International

Nach dem Grindel-Aus: Die großen Skandale der Fußball-Funktionäre

Reinhard Grindel ist beileibe nicht der einzige Fußball-Funktionär, der mit einem Skandal zu kämpfen hatte. Von den Bayern-Granden Rummenigge, Hoeneß und Kahn über die FIFA bis zu einem Journalisten, der offenbar nie existiert hat: einige der großen Skandale zum Durchscrollen.

Es war nicht der einzige Aufreger, aber der entscheidende: Reinhard Grindel musste diese Woche zugeben, eine Luxus-Uhr des früheren ukrainischen Verbandsboss Grigori Surkis angenommen zu haben. Daraufhin trat der Präsident des deutschen Fußballverbands zurück. Doch der Aufreger um Grindel ist beileibe nicht der einzige Skandal in der Welt der Fußball-Funktionäre ... SN/APA/dpa/Boris Roessler
Es war nicht der einzige Aufreger, aber der entscheidende: Reinhard Grindel musste diese Woche zugeben, eine Luxus-Uhr des früheren ukrainischen Verbandsboss Grigori Surkis angenommen zu haben. Daraufhin trat der Präsident des deutschen Fußballverbands zurück. Doch der Aufreger um Grindel ist beileibe nicht der einzige Skandal in der Welt der Fußball-Funktionäre ...
... Uhren brachten etwa auch Karl-Heinz Rummenigge in die Bredouille, wenngleich mit weniger drastischen Auswirkungen: Der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG war 2013 von der Zollkontrolle am Münchener Flughafen mit zwei Rolex-Uhren im Wert von rund 100.000 Euro erwischt worden. Angeblich hatte der frühere Stürmer die Uhren in Katar geschenkt bekommen und war davon ausgegangen, dass Geschenke nicht zu verzollen seien. Laut „Süddeutscher Zeitung“ beläuft sich die Strafe, die ihm das Landgericht München anschließend aufgebrummt hatte, auf grob 250.000 Euro. Ähnlich erging es den Bayern-Stars ...  SN/APA (dpa)/Andreas Gebert
... Uhren brachten etwa auch Karl-Heinz Rummenigge in die Bredouille, wenngleich mit weniger drastischen Auswirkungen: Der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG war 2013 von der Zollkontrolle am Münchener Flughafen mit zwei Rolex-Uhren im Wert von rund 100.000 Euro erwischt worden. Angeblich hatte der frühere Stürmer die Uhren in Katar geschenkt bekommen und war davon ausgegangen, dass Geschenke nicht zu verzollen seien. Laut „Süddeutscher Zeitung“ beläuft sich die Strafe, die ihm das Landgericht München anschließend aufgebrummt hatte, auf grob 250.000 Euro. Ähnlich erging es den Bayern-Stars ...
... Oliver Kahn und Michael Ballack. Ballack deklarierte eine Handtasche im Wert von 2000 Euro nicht, Kahn Luxus-Kleidung im Wert von 7000 Euro. Die Folgen: Ballack musste 70.000 Euro, Kahn 125.000 Euro zahlen.  SN/GEPA pictures
... Oliver Kahn und Michael Ballack. Ballack deklarierte eine Handtasche im Wert von 2000 Euro nicht, Kahn Luxus-Kleidung im Wert von 7000 Euro. Die Folgen: Ballack musste 70.000 Euro, Kahn 125.000 Euro zahlen.
Bereits der Vorgänger von Reinhard Grindel, Wolfgang Niersbach, brachte ein Skandal um seinen Posten: Bis heute wird vermutet, dass der Zuschlag für die Fußball-WM 2006 an Deutschland mit Geld aus der Kasse des Bewerbungskomitees gekauft worden sein soll. 2015 eröffnete die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Niersbach, den WM-Organisationschef Franz Beckenbauer, den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Ein Ende des Prozesses ist immer noch nicht in Sicht: Erst vor wenigen Tagen wurde der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter vernommen.  SN/APA (dpa)/Arne Dedert
Bereits der Vorgänger von Reinhard Grindel, Wolfgang Niersbach, brachte ein Skandal um seinen Posten: Bis heute wird vermutet, dass der Zuschlag für die Fußball-WM 2006 an Deutschland mit Geld aus der Kasse des Bewerbungskomitees gekauft worden sein soll. 2015 eröffnete die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Niersbach, den WM-Organisationschef Franz Beckenbauer, den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Ein Ende des Prozesses ist immer noch nicht in Sicht: Erst vor wenigen Tagen wurde der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter vernommen.
Auch Blatter selbst war immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert. Bis im Dezember ein Urteil folgte: Die Ethikkommission der FIFA sperrte Blatter wegen des Verdachts der „ungetreuen Geschäftsbesorgung“ für acht Jahre für alle mit dem Fußball verbundenen Tätigkeiten; später wurde die Sperre auf sechs Jahre reduziert. Blatter soll dem früheren Präsidenten des europäischen Fußballverbands, Michel Platini, zwei Millionen Schweizer Franken (rund 1,8 Millionen Euro) gezahlt haben. Im Gegenzug sollte ihn ...  SN/APA (AFP)/FABRICE COFFRINI
Auch Blatter selbst war immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert. Bis im Dezember ein Urteil folgte: Die Ethikkommission der FIFA sperrte Blatter wegen des Verdachts der „ungetreuen Geschäftsbesorgung“ für acht Jahre für alle mit dem Fußball verbundenen Tätigkeiten; später wurde die Sperre auf sechs Jahre reduziert. Blatter soll dem früheren Präsidenten des europäischen Fußballverbands, Michel Platini, zwei Millionen Schweizer Franken (rund 1,8 Millionen Euro) gezahlt haben. Im Gegenzug sollte ihn ...
... Platini etwa bei seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten 2011 unterstützen. Auch Platini wurde daraufhin gesperrt. Mittlerweile wurde seine Strafe von ursprünglich acht Jahren Fußballbann auf vier Jahre reduziert.  SN/APA (AFP)/FABRICE COFFRINI
... Platini etwa bei seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten 2011 unterstützen. Auch Platini wurde daraufhin gesperrt. Mittlerweile wurde seine Strafe von ursprünglich acht Jahren Fußballbann auf vier Jahre reduziert.
Auch einer der größten Konkurrenten Blatters stolperte über einen Skandal: Der Katarer Mohamed bin Hammam soll vor der Wahl zum FIFA-Präsidenten 2011 versucht haben, sich stimmen der karibischen Verbände zu erkaufen. 40.000 US-Dollar pro Verband soll er geboten haben. Doch seine Versuche flogen auf – und Ende 2012 wurde Bin Hammam lebenslang gesperrt.  SN/dapd
Auch einer der größten Konkurrenten Blatters stolperte über einen Skandal: Der Katarer Mohamed bin Hammam soll vor der Wahl zum FIFA-Präsidenten 2011 versucht haben, sich stimmen der karibischen Verbände zu erkaufen. 40.000 US-Dollar pro Verband soll er geboten haben. Doch seine Versuche flogen auf – und Ende 2012 wurde Bin Hammam lebenslang gesperrt.
Bis heute ist noch nicht geklärt, was bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar gedreht wurde. Nur einer der belegten Fälle: Zwei der 24 Mitglieder des FIFA-Exekutiv-Komitees, die Vertreter von Tahiti und Nigeria, boten ihre Stimmen für die WM-Vergabe zum Kauf an – und wurden dabei von der „Sunday Times“ gefilmt.  SN/gepa
Bis heute ist noch nicht geklärt, was bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar gedreht wurde. Nur einer der belegten Fälle: Zwei der 24 Mitglieder des FIFA-Exekutiv-Komitees, die Vertreter von Tahiti und Nigeria, boten ihre Stimmen für die WM-Vergabe zum Kauf an – und wurden dabei von der „Sunday Times“ gefilmt.
Noch einmal ein Bayern-Funktionär: Vereinspräsident Uli Hoeneß musste 2014 gar ins Gefängnis. Der heute 67-Jährige wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. 2016 kam er frei – und noch im selben Jahr wurde er als Bayern-Präsident wiedergewählt.  SN/APA/AFP/CHRISTOF STACHE
Noch einmal ein Bayern-Funktionär: Vereinspräsident Uli Hoeneß musste 2014 gar ins Gefängnis. Der heute 67-Jährige wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. 2016 kam er frei – und noch im selben Jahr wurde er als Bayern-Präsident wiedergewählt.
Ein besonders kurioser Fall ereignete sich bei der Vergabe des „Ballon d’Or“ für den weltbesten Fußballer 2018. Unter anderem soll der Journalist Abdou Boina der Zeitung „Albalad Comores“ (Komoren) abgestimmt haben. Das Problem: Laut übereinstimmenden Medienberichten soll weder der Journalist noch die Zeitung existieren. Der Hintergrund ist immer noch ungeklärt. Im Bild: „Ballon d’Or“-Gewinner Luka Modric.   SN/AP
Ein besonders kurioser Fall ereignete sich bei der Vergabe des „Ballon d’Or“ für den weltbesten Fußballer 2018. Unter anderem soll der Journalist Abdou Boina der Zeitung „Albalad Comores“ (Komoren) abgestimmt haben. Das Problem: Laut übereinstimmenden Medienberichten soll weder der Journalist noch die Zeitung existieren. Der Hintergrund ist immer noch ungeklärt. Im Bild: „Ballon d’Or“-Gewinner Luka Modric.
Quelle: SN-Hill

Aufgerufen am 18.09.2020 um 03:15 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/nach-dem-grindel-aus-die-grossen-skandale-der-fussball-funktionaere-68254036

Kommentare

Schlagzeilen