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Neapel will Stadion nach Maradona benennen

Nach dem Tod von Fußball-Legende Diego Maradona will der Bürgermeister von Neapel das Stadion San Paolo umbenennen. Weltweit bekundeten prominente Protagonisten aus Sport und Gesellschaft ihre Trauer.

Vor dem Stadion San Paolo in Neapel versammelten sich tausende Fans, um zu trauern. SN/AP
Vor dem Stadion San Paolo in Neapel versammelten sich tausende Fans, um zu trauern.

Nach dem Tod der Fußball-Legende Diego Maradona haben Fans in der italienischen Stadt Neapel des Verstorbenen gedacht. Ein Video, das auf der Webseite der Zeitung "La Repubblica" am Mittwochabend zu sehen war, zeigte dutzende Menschen in der Nähe eines Wohnblocks, an dessen Fassade ein meterhohes Gemälde des ehemaligen Spielers des SSC Neapel prangt, mit bengalischen Lichtern. Andernorts kamen Menschen im Spanischen Viertel zusammen. Auch vor dem Stadion San Paolo trafen sich Fans und legten Kerzen nieder, wie im Fernsehsender TG24 zu sehen war.

Unterdessen schlug Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris via Twitter einen neuen Namen für das Stadion in der süditalienischen Stadt vor. "Lasst uns das San-Paolo-Stadion Diego Armando Maradona widmen", schrieb er.

Maradona starb im Alter von 60 Jahren, wie der argentinische Fußballverband AFA am Mittwoch mitteilte. Die argentinische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Maradona spielte von 1984 bis 1991 beim SSC Neapel. Er half dem süditalienischen Club, in der Serie A in den Jahren 1987 und 1990 die Titel zu gewinnen. 1989 gewann er mit den Neapolitanern unter anderem den UEFA-Pokal.

Reaktionen zum Tod der Fußball-Legende gab es unzählige aus der ganzen Welt:

Lionel Messi

Der argentinischer Rekord-Weltfußballer erklärte: "Ein sehr trauriger Tag für alle Argentinier und für den Fußball. Er verlässt uns, aber er geht nicht weg, weil Diego ewig ist. Ich behalte all die schönen Augenblicke in Erinnerung, die ich mit ihm erlebt habe. Mein Beileid an seine ganze Familie und an seine Freunde. Ruhe in Frieden."

Cristiano Ronaldo

Der portugiesischer Fußball-Star teilte mit: "Heute verabschiede ich mich von einem Freund und die Welt verabschiedet sich von einem ewigen Genie. Einer der Besten unserer Zeit. Ein beispielloser Zauberer. Er geht viel zu früh, hinterlässt aber ein grenzenloses Vermächtnis und eine Leere, die nie mehr aufgefüllt werden wird. Ruhe in Frieden. Du wirst nie vergessen werden."

Karl-Heinz Rummenigge

Der Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München erinnerte sich an Duelle auf dem Platz: "Mit Diego Maradona geht einer der größten Fußballer der Geschichte von uns. Der FC Bayern trauert mit seinen Angehörigen, mit seiner Heimat Argentinien und all seinen Fans. Ich hatte die Ehre, gegen ihn spielen zu dürfen: drei Jahre in der Serie A und mit der deutschen Nationalelf im WM-Finale 1986. Ich bin stolz, ihn auf dem Platz erlebt haben zu dürfen. Diego Maradona hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gab - und nicht zuletzt die Herzen aller, die die Schönheit des Fußballs lieben."

Jürgen Klopp

Der Trainer des FC Liverpool sagte: "Ich liebe Fußball, solange ich denken kann, und er war einer der Größten überhaupt. Wir alle hatten diese absoluten Helden, die den Fußball ganz einfach aussehen ließen."


Peter Shilton

Der englische Torhüter, der 1986 das Opfer der "Hand Gottes" wurde, bedauerte den fehlenden Sportsgeist Maradonas: "Niemals hat er gesagt, dass er betrogen hat und dass er sich entschuldigen möchte. Stattdessen benutzte er seinen Ausdruck ,Hand Gottes'. Das war nicht richtig. (...) Ein klares Vergehen. Betrug", beklagte Shilton, der das Spiel mit England 1:2 verlor, nachdem Maradona nach seinem fragwürdigen Treffer mit einem unglaublichen Solo auch das 2:0 erzielte hatte. "Ich hätte ihm die Hand geschüttelt. Aber ich bekam nie einen Hinweis darauf, dass dies passieren würde", sagte Shilton.

Oliver Kahn

Der ehemalige Weltklassetorhüter und Vorstand des FC Bayern München sagte: "Wir waren alle erst mal geschockt, als die Nachricht gekommen ist. Er war ein Genie auf dem Platz."

Hansi Flick

Der Trainer des FC Bayern München: "Es ist sehr traurig, wenn man so früh gehen muss. Zu meiner Zeit, als ich Fußball gespielt habe, war er der absolut beste Fußballer, er war ein Genie am Ball, er hat die Abwehr schwindelig spielen können. (...) Er konnte Spiele alleine entscheiden."

Romario

Der brasiliansiche Fußball-Weltmeister von 1994: "Mein Freund ist gegangen. Maradona, die Legende! Der Argentinier, der die Welt nicht nur mit dem Ball an seinem Fuß erobert hat, sondern auch mit seiner Freude und einzigartigen Persönlichkeit. Ich habe es schon ein paar mal gesagt: Von den Spielern, die ich auf dem Feld gesehen habe, war er der beste."

Pep Guardiola

Trainer von Manchester City: "Es gab ein Banner in Argentinien, das habe ich vor einem Jahr gelesen. Da stand: "Was auch immer du mit deinem Leben gemacht hast, Diego, wichtig ist, was du für unsere Leben getan hast." Ich denke, das drückt perfekt aus, was dieser Kerl uns gegeben hat. Diesen Spaß und die Freude und seine Hingabe für den Weltfußball. Er hat die Fußballwelt besser gemacht."

Michel Platini

Fußball-Europameister mit Frankreich 1984: "Er hatte technisch alles: linker Fuß, Kontrolle, Schuss und dazu noch sehr quirlig. Um die Attentäter auf dem Platz in den 1970ern und 80ern zu vermeiden, warst du besser sehr, sehr quirlig, und er war noch dazu ein Dribbler. Er hat gedribbelt, gedribbelt, gedribbelt."

Zlatan Ibrahimovic

Fußballer des AC Mailand: "Maradona ist nicht tot, er ist unsterblich. Gott hat uns den begnadetsten Fußballer aller Zeiten gegeben. Er wird für immer und immer leben."

Gianni Infantino

FIFA-Präsident: "Heute ist ein unglaublich trauriger Tag. Unser Diego hat uns verlassen. Unsere Herzen - von uns allen, die wir ihn dafür geliebt haben, wie er war und wofür er stand - haben für einen Moment aufgehört zu schlagen. (...) Diego verdient unsere ewige Dankbarkeit dafür, dass er uns mit seinem unglaublichen Talent erstaunt hat und ja, dass er so einzigartig war: Diego Armando Maradona, eine Legende, ein Held und ... ein Mann."

Sepp Blatter

Der frühere FIFA-Präsident: "Diego Maradona war ein herausragender Fußballer. Er hat mit seiner spielerischen Klasse und seinem technischen Genie eine ganze Epoche geprägt - das war auch meine Epoche als FIFA-Präsident. Deshalb verbinde ich viele persönliche Erinnerungen mit ihm. Leider stand er im Leben aber gelegentlich im Offside. Sein früher Tod macht mich tief betroffen."

Leo Windtner

Der ÖFB-Präsident sagte: "Es ist einer der größten Fußballer, die wir je auf diesem Globus gesehen haben - mit allen seinen Schattenseiten - von uns gegangen. Die Lichtblicke werden für uns aber immer alles überstrahlen und in Erinnerung bleiben. Es hat ihn so besonders gemacht, dass er seine Teams - ob das argentinische Nationalteam oder Napoli - so mitreißen konnte. Er war für seine Teams ein Spirit. Er war ein Leonardo da Vinci, ein Universalgenie. Die Nachricht vom Tod hat uns tief getroffen."

Andreas Herzog

Der ÖFB-Rekordteamspieler, einst als "Alpen-Maradona" gewürdigt: "Er war wahrscheinlich der beste Spieler seiner Zeit. Irgendwie hat es (die Nachricht, Anm.) mich aber gar nicht so überrascht nach den letzten Jahren. Als Fußballer war er natürlich eine Ausnahmeerscheinung. Als Gegenspieler war es wahrscheinlich nicht so lustig, er konnte dir Knoten in die Haxen spielen."

Earvin "Magic" Johnson

Basketball-Legende: "Die Welt hat einen der größten Fußballspieler verloren, die jemals gelebt haben, Diego Maradona. Es war eines der aufregendsten Dinge in meinem Leben, als ich ihn getroffen habe. Ruhe in Frieden, mein Freund, und meine Gebete gehen zu Deiner Familie."

UNO

Der Sprecher der UNO, Farhan Haq, äußerte sich: "Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass es manchmal schien, als wäre er von der Hand Gottes berührt worden."

FC Barcelona

Von Maradonas Club von 1982 bis 1984 hieß es: "Der FC Barcelona drückt sein tiefstes Beileid in Bezug auf den Tod von Diego Armando Maradona aus, ein Spieler für unseren Club und eine Ikone des Weltfußballs. Ruhe in Frieden, Diego. Danke für Alles, Diego."

Papst Franziskus

Der Papst sei über den Tod Maradonas informiert worden und denke in Verbundenheit an die Zusammenkünfte aus diesen Jahren, hieß es aus dem Vatikan am späten Mittwochabend. Franziskus gedenke Maradona in seinen Gebeten, so wie er es in den vergangenen Tagen getan hatte, seit er von dessen schlechten Gesundheitszustand erfahren hatte. Papst Franziskus, selbst Argentinier, gilt als Freund des Fußballs. Maradona traf ihn mehrmals im Rahmen von Hilfsprojekten und Initiativen, unter anderem im Jahr 2014, wie ein Video auf dem Nachrichtenportal "Vatican News" zeigt. Damals im Rahmen einer Privataudienz. Zuletzt hatten die beiden demnach 2016 telefoniert.

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