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Rangnicks persönliches Umschaltspiel - Red Bull stellt sein Fußballkonzept neu auf

Ralf Rangnick verlässt RB Leipzig und übernimmt in Zukunft eine übergeordnete Rolle im weltweiten Fußballkonstrukt der Bullen.

Aufstieg: Ralf Rangnick. SN/APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
Aufstieg: Ralf Rangnick.

Sieben Jahre war Ralf Rangnick als Trainer und Sportdirektor bei RB Leipzig tätig. Unter der Regie des 60-Jährigen schafften die Ostdeutschen den Sprung in die deutsche Bundesliga und qualifizierten sich in der gerade abgelaufenen Meisterschaft zum zweiten Mal für die Champions League. Gestern, Dienstag, endete die Ära Rangnick in Leipzig.

Der Deutsche wird Red Bull aber nicht den Rücken kehren, sondern in eine andere Rolle schlüpfen. Als "Head of Sport and Development Soccer" soll er in einer übergreifenden Rolle im Fußballnetzwerk des Getränkekonzerns die Standorte in Leipzig, Brasilien und New York vernetzen und betreuen. Red Bull Salzburg ist offiziell nicht im Tätigkeitsbereich von Rangnick verankert. "Die sind komplett eigenständig und autark", betont Rangnick, der von 2012 bis 2015 in Salzburg als Sportdirektor tätig war.

Der Vereinsjurist hörte die Worte gerne, immerhin mussten die Leipziger der UEFA vor der Premiere in der Königsklasse 2017 eine Entflechtung von den Salzburgern nachweisen. Im Reglement der Champions League heißt es dazu: "Niemand darf gleichzeitig, direkt oder indirekt, in irgendeiner Funktion oder mit irgendeinem Mandat an der Führung, der Verwaltung und/oder den sportlichen Leistungen von mehr als einem an einem UEFA-Clubwettbewerb teilnehmenden Verein beteiligt sein."

Wohl auch, um rechtliche Konflikte zu vermeiden, ist Rangnick vertraglich bei RB Leipzig raus, angestellt ist er direkt beim Getränkekonzern. Die komplette sportliche Führung in Leipzig um Neo-Trainer Julian Nagelsmann wird erneuert. Sportdirektor wird Markus Krösche, der vom Bundesliga-Aufsteiger Paderborn kommt. Am 15. Juni will Rangnick der neuen Führung "die bestmögliche Mannschaft übergeben".

In seinem neuen Job strebt der Chefdenker dann einen "regelmäßigen Austausch mit Trainern und Sportdirektoren" an allen Standorten an, um dank der "Synergieeffekte den Trainerstab, die Videoanalyse, das Thema Ernährung" überall auf ein ähnliches Niveau zu bringen. Unterstützung bekommt Rangnick vom bisherigen Co-Trainer und Videoanalysten Lars Kornetka, der ebenfalls zum Konzern wechselt.

Nicht ganz ohne Brisanz ist auch die angedachte "sportliche Kooperation" mit Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn. Im Rahmen der Zusammenarbeit sei es denkbar, dass Spieler in Zukunft erst nach Paderborn ausgeliehen werden, bevor man sie nach Leipzig holt, erklärte Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff.

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