der 94. Minute verwandelten Hand-Elfmeter.

Manchester United gelang die Wende - nach einer 0:2-Heimspielniederlage. Solskjaer: "Das fühlt sich fantastisch an". Seit der Norweger im Dezember das Traineramt von Jose Mourinho übernommen hat, reitet United die Erfolgswelle. In der Liga liegt der seitdem ungeschlagene Rekordmeister nach 13 Siegen und zwei Unentschieden wieder auf einem Champions-League-Platz. In dieser steht der dreifache Titelträger nun im Viertelfinale, zum ersten Mal seit der Saison 2013/14.

Höchst effizient und am Ende auch glücklich schafften die Engländer die Wende. Schiedsrichter Damir Skomina bestrafte PSG-Verteidiger Presnel Kimpembe in der Nachspielzeit dafür, dass er einen Schuss von Diogo Dalot mit dem Ellbogen blockte. Und gab der Debatte um die Auslegung der Handspiel-Regel und den Videobeweis neue Nahrung. Absicht oder nicht?

Manchester United schaffte das Wunder: Aufstieg durch 3:1 bei Paris SG

"Das ist eine große Entscheidung. Handspiel ist immer kompliziert und auslegbar", war PSG-Trainer Thomas Tuchel trotz des "Schocks" diplomatisch. "Es ist eine 50:50-Entscheidung und müßig, darüber zu diskutieren." Für den verletzten Superstar Neymar, der das Match nur wenige Stunden nach seiner Rückkehr vom Karneval in Rio auf der Tribüne verfolgte, war die Entscheidung hingegen sonnenklar. "Schande!", kommentierte der Offensivgeist auf Instagram. "Die stellen vier Typen hin, die nichts von Fußball verstehen und nicht in der Lage sind eine Slow Motion zu beurteilen...Das ist schlicht unmöglich!!" Letztlich hielt Uniteds Ashley Young per Uralt-Phrase treffend fest: "Der Schiedsrichter hat ihn gegeben, also war es ein Elfer."

Das von katarischen Scheichs hochgerüstete PSG verpasste neuerlich das größte Saisonziel. Seit dem Einstieg der Großinvestoren 2011 ist der Gewinn der Königsklasse ausgeschrieben. Doch bisher lautet das Resümee nur: Große Ausgaben, wenig Ertrag. Spätestens im Viertelfinale war für die in der Liga chronisch unterforderten Franzosen immer Schluss. Die sündhaft teuren Verpflichtungen, wie jene von Neymar oder Weltmeister Kylian Mbappe, brachten auf der großen Bühne keine durchschlagenden Erfolge. "Wir müssen Abstand gewinnen und darüber nachdenken - so wie jedes Jahr wieder" sagte der brasilianische Verteidiger Marquinhos, seit 2013 dabei.

Die Franzosen lieferten nach dem komfortablen 2:0 in Manchester auch zuhause eine eigentlich gute Leistung ab. "Wir haben eine exzellente Reaktion nach dem frühen Gegentor gezeigt, wir waren nicht verunsichert, haben den Gegner dominiert", sagte Tuchel. Eine genauere Analyse könnte er sich sparen. "Sie haben drei Tore ohne anzugreifen erzielt, ohne eine Chance zu kreieren. Es ist schwierig, vielleicht sogar unmöglich, das zu analysieren."

Club-Präsident Nasser al-Khelaifi rätselte ebenso. "Ich verstehe das nicht", sagte er nach dem dritten Achtelfinal-Out en suite. Er sah die erst zweite Heimniederlage in den vergangenen 50 Europacup-Partien. "Wir haben 2:0 dort gewonnen. Hier in Paris verlieren wir 1:3. Wir haben ihnen alles gegeben, um zu gewinnen. Es war leicht für sie." Er vertraue dem Trainer, betonte al-Khelaifi gegenüber französischen Medien. Tuchels Position wurde freilich nicht gestärkt. al-Khelaifi: "Wir müssen Entscheidungen mit einem kühlen Kopf treffen. Wir müssen uns erst beruhigen."

Auf der Gegenseite stieg die Zahl der Solskjaer-Fürsprecher abermals. "Ich wäre überrascht, sollte Solskjaer den Job nicht während der Länderspielpause angeboten bekommen", meinte der frühere Kapitän Gary Neville. "Es waren drei sensationelle Monate und ich denke, er wird den Job auch kriegen." Der Umschwärmte selbst wollte auch in der Stunde des Erfolgs keine Forderungen stellen. "Wir werden sehen. Ich mache meinen Job, so gut, wie ich kann."

An Dramatik mangelte es auch der anderen Mittwoch-Begegnung nicht. Der FC Porto gewann durch einen Foulelfmeter in der Verlängerung mit 3:1 gegen AS Roma, machte das 1:2 vom Hinspiel wett und zog in die Runde der besten acht Mannschaften ein. Nach Ajax Amsterdam am Dienstag (gegen Real Madrid) sind die Portugiesen die zweite Mannschaft im Viertelfinale, die nicht aus einer der Top-Fünf-Ligen stammt. Dies war zuletzt 2011/12 (Benfica, APOEL Nicosia) der Fall gewesen.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

Aufgerufen am 15.01.2021 um 05:02 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/manchester-united-schockte-psg-fuehlt-sich-fantastisch-an-66870688

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