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Rangnick "wäre frei" für Löw-Nachfolge

Einen Tag nach der Rücktrittsankündigung von Joachim Löw spricht Ralf Rangnick offen über die Stelle beim Deutschen Fußball-Bund. Im Moment ist der ehemalige Salzburg-Sportchef "frei".

Ralf Rangnick.  SN/APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
Ralf Rangnick.

Ralf Rangnick stünde bereit. Als erster möglicher Nachfolger des deutschen Bundestrainers Joachim Löw hat sich der 62-Jährige am Mittwochabend sehr interessiert gezeigt. Es sei eine "Stelle, die niemanden in Deutschland kalt lässt", sagte der frühere Doppel-Sportchef der Red-Bull-Clubs in Salzburg und Leipzig bei Sky. Er könne sich grundsätzlich alles vorstellen. "Für mich ist es in erster Linie eine Frage des Timings. Im Moment bin ich frei", sagte Rangnick. Noch hat der DFB sich aber anscheinend nicht gemeldet.

Der Verband hatte am Dienstag zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschend mitgeteilt, das Löw nach der EM in diesem Sommer aufhört. Sofort entwickelte sich die Diskussion über mögliche Nachfolger - Rangnick gehört dabei zu den am häufigsten gespielten Namen, zusammen mit Jürgen Klopp (53) vom FC Liverpool und Löws einstigem Assistenten Hansi Flick (56) vom FC Bayern. Klopp winkte am Mittwoch erneut ab, Flick ist beim deutschen Rekordmeister noch bis 2023 unter Vertrag.

Klopp für Rangnick

"Ralf Rangnick würde dem DFB gut tun", lobte Klopp am Abend kurz vor dem Champions-League-Spiel der Liverpooler in Budapest gegen Rangnicks Ex-Club Leipzig. "Das wäre meine erste Lösung. Er hat zum Glück auch noch Zeit."

Rangnick gilt als Fußball-"Professor", er war in der Bundesliga auch bei der TSG 1899 Hoffenheim Gesamtverantwortlicher für die sportliche Entwicklung. 2012 stellte er im Red-Bull-Konzern alles auf den Kopf. In Leipzig werkte er zeitweise zusätzlich als Trainer. Zuletzt war ein vermeintlich mögliches Engagement bei der AC Mailand und beim FC Chelsea nicht zustande gekommen.

Für eine Zusammenarbeit mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff zeigte sich Rangnick entgegen der Spekulationen über mögliches Konfliktpotenzial offen. "Ich könnte mir vorstellen, dass eine Zusammenarbeit mit Oliver Bierhoff sehr fruchtbar wäre. Es wäre hilfreich jemanden zu haben, der die Gepflogenheiten schon kennt", sagte Rangnick. Beim DFB werde "in sehr vielen Bereichen in die richtige Richtung gearbeitet und gedacht".

DFB-Präsident Fritz Keller, der zusammen mit Löw und Bierhoff an diesem Donnerstag (ab 13.30 Uhr) eine Pressekonferenz abhält, hatte in der DFB-Mitteilung gesagt, es werde "mit Ruhe und Augenmaß" ein Nachfolger gesucht. Spekuliert wird auch über U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz (58) und Löws derzeitigen Assistenten Marcus Sorg (55).

Klopp gilt insbesondere als Wunschkandidat der Fans der Nationalmannschaft. Der frühere Mainzer und Dortmunder scheint es aber zumindest dieses Mal nicht zu werden. "Dass ich gefragt wurde, ist erstmal eine Ehre. Aber ich sage: Nein, ich habe einen Vertrag, und selbst wenn Liverpool mich hier rausschmeißt: Wenn meine Zeit hier rum ist, werde ich erstmal ein Jahr Pause machen", sagte Klopp bei Sky. Er bekräftigte: "So funktioniert das einfach nicht. Und dementsprechend: Nein."

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